16th Mai2019

Friedhof der Kuscheltiere (1989) | Filmkritik

von Lars B

Friedhof der Kuscheltiere Filmkritik

Stephen King ist ein Meister des Horrors und seine Romane beflügeln seit Jahrzehnten die Buch- und Filmwelt gleichermaßen. The Green Mile (1999) mit Tom Hanks wurde zu einem Klassiker. Mit ES gelang ihm ein Meisterwerk, welches auch als filmische Neuauflage einen großen Erfolg hatte. 2019 wird nun auch Der Friedhof der Kuscheltiere neu für das Kino inszeniert. Grund genug, sich noch einmal den Originalfilm aus dem Jahre 1989 anzusehen.

friedhofderkuscheltiere_1 Doktor Louis Creed (Dale Midkiff) ist mit seiner Frau Rachel (Denise Crosby) und den beiden Kindern ins beschauliche Ludlow gezogen, einer typischen, amerikanischen Kleinstadt. Wären da nicht die Lastwagen, die unentwegt durch die Ortschaft brausen.

Der neue Nachbar, Mister Crandall (Fred Gwynne) stellt sich als freundlicher Helfer vor. Er hat über das kleine Nest nicht nur viele Geschichten parat, sondern weist die Neuankömmlinge in das Geheimnis eines nahegelegenen Tierfriedhofs ein. Die Anwohner haben hier ihre geliebten Haustiere zu Grabe getragen und auch der Goldfisch des alten Nachbarn ist hier zur letzten Ruhe gebettet.

Wer jedoch seine Liebsten in der heiligen Erde des Indianerfriedhofs beisetzt, bekommt den Verstorbenen zurück. Diese Information soll sich später als nützlich erweisen, als ausgerechnet der geliebte Familienkater Churchill unter die Räder der rasenden LKW kommt. Louis bewaffnet sich mit einer Schaufel und bringt die tote Samtpfote unter die magische Friedhofserde. Und schon am nächsten Morgen steht der Kater vor dem Haus. Leider ist dieser nicht mehr ganz so frisch und scheint nun ein Zombiestubentiger zu sein.

friedhofderkuscheltiere_2 Ab jetzt nehmen die Dinge in der Familie einen tragischen Lauf: Gage, der jüngste Sohn, wird ebenfalls überfahren und die Familie stürzt in tiefe Trauer. Alle wünschen sich, dass der kleine Junge wieder zurückkehrt, um bei seiner Familie zu sein. Trotz der Warnungen des alten Crandall und dem Zombiekater als mahnendes Beispiel, nimmt Louis erneut die Schaufel zur Hand und versucht den Sohnemann zurück in den Schoß der Familie zu holen. Dass dies ein schwerer Fehler ist, kann man sich bereits denken.

Stephen King Verfilmungen können ein zweischneidiges Schwert sein. Mal sind sie Meisterwerke, wie Stanley Kubricks The Shining (1980), und andermal sind sie absolute Blindgänger, wie Langoliers (1995). Friedhof der Kuscheltiere (Originaltitel: Pet Sematary) gehört da leider zu den schwächeren Filmen.

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Die Schauspieler sind hölzern, die Dialoge schlecht und die Synchronisation, besonders beim kleine Gage (Miko Hughes) und der Schwester Ellie (Blaze Berdahl) ist besonders grausam. Man hat das Gefühl, dass die Kinder von 40-jährigen mit hohen Stimmen gesprochen werden und dieser Punkt nervt gewaltig. Warum Trucker mit 200 Kilometer pro Stunde durch eine Ortschaft rasen, die wunderlicherweise keine Geschwindigkeitsbegrenzung kennt, ist ebenfalls ein Rätsel.

Nur zum Ende, wenn der Zombiesohn auf Mördertour durch das Familienhaus schleicht, kommt etwas Gruselstimmung auf. Ansonsten ist die Handlung zäh und die Dummheit des Protagonisten kaum zu ertragen. Die Seriendarsteller Dale Midkiff (Timetrax) und Denise Crosby (Star Trek: The Next Generation) mögen Science-Fiction-Fans zwar positiv im Gedächtnis geblieben sein, wirken in diesem Film jedoch völlig überfordert.

Der einzige Charakter mit Tiefgang und überzeugender Schauspielleistung ist der alte Mann von nebenan. Fred Gwynne (The Munsters), versteht es, freundlich aber auch unheimlich zu wirken. Nie ist man sich wirklich sicher, ob er ein netter Kerl ist oder etwas Böses im Schilde führt.

Kaum Schockmomente, kein echter Grusel und viel zu wenig Handlung sind das Fazit von 103 trägen Filmminuten. Bleibt nur zu hoffen, dass das Remake besser macht, was das Original leider vergeigt hat.

Bewertung

Bewertung_6

Trailer

Informationen
Friedhof der Kuscheltiere (1989)
103 min|Horror, Thriller|21 Apr 1989
6.6IMDB-Wertung: 6.6 / 10 von 80,933 Nutzern
Der Arzt Louis Creed zieht mit seiner Frau Rachel, den Kindern Ellie und Gage und dem Kater Church aufs Land. Ihr neuer Nachbar Judd warnt sie vor der Landstraße. Für die dort überfahrenen Haustiere ist ein eigener Friedhof eingerichtet worden, gleich neben einem mythenumwobenen Indianerfriedhof, der angeblich Tote wiederkehren lässt...
15th Mai2019

Suspiria (2018) | Filmkritik

von Lars B

Suspiria 2018

Berlin in den 70er Jahren: Die RAF kidnappt das Passagierflugzeug Landshut in Mogadischu und noch immer sind in Deutschland die Folgen des zweiten Weltkrieges zu spüren. Die junge Tänzerin Patricia (Chloë Grace Moretz) macht sich zu dieser Zeit auf, den Psychologen Dr. Klemperer (Tilda Swinton) um Hilfe zu bitten. Sie glaubt, dass ihre Tanzschule von Hexen geführt wird.

suspiria_1 Die Leiterin Madame Blanc (ebenfalls Tilda Swinton) wird von ihr beschuldigt, sie zu verfolgen und ihren Geist mehr und mehr zu kontrollieren. Eine Geschichte, die der ergraute Therapeut als typische Wahnvorstellung einstuft. Zur gleichen Zeit kommt eine amerikanische Tänzerin frisch in diese Tanzschule.

Susie (Dakota Johnson) ist ein vielversprechendes Talent und kann Madame Blanc von sich überzeugen. Die Aufnahmeprüfung besteht sie spielend und kann sich sogar die Hauptrolle in dem neuen Stück „Volk“ sichern, obwohl sie die Choreographie noch nie selbst getanzt hat.

Schnell merkt sie jedoch, dass die Schule ein dunkles Geheimnis in sich birgt. Tänzerinnen, die aufbegehren, verschwinden spurlos. Und nachts wird sie von furchtbaren Visionen und Träumen geplagt, als versuche jemand, in ihren Geist einzudringen. Als sie mehr und mehr über die verschwundene Patricia erfährt, beginnt auch Susie, unbequeme Fragen zu stellen.

suspiria_2 Spätestens seit Black Swan weiß man, dass Ballett die Hölle sein kann. In Suspira geht man da ein gutes Stück weiter und fügt den inneren Dämonen noch ganz andere Schrecken hinzu. Ein Hexenzirkel in den Katakomben einer Tanzschule, die von einem Naziarchitekten erbaut worden sein muss. Der perfekte Schauplatz für ein gefährliches Katz- und Mausspiel.

Wem die Geschichte bekannt vorkommt, täuscht sich nicht. Luca Guadagninos Film ist ein Remake des 1977 erschienenen Machwerks von Dario Argento. Und in Sachen Bildästhetik und visueller Darstellung steht die Neuauflage dem Original in nichts nach.

Die Kulissen sind architektonisch gewaltig und bedrohlich. Kostüme, Choreografien und Bildaufbau sind einschüchternd und überzeugen auf ganzer Linie.

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Nur im Erzählfluss hat der 152 Minuten lange Grusel seine Schwächen. Wenn eine Schülerin durch einen Tanz regelrecht verdreht und zerbrochen wird oder ein dunkles Ritual die Katakomben mit Gedärmen und Blut füllt, wird der Horror jedoch greifbar.

Tilda Swinton (Doctor Strange) erweist sich hier als wandlungsfähiges Talent und spielt gleich mehrere Rollen. Vom alten Psychologen Klemperer, der Schulleiterin Blanc, bis hin zur diabolischen Mutter, Helena Markos, verwandelt sie sich Dank hervorragender Make-up-Effekte.

Die Szenenbilder stellen die opulenten Tanzinszenierungen in einen starken Kontrast zu den schlichten Behausungen der Berliner Bürger in den kargen Siebzigern. Wer jedoch einen blutigen Thriller mit zahlreichen Jumpscare-Einlagen erwartet, wird enttäuscht. Suspiria konzentriert sich hauptsächlich auf das Verborgene, dass weder sichtbar noch hörbar ist. Mit kraftvollen Bildern, tollen Tänzerinnen und einem bedrohlichen Soundtrack wird der Film zu höchstem Unbehagen beim Zuschauen führen.

Die Kunstfertigkeit kann man Luca Guadagnino (Call Me By Your Name) auf jeden Fall nicht absprechen. Ob Suspiria aber zu einem Meisterwerk des Horrorgenres werden kann, bleibt angesichts vieler langatmiger Szenen leider zu bezweifeln. An manchen Stellen hätte es dem Film nicht schlecht gestanden, die Schere anzusetzen und das filmische Machwerk mindestens 30 Minuten herunter zu kürzen.

Bewertung

Bewertung_6

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Informationen
Suspiria (2018)
152 min|Fantasy, Horror, Mystery, Thriller|02 Nov 2018
6.8IMDB-Wertung: 6.8 / 10 von 34,265 Nutzern
Die junge und hoffnungsvolle amerikanische Tänzerin Susie Bannion zieht nach Deutschland, um dort beim renommierten Markos Tanzensemble in Berlin eine Ausbildung zu absolvieren. Nachdem sie das Vortanzen bestanden hat, freundet sie sich dort mit Sara an und macht unter der Aufsicht der künstlerischen Leiterin Madame Blanc, die als eine Revolutionärin gilt, schnell erstaunliche Fortschritte...
16th Apr2019

Under the Silver Lake (2018) | Filmkritik

von Lars B

Under the Silver Lake Filmkritik

Was wäre, wenn es eine riesige Verschwörung mitten unter uns gäbe? Wenn alles was wir hören, sehen oder lesen voller geheimer Botschaften wäre? Davon zumindest ist Sam (Andrew Garfield) überzeugt. Aber fangen wir am Anfang der Geschichte an.

under-the-silver-lake-1 Sam ist ein Taugenichts und lebt in Hollywood in einer Wohnung, deren Miete er schon nicht mehr zahlen kann. Sein Vermieter droht ihm damit, ihn einfach vor die Tür zu setzen. Statt zu arbeiten, hängt er lieber auf dem Balkon herum und beobachtet seine Nachbarinnen, die entweder barbusig auf dem Balkon Blumen gießen oder sich am Pool räkeln. Bis ihm eines Tages die hübsche Sarah (Riley Keough) begegnet.

Sie lädt ihn in seine Wohnung ein und es knistert gewaltig. Doch ist die hübsche Dame am nächsten Morgen verschwunden. Und ihre Wohnung ist auch leer. Für Sam ergibt das keinen Sinn und er beginnt, den zahlreichen Hinweisen zu folgen. Seltsame Zeichen an den Wänden, Frauen, die geheimnisvolle Gegenstände aus der leeren Wohnung tragen, und ein Comicautor, der von unterschwelligen Botschaften in der Popkultur berichtet.

under-the-silver-lake-2 Für den jungen Mann verdichten sich die Beweise, dass Sarah womöglich entführt wurde. So macht er sich auf eine Reise quer durch Los Angeles, um herauszufinden, wo Sarah abgeblieben ist. Dabei stolpert er über Musiker, Prostituierte, einen Piraten, den König der Obdachlosen und zahlreiche andere Verrücktheiten, die sich manchmal wie ein schräger Drogenrausch anfühlen. Wenn dann auch noch eine tödliche Eulenfrau auf den Plan tritt und ein Hundemörder die Nachbarschaft bedroht, ist jede Logik dahin.

Regisseur David Robert Mitchell (It Follows) schickt den ehemaligen Spider-Man Andrew Garfield (Spider-Man: Homecoming) in Under the Silver Lake auf eine äußerst skurrile Reise durch Hollywood. Wenn ein tagträumender Taugenichts unfreiwillig zum Detektiv wird, kommt ebenso unfreiwillige Komik auf. Mit einem unheimlichen Unterton und bedrohlicher Musik verwandelt sich so manche Leichtigkeit schnell in pures Unbehagen.

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So richtig lässt sich Mitchells Werk nicht einordnen. Teilweise plätschert die Handlung nur so davon, um dann plötzlich mit allerlei Informationen hoffnungslos überladen zu werden. Der Zuschauer guckt dann mindestens genau so blöd aus der Wäsche wie Sam. Ist es nun eine Komödie, ein Thriller oder einfach nur Kunst? Es wird weder mit der Erotik gespart, noch verzichtet man auf einen gewissen Splatter, auf den man nicht vorbereitet ist.

Under the Silver Lake ist eben ein so eigenständiges Werk, dass man sich schwer dabei tut, den Stoff in eine bestimmte Schublade zu packen. Leider bleibt am Ende der Odyssee ein mittelmäßiges Gefühl zurück. Zwar gibt es hier und da einige Lacher und lustige Einfälle, was man am Ende aber für eine Botschaft vermitteln will, ist ebenso mysteriös, wie das Verschwinden von Sarah.

Letztendlich fragt man sich, warum Sam, der zu faul für eigentlich alles ist, überhaupt diese Strapazen auf sich nimmt, wo er Sarah doch gar nicht kennt. Auch, dass er irgendwie eine Freundin zu haben scheint, widerspricht der ganzen, absurden Handlung noch mehr. Wer jedoch an Andrew Garfields leicht einfältigem Gesichtsausdruck und seiner unschuldigen, naiven Art seine Freude hat, sollte sich Under the Silver Lake einmal anschauen. Dies geschieht jedoch auf eigene Gefahr.

Bewertung

Bewertung_6

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Informationen
Under the Silver Lake (2018)
139 min|Comedy, Crime, Drama, Mystery, Thriller|19 Apr 2019
6.4IMDB-Wertung: 6.4 / 10 von 14,437 Nutzern
Der desillusionierte 33-jährige Sam entdeckt im Pool seines East-Side-Appartments in Los Angeles eine mysteriöse Frau namens Sarah . Sie haben sich kaum richtig kennengelernt, als Sarah plötzlich verschwunden ist und Sam sich auf eine surreale Suche quer durch Los Angeles begibt, um das Geheimnis ihres Verschwindens zu entschlüsseln...
08th Mrz2019

Between Worlds (2018) | Filmkritik

von Lars B

Between Worlds

Nicholas Cage ist schon ein seltsamer Fall. Einst war er ein Oscar- Preisträger, der mit Leaving Las Vegas zum Superstar avancierte, jetzt scheint er in allem mitzuspielen, was ihm angeboten wird. Nach dem Horrorfilm Mandy (2018) wagt sich der Hollywoodstar an ein weiteres, experimentelles Filmprojekt.

betweenworlds_1 In Between Worlds spielt Cage einen Trucker, der seine Familie bei einem tragischen Unglück verloren hat. Als er zufällig Zeuge wird, wie eine junge Frau fast erwürgt wird, stellt er sich heldenhaft dazwischen und rettet das vermeintliche Opfer.

Zu dumm, dass Julie (Franka Potente) gar nicht gerettet werden wollte. Das Würgen war sogar Teil eines Rituals, um die, im Koma liegende Tochter, aus dem Jenseits zu befreien.

Nur durch den nahenden Tod kann Julie auf die andere Seite blicken. Trotz der anfänglichen Missverständnisse entwickelt sich schnell eine Beziehung zwischen ihnen. Trucker Joe hilft, wo er nur kann und steht der jungen Mutter bei, bis Julies Tochter letztendlich aus dem Koma erwacht und nicht mehr sie selbst zu sein scheint. Die junge Billie (Penelope Mitchell) macht sich zusehends an Joe heran und droht ihn zu verführen.

Es scheint, als sei das Töchterchen von einem bösen Geist besessen. Dass es ausgerechnet Joes verstorbene Frau ist, die nun den Körper Billies steuert, macht die Beziehung mit Julie nicht unbedingt einfacher.

Between Worlds Filmkritik Es ist schon faszinierend, wie viel Spaß Nicholas Cage (Con Air) dabei hat, sich von seiner herunterkommenden Seite zu zeigen. Fettiges Haar, stoppeliger Bart und schlampige Kleidung runden sein Erscheinungsbild in immer mehr Filmen ab. Da wirkt die Sexszene mit Franka Potente (Lola rennt) geradezu verstörend und man fragt sich, ob und wann Joe zuletzt unter einer Dusche stand.

Cage spielt den trotteligen aber gutmütigen Joe mit einer Freude zur Verrücktheit. Ob er im Drogenrausch kichert, beim Sex aus seinem eigenen Buch zitiert oder sich mit einem Gartenschlauch abspritzt; hier werden alle Register bedient.

Der deutsche Schauspielexport Franka Potente wirkt dagegen geradezu zurückhaltend und ideenlos. In ihren Szenen geht sie leider viel zu oft unter.

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Als besorgte Mutter kann sie sogar anstrengend für die Nerven der Zuschauer werden. Ihre Fähigkeit, unter Sauerstoffverlust in die Unterwelt zu reisen, wird leider nur am Rande beleuchtet und auch nicht mit den nötigen Effekten aufgewertet.

Penelope Mitchell (Hemlock Grove) hat als besessenes Biest nur die Aufgabe sexy und gefährlich verführerisch zu sein, wobei man sich manchmal recht unangenehm fremdschämt. Da wird Joe auch mal auf dem Sofa die Hand in die Hose gesteckt, während die Mutter keine fünf Meter weiter einen Braten in den Ofen schiebt.

Between Worlds bedient sich an vielen Motiven aus dem Mystery-Genre von Akte X bis Twin Peaks. Mit bedrohlichen Klängen von Komponist Jason Solowsky werden die einzelnen Szenen düster unterlegt. Leider wirkt die Kamera sehr amateurhaft und es werden kaum anständige Filter verwendet. So sieht der Film häufig nach einer billigen Fanproduktion für YouTube aus.

Das Ende kommt dann recht abrupt und bleibt einem viele Erklärungen schuldig. Between Worlds von Maria Pulera bleibt seinem Titel treu und mischt gute und schlechte Ideen bunt durcheinander. Als Fazit bleibt ein recht skurriles Werk zurück, das man sich hoffentlich nur einmal ansieht und danach besser schnell wieder vergisst.

Bewertung

Bewertung_4

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Informationen
Between Worlds (2018)
90 min|Fantasy, Thriller|21 Dec 2018
5.0IMDB-Wertung: 5.0 / 10 von 3,659 Nutzern
Der vom Glück verlassene Trucker Joe leidet unter dem Verlust von Frau und Kind. Als er mitbekommt, wie eine Frau an einer Raststelle gewürgt wird, greift er ein und lernt so Julie kennen. Die ist zuerst alles andere als dankbar, denn sie wurde nicht angegriffen, sondern war mitten in einem Ritual...
19th Feb2019

Mile 22 (2018) | Filmkritik

von Lars B

Mile 22

Ein Spezialteam des CIA, verschwundenes radioaktives Material und ein Doppelagent auf der Flucht. Der Stoff, aus dem sonst Tom Clancy Romane sind, schickt nun Mark Wahlberg ins Rennen gegen die Zeit. Ist das die Geburtsstunde eines neuen Thriller-Franchise á la Jack Ryan oder Mission Impossible?

mile22_1 Das Team um James Silva (Mark Wahlberg) bezieht Stellung um ein Haus, welches von russischen Terroristen besetzt ist. Jetzt geht alles Schlag auf Schlag: Zwei Lockvögel, getarnt als verirrtes Ehepaar, klopfen an der Vordertür und ermöglichen so die Erstürmung des Terrornestes. Doch von nun an geht eigentlich alles schief. Die Wärmekamera übersieht einen Geheimraum und zahlreiche Einsatzkräfte verlieren bei diesem Einsatz ihr Leben. Trotzdem wird die Mission als Erfolg verbucht.

James Silva ist ein schwieriger Mann. Ein brillanter Stratege, aber völlig unfähig in sozialen Belangen. Wenn es stressig wird, schnipst er an seinem Gummiband, um sich wieder abzureagieren. Ein Tick, der dem bipolar gestörten Genie im Verlauf der Handlung häufiger helfen wird. Ganz besonders, wenn der Chef der Spezialeinheit Overwatch mitteilt, dass 4 Kilogramm eines radioaktiven Kampfstoffes einfach verschwunden sind.

Da trifft es sich gut, dass plötzlich ein Agent des Feindes um Asyl in den USA bittet. Li Noor (Iko Uwais) wedelt mit einer Festplatte in die Sicherheitskameras und lässt sich geduldig festnehmen. Wenn er in die USA geflogen wird, will er die Sicherheitscodes zur Festplatte verraten. Auf ihr sind alle Daten, die man zur Sicherung des gestohlenen Kampfstoffes benötigt, den die CIA gerade verzweifelt sucht. Doch der schweigsame Asiat wurde bereits von Leuten seiner Regierung auf die Todesliste gesetzt.

mile22_2 Schnell entpuppen sich allerlei Angestellte der US-Botschaft in Asien als blutrünstige Auftragskiller. Zum Glück ist Li Noor ein Kampfexperte, der auch mit gefesselten Händen absolut tödlich ist. James und sein übriges Team haben nun die unliebsame Aufgabe, den Deserteur außer Landes zu schaffen. Doch die Uhr tickt. In wenigen Stunden wird sich die Festplatte vollständig löschen und das Programm hierfür läuft bereits, seit der Doppelagent in Gefangenschaft ist.

Explosionen, Schießereien und unglaubliche Kampfszenen reihen sich in Mile 22 in einem Stakkato der Gewalt aneinander. Ruhe gibt es nur, wenn Kollegin Alice (Lauran Cohan) Einblicke in ihr zerrüttetes Eheleben gewährt oder Direktor Bishop (John Malkovich) Satellitenaufnahmen im Kontrollraum begutachtet. Ansonsten wird gerannt, geschossen und gestorben.

Für zusätzliche Feuerkraft sorgt die knallharte Sam (WWE Wrestlerin Ronda Rousey), die etwas für die Frauenquote im Film tut. Bis auf James und Alice ist das Overwatch-Team jedoch recht austauschbar und entbehrlich. Der eigentliche Star ist jedoch nicht Mark Wahlberg, sondern Martial Arts Superstar Iko Uwais (The Raid), der einmal mehr beweist, zu welchen wahnsinnigen Kampfeinlagen er fähig ist. So stiehlt er in fast jeder Szene allen anderen die Show und empfiehlt sich für weitere amerikanische Actionfilme.

Mile 22 Filmkritik Mile 22 ist ein spannender aber auch recht einfach gestrickter Actionthriller, der versucht, sich an Erfolgen wie Mission Impossible oder Die Bourne Identität zu orientieren. Doch ob daraus tatsächlich mehrere Nachfolger entspringen werden, bleibt vermutlich ein Wunschtraum der Schöpfer.

Regisseur Peter Berg (Boston) hat in seiner nunmehr vierten Zusammenarbeit mit Wahlberg zwar durch die gut inszenierte Action einige Höhepunkte geschaffen, aber für mehr als solide Durchschnittskost reicht es letztendlich, angesichts der Topstars, nicht. Die Umgebungen wirken zu monoton und erwecken den Eindruck, nur im Filmstudio aufgenommen worden zu sein. Vieles spielt sich in kleinen Räumen oder dunklen Gängen ab und nur selten verlagert sich die Handlung tatsächlich einmal nach draußen.

John Malkovich (R.E.D. – Älter, Härter, Besser) wird in seiner Rolle als Direktor von Overwatch geradezu lächerlich unterfordert. Hauptsächlich spricht er in ein Headset oder starrt auf einen Monitor. Dass man hierfür einen solch großen Darsteller verpflichten konnte, grenzt an ein kleines Wunder. Erinnerungen an Renegades – Mission of Honor (2017) werden wach, wo J.K. Simmons eine ganz ähnliche Rolle mit ähnlich minderer Qualität zu spielen hatte.

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Zudem wird die Handlung immer wieder unnötig durch Verhörszenen mit Teamleiter James Silva unterbrochen, in welchen Mark Wahlberg ständig das gerade von uns erlebte kommentiert.

Statt dann aufzuklären, wie sich der Abschlussbericht Silvas auf seine weitere Arbeit auswirkt, wird uns ein obligatorischer Plottwist und ein Cliffhanger am Ende überlassen, ohne eine wirkliche Aussicht auf eine Fortsetzung und Auflösung zu erhalten. Was hier als kreatives Ende wirken sollte, fühlt sich eher unheimlich unbefriedigend an.

Schauspielerisch bleibt auch Mark Wahlberg eher unter seinem Können. Sollte man tatsächlich vorgehabt haben einen neuen Titelhelden für ein Filmfranchise zu schaffen, braucht es mehr als schnipsende Gummibänder und flotte Sprüche. Sein Titelheld ist gleichzusetzen mit dem namenlosen Protagonisten eines Egoshooters auf dem Computer, der nur dazu dient, uns durch die Level zu bugsieren.

Mehr Tiefgang, ein Privatleben und etwas mehr Emotionen hätten Marky Mark durchaus gut zu Gesicht gestanden. Und für eine mögliche Fortsetzung hätte der Film mehr als nur seine Produktionskosten von 60 Millionen Dollar einspielen müssen.

Bewertung

Bewertung_6

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Informationen
Mile 22 (2018)
94 min|Action, Adventure, Thriller|17 Aug 2018
6.1IMDB-Wertung: 6.1 / 10 von 46,477 Nutzern
Elite-Agent James Silva wird in die Botschaft eines südostasiatischen Landes einberufen, um eine gefährlich hohe Menge an verschwundenem radioaktiven Material wiederzubeschaffen, das mehrere Großstädte weltweit auslöschen könnte.
22nd Jan2019

Mary und die Blume der Hexen (2017) | Filmkritik

von Lars B

Mary und die Blume der Hexen

In den heutigen Zeiten, wo alles nur noch aus dem Computer kommt, sind handgezeichnete Filme eine Seltenheit. In Japan sind sie dagegen noch immer sehr beliebt. Jahrelang galten die Film des Ghibli Studios als das Pendant zu Walt Disney im Land des Lächelns.

maryunddieblumederhexen_1 Mit den Ponoc Studios, welches vom ehemaligen Ghibli Produzenten Yoshiaki Nishimura gegründet wurde, geht nun ein neuer Konkurrent an den Start. Kann ihr Erstlingswerk Mary und die Blume der Hexen die alten Ghiblifans überzeugen?

Mary ist ein kleines, fröhliches Mädchen mit wilden, roten Haaren. Sie verbringt die Schulferien bei ihrer Großtante und versucht zu helfen, wo sie nur kann. Leider ist sie ein echter Tollpatsch und niemand scheint ihre Unterstützung gut zu heißen.

Das Dienstmädchen bangt um das Geschirr und der Gärtner fürchtet um das Wohl seiner geliebten Blumen, wenn das Mädchen mit anpackt. Frustriert geht Mary in den Wald und folgt der Nachbarkatze. Als sie auf eine seltene, blaue Blume stößt, überschlagen sich plötzlich die Ereignisse.

maryunddieblumederhexen_2 Ein fliegender Besen taucht auf und führt Mary über die Wolken zu einer Hexenuniversität. Dort hält man sie gleich für eine neue Schülerin. Durch den Saft der blauen Blume hat das rothaarige Mädchen tatsächlich Zauberkräfte und kann die strenge Direktorin überzeugen, eine echte Hexe zu sein.

Doch je länger sich die Kleine auf dem Campusgelände aufhält, desto mehr beschleicht sie das Gefühl, dass etwas nicht stimmt. So kommt sie bald hinter den teuflischen Plan der Direktorin und ihres Handlangers. Auch das Geheimnis der blauen Hexenblume zieht Mary mehr und mehr in seinen Bann. Kann sich das Mädchen gegen solche Mächte behaupten oder ist ihr Schicksal bereits besiegelt? Und was passiert, wenn die Direktorin erfährt, dass ihre neue Schülerin gar keine richtige Hexe ist?

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Liebevolle Zeichnungen und viele Details zeichnen das Erstlingswerk der Ponoc Studios aus. Wie schon in früheren Werken der Ghibli-Studios, wird der Zuschauer regelrecht in die lebhafte Fantasie seiner Schöpfer gezogen.

Mary, ein selbstbewusstes Mädchen, dass noch ihren Platz im Leben finden muss, wächst über sich hinaus und beweist, dass in jedem Menschen etwas Besonderes stecken kann. Mit viel Liebe zum Detail, tollen Hintergründen und einem fantastischen Soundtrack überzeugt das Hexen-Abenteuer auf ganzer Linie.

Wer sich bereits für die Vorzeigewerke Chihiros Reise ins Zauberland (2001) oder Das wandelnde Schloss (2004) begeistern konnte, wird sich auch in diesem Film gut aufgehoben fühlen.

Basierend auf dem Kinderbuch Der verhexte Besen von Mary Steward, inszenierte Hiromasa Yonebayashi (Prinzessin Mononoke) ein kleines Meisterwerk für groß und klein, dass sich hinter alten Erfolgen des Animationskünstlers nicht verstecken braucht. Für alle, die sich manchmal fehl am Platz fühlen, und nicht recht wissen, wo sie hingehören, ist die kleine Mary die ideale Identifikationsfigur.

Gewaltfrei, fantasievoll und mit Liebe gestaltet, stemmt sich der Film gegen die Computerhelden von Pixar und Disney und zeigt, dass auch heutzutage ein handgezeichneter Film funktionieren und begeistern kann.

Bewertung

Bewertung_8

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Mary und die Blume der Hexen (2017)
103 min|Animation, Adventure, Family, Fantasy|08 Jul 2017
6.8IMDB-Wertung: 6.8 / 10 von 8,343 Nutzern
Die junge Mary entdeckt in einem Waldstück einen magischen Besen, der sie zum Endor College fliegt, wo sie für ihre neu gefundenen Fähigkeiten selbst von den magiebegabten Schulleitern gefeiert wird. Doch Marys Kräfte sind nicht von Dauer, und die Schulleiter zwingen sie, das Geheimnis dahinter preiszugeben...
04th Dez2018

Wahrheit oder Pflicht (2018) | Filmkritik

von Lars B

Wahrheit oder Pflicht

Es ist ein Spiel, dass man gerne auf Teenieparties oder Kindergeburtstagen spielt. In unseren Breitengraden auch als Flaschendrehen bekannt, wird man vor die Wahl gestellt, entweder eine Frage wahrheitsgemäß zu beantworten oder eine Mutprobe zu bestehen. Doch was wäre, wenn dämonische Kräfte einen zwingen verheerende Wahrheiten zu verkünden oder sein Leben aufs Spiel zu setzten? In Wahrheit oder Pflicht (Originaltitel: Truth or Dare) werden junge Collegestudenten gezwungen, sich den Regeln dieses teuflischen Spiels zu stellen.

wahrheitoderpflicht_1 Alles fängt mit einer Springbreak-Party in Mexiko an. Olivia (Lucy Hale) wird an der Bar von einem jungen Mann angesprochen, der ihr ungebetene Verehrer vom Hals hält. Als sich die Party dem Ende neigt, überredet der Fremde die Gruppe um Olivia dazu, in einer verlassenen Kirche noch ein wenig weiter zu feiern.

Er schlägt sogar vor, das berühmte Wahrheit oder Pflicht zu spielen. Anfangs haben alle noch ihren Spaß, doch schnell kommt heraus, dass Carter, wie der Fremde heißt, nur ein Ziel verfolgt. Er wollte die Jugendlichen in diese Kirche locken und ihnen einen Fluch auferlegen, welcher sie mit einer unheimlichen Macht dieses Spiel spielen lässt. Nur so kann er selbst aus Wahrheit oder Pflicht aussteigen, das seinen eigenen Freunden bereits das Leben kostete.

Denn die Pflichtaufgaben, die hier abverlangt werden, drehen sich um mörderische und selbstmörderische Themen. Betrunken auf dem Häuserdach balancieren, einem Polizisten die Pistole stehlen: dies sind da noch die eher harmloseren Wünsche der Unbekannten Macht. Vor ihrer Aufgabe sehen die Studenten sehen kurz den Schriftzug Wahrheit oder Pflicht auf ihrem Handy, einer Hauswand oder anderswo.

wahrheitoderpflicht_2 Manchmal werden sie auch von den Menschen in ihrem Umfeld aufgefordert der Reihe nach zu spielen. Dabei haben die Personen plötzlich entstellte Fratzengesichter und geben keine Ruhe, bis man nachgibt.

Für Olivia startet ein Wettlauf gegen die Zeit, denn nach und nach sterben ihre Freunde bei den gefährlichen Aufgaben. Sie wird gezwungen ihre intimsten Geheimnisse zu verraten und muss sogar gestehen, von der Affäre ihres guten Freundes gewusst zu haben. Eine Tatsache, die sie schnell in Ungnade ihrer Freundin Violett (Markie Cameron) fallen lässt. Doch das Spiel endet erst, wenn alle tot sind oder sich neue Opfer gesucht werden. So versucht Olivia den Fluch zu besiegen und zu verhindern, dass ihr Freundeskreis immer weiter dezimiert wird.

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Wahrheit oder Pflicht
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Es ist schon unglaublich, wie naiv die Protagonisten einem Fremden in die Falle gehen. Mit den typischen Klischees der vergangenen Teenie-Horror-Streifen bedient sich Wahrheit oder Pflicht an den üblichen schablonenhaften Jugendlichen, die sich zur falschen Zeit am falschen Ort aufgehalten haben.

Stellenweise mag zwar Spannung aufkommen, doch bleiben die Effekte eher im unteren Durchschnitt. Wenn Olivia die Schüler in einer Bibliothek nur noch als Fratzen sieht, wirkt das mehr nach einem billigen Snapchat-Filter, was die Protagonisten anschließend in einem Dialog sogar bestätigen. Ein gruseliges Zehn-kleine-Schülerlein á la Final Destination wird es aber leider nicht. Dazu fehlt es an echten Grusel-und Schockmomenten. Bis auf ein paar kleinere Erschrecker bleibt das große Fürchten aus.

Die schauspielerische Leistung der unbekannteren Darsteller ist solide und genau so, wie man es vom Genre erwartet. Hinter der Konkurrenz bleibt das Filmwerk aber stark zurück und ist eben einfach nur Mittelmaß. An Scream, Final Destination oder Nightmare on Elmstreet kommt man nicht annähernd heran. Zudem kam das Filmende auch noch sehr überraschend und löste den Konflikt eher enttäuschend auf.

Bewertung

Bewertung_5

Trailer

Informationen
Wahrheit oder Pflicht (2018)
100 min|Horror, Thriller|13 Apr 2018
5.1IMDB-Wertung: 5.1 / 10 von 31,988 Nutzern
Anfangs glauben Olivia (Lucy Hale), Lucas (Tyler Posey), Markie (Violett Beane) und ihre College-Freunde noch, mit Truth or Dare, also Wahrheit oder Pflicht, lediglich einem lustigen Abend unter Freunden zu veranstalten. Doch als der nicht zur Clique gehörende Carter (Landon Liboiron) ihnen offenbart, dass er sie zum Spielen verführt hat, müssen sie erkennen, dass alles bitterer Ernst ist: Denn wer nicht die Wahrheit sagt oder nicht die verlangten Mutproben absolviert, stirbt...
02nd Dez2018

Mandy (2018) | Filmkritik

von Lars B

Mandy

Manchmal kann ein Filmtitel trügerisch sein. So schlicht der Name auch sei, so komplex und umfangreich ist das Filmwerk Mandy mit Hauptdarsteller Nicolas Cage (Con Air). In einer Geschichte um Rache und Gewalt wird ein Mann bis an die Grenzen seines Verstandes gebracht, wenn er sich gegen eine teuflische Sekte stellt, die seine Frau auf dem Gewissen hat.

mandy_1 Dabei fängt alles so idyllisch an. Red (Nicolas Cage) ist Holzfäller und freut sich nach einer harten Schicht auf sein Zuhause. Dort wartet Mandy (Andrea Riseborough) bereits sehnsüchtig auf ihren Liebsten. Die Frau mit den großen Kulleraugen und dem traurigen Blick ist eher in sich gekehrt und scheint in ihrer eigenen Welt zu leben. Nur in Reds Armen fühlt sie sich geborgen.

Eines Tages taucht eine seltsame Bande des Sektenführers Jeremiah Sand (Linus Roache) in der Stadt auf und sofort gerät die geheimnisvolle Mandy in seinen Fokus. Davon besessen sie zu seiner Braut zu machen, findet er schnell heraus wo das Pärchen wohnt. Mit der Hilfe von dämonischen Bikern, die große Ähnlichkeit mit den Zenobiten aus Hellraiser haben, überfällt der selbsternannte Messias das unschuldige Liebespaar.

mandy_2 Mandy wird unter Drogen gesetzt und soll sich dem Anführer körperlich hingeben. Als sie den nackten Jeremiah nur auslacht, lässt er sie beleidigt bei lebendigem Leib verbrennen. Red muss die schaurige Tortur gefesselt mit ansehen. Als von Mandy nur noch Asche übrig ist, zieht die seltsame Sekte wieder ab.

Fortan hat Red nur noch einen Gedanken: Rache. Schlussendlich kann er sich von seinen Fesseln befreien und nimmt die Verfolgung auf und gibt erst Ruhe, wenn Jeremiah und die teuflischen Biker das Zeitliche gesegnet haben!

Was folgt ist eine Jagd aus mystischer Musik, psychedelischen Bildern und einer Stimmung, die stetes Unbehagen erzeugt. Während die Farben und die Klänge an Stranger Things erinnern, kann sich Hauptdarsteller Nicholas Cage regelrecht austoben. Für sein Overacting bekannt, entgleisen ihm gewohnter Maßen immer mal wieder alle Gesichtszüge und der Wahnsinn leuchtet in seinen Augen. Für die Rolle des durchgedrehten Rächers ist er jedoch die ideale Besetzung.

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Regisseur Panos Cosmatos (Beyond the Black Rainbow) schafft eine Atmosphäre, in der sich der Zuschauer stets in einer scheinbaren Alptraumwelt befindet. In kleinen Zeichentricksequenzen taucht Mandy nach ihrem Tod immer wieder auf, nur um dann wieder zu einem Skelett zu zerfallen. Wenn Red sich eine gewaltige Axt schmiedet oder er sich einen Kettensägenkampf mit einem Gegner liefert, glaubt man gar, ein Heavy Metal Musikvideo zu sehen.

Mandy erzählt zwar eine recht simple Geschichte aber gerade in der Umsetzung beweist Cosmatos, dass es nur wichtig ist, wie man eine Geschichte in starke Bilder taucht. Wer Lust auf ein wahres Experiment und einen abgefahrenen Trip hat, sollte Mandy auf jeden Fall sehen.

Zwar setzt der Film nicht auf richtigen Horror, für zartbesaitete dürfte dieser beeindruckende Rachefeldzug dennoch nicht geeignet sein. Alle anderen dürfen sich auf ein sehr kreatives und abgefahrenes Stück Film freuen, in dem Nicholas Cage die beste Wahl für eine Hauptrolle gewesen ist. Auf dem Sundace Film Festival konnte der Film seine Kritiker zumindest überzeugen.

Bewertung

Bewertung_8

Trailer

Informationen
Mandy (2018)
121 min|Action, Fantasy, Horror, Mystery, Thriller|14 Sep 2018
6.6IMDB-Wertung: 6.6 / 10 von 42,680 Nutzern
Red Miller ist ein gebrochener, rastloser und verzweifelter Mann. Eine Sekte hat Mandy Bloom auf dem Gewissen, also die Frau, die er über alles auf der Welt geliebt hat. Um ihren Tod zu rächen, macht Red sich 1983 im Pacific Northwest auf die Suche nach dem Kult-Anführer Jeremiah Sand, um ihn für dessen sadistische Tat büßen zu lassen.
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