08th Mrz2019

Between Worlds (2018) | Filmkritik

von Lars B

Between Worlds

Nicholas Cage ist schon ein seltsamer Fall. Einst war er ein Oscar- Preisträger, der mit Leaving Las Vegas zum Superstar avancierte, jetzt scheint er in allem mitzuspielen, was ihm angeboten wird. Nach dem Horrorfilm Mandy (2018) wagt sich der Hollywoodstar an ein weiteres, experimentelles Filmprojekt.

betweenworlds_1 In Between Worlds spielt Cage einen Trucker, der seine Familie bei einem tragischen Unglück verloren hat. Als er zufällig Zeuge wird, wie eine junge Frau fast erwürgt wird, stellt er sich heldenhaft dazwischen und rettet das vermeintliche Opfer.

Zu dumm, dass Julie (Franka Potente) gar nicht gerettet werden wollte. Das Würgen war sogar Teil eines Rituals, um die, im Koma liegende Tochter, aus dem Jenseits zu befreien.

Nur durch den nahenden Tod kann Julie auf die andere Seite blicken. Trotz der anfänglichen Missverständnisse entwickelt sich schnell eine Beziehung zwischen ihnen. Trucker Joe hilft, wo er nur kann und steht der jungen Mutter bei, bis Julies Tochter letztendlich aus dem Koma erwacht und nicht mehr sie selbst zu sein scheint. Die junge Billie (Penelope Mitchell) macht sich zusehends an Joe heran und droht ihn zu verführen.

Es scheint, als sei das Töchterchen von einem bösen Geist besessen. Dass es ausgerechnet Joes verstorbene Frau ist, die nun den Körper Billies steuert, macht die Beziehung mit Julie nicht unbedingt einfacher.

Between Worlds Filmkritik Es ist schon faszinierend, wie viel Spaß Nicholas Cage (Con Air) dabei hat, sich von seiner herunterkommenden Seite zu zeigen. Fettiges Haar, stoppeliger Bart und schlampige Kleidung runden sein Erscheinungsbild in immer mehr Filmen ab. Da wirkt die Sexszene mit Franka Potente (Lola rennt) geradezu verstörend und man fragt sich, ob und wann Joe zuletzt unter einer Dusche stand.

Cage spielt den trotteligen aber gutmütigen Joe mit einer Freude zur Verrücktheit. Ob er im Drogenrausch kichert, beim Sex aus seinem eigenen Buch zitiert oder sich mit einem Gartenschlauch abspritzt; hier werden alle Register bedient.

Der deutsche Schauspielexport Franka Potente wirkt dagegen geradezu zurückhaltend und ideenlos. In ihren Szenen geht sie leider viel zu oft unter.

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Als besorgte Mutter kann sie sogar anstrengend für die Nerven der Zuschauer werden. Ihre Fähigkeit, unter Sauerstoffverlust in die Unterwelt zu reisen, wird leider nur am Rande beleuchtet und auch nicht mit den nötigen Effekten aufgewertet.

Penelope Mitchell (Hemlock Grove) hat als besessenes Biest nur die Aufgabe sexy und gefährlich verführerisch zu sein, wobei man sich manchmal recht unangenehm fremdschämt. Da wird Joe auch mal auf dem Sofa die Hand in die Hose gesteckt, während die Mutter keine fünf Meter weiter einen Braten in den Ofen schiebt.

Between Worlds bedient sich an vielen Motiven aus dem Mystery-Genre von Akte X bis Twin Peaks. Mit bedrohlichen Klängen von Komponist Jason Solowsky werden die einzelnen Szenen düster unterlegt. Leider wirkt die Kamera sehr amateurhaft und es werden kaum anständige Filter verwendet. So sieht der Film häufig nach einer billigen Fanproduktion für YouTube aus.

Das Ende kommt dann recht abrupt und bleibt einem viele Erklärungen schuldig. Between Worlds von Maria Pulera bleibt seinem Titel treu und mischt gute und schlechte Ideen bunt durcheinander. Als Fazit bleibt ein recht skurriles Werk zurück, das man sich hoffentlich nur einmal ansieht und danach besser schnell wieder vergisst.

Bewertung

Bewertung_4

Trailer

Informationen
Between Worlds (2018)
90 min|Fantasy, Thriller|21 Dec 2018
5.1IMDB-Wertung: 5.1 / 10 von 3,420 Nutzern
Der vom Glück verlassene Trucker Joe leidet unter dem Verlust von Frau und Kind. Als er mitbekommt, wie eine Frau an einer Raststelle gewürgt wird, greift er ein und lernt so Julie kennen. Die ist zuerst alles andere als dankbar, denn sie wurde nicht angegriffen, sondern war mitten in einem Ritual...
19th Feb2019

Mile 22 (2018) | Filmkritik

von Lars B

Mile 22

Ein Spezialteam des CIA, verschwundenes radioaktives Material und ein Doppelagent auf der Flucht. Der Stoff, aus dem sonst Tom Clancy Romane sind, schickt nun Mark Wahlberg ins Rennen gegen die Zeit. Ist das die Geburtsstunde eines neuen Thriller-Franchise á la Jack Ryan oder Mission Impossible?

mile22_1 Das Team um James Silva (Mark Wahlberg) bezieht Stellung um ein Haus, welches von russischen Terroristen besetzt ist. Jetzt geht alles Schlag auf Schlag: Zwei Lockvögel, getarnt als verirrtes Ehepaar, klopfen an der Vordertür und ermöglichen so die Erstürmung des Terrornestes. Doch von nun an geht eigentlich alles schief. Die Wärmekamera übersieht einen Geheimraum und zahlreiche Einsatzkräfte verlieren bei diesem Einsatz ihr Leben. Trotzdem wird die Mission als Erfolg verbucht.

James Silva ist ein schwieriger Mann. Ein brillanter Stratege, aber völlig unfähig in sozialen Belangen. Wenn es stressig wird, schnipst er an seinem Gummiband, um sich wieder abzureagieren. Ein Tick, der dem bipolar gestörten Genie im Verlauf der Handlung häufiger helfen wird. Ganz besonders, wenn der Chef der Spezialeinheit Overwatch mitteilt, dass 4 Kilogramm eines radioaktiven Kampfstoffes einfach verschwunden sind.

Da trifft es sich gut, dass plötzlich ein Agent des Feindes um Asyl in den USA bittet. Li Noor (Iko Uwais) wedelt mit einer Festplatte in die Sicherheitskameras und lässt sich geduldig festnehmen. Wenn er in die USA geflogen wird, will er die Sicherheitscodes zur Festplatte verraten. Auf ihr sind alle Daten, die man zur Sicherung des gestohlenen Kampfstoffes benötigt, den die CIA gerade verzweifelt sucht. Doch der schweigsame Asiat wurde bereits von Leuten seiner Regierung auf die Todesliste gesetzt.

mile22_2 Schnell entpuppen sich allerlei Angestellte der US-Botschaft in Asien als blutrünstige Auftragskiller. Zum Glück ist Li Noor ein Kampfexperte, der auch mit gefesselten Händen absolut tödlich ist. James und sein übriges Team haben nun die unliebsame Aufgabe, den Deserteur außer Landes zu schaffen. Doch die Uhr tickt. In wenigen Stunden wird sich die Festplatte vollständig löschen und das Programm hierfür läuft bereits, seit der Doppelagent in Gefangenschaft ist.

Explosionen, Schießereien und unglaubliche Kampfszenen reihen sich in Mile 22 in einem Stakkato der Gewalt aneinander. Ruhe gibt es nur, wenn Kollegin Alice (Lauran Cohan) Einblicke in ihr zerrüttetes Eheleben gewährt oder Direktor Bishop (John Malkovich) Satellitenaufnahmen im Kontrollraum begutachtet. Ansonsten wird gerannt, geschossen und gestorben.

Für zusätzliche Feuerkraft sorgt die knallharte Sam (WWE Wrestlerin Ronda Rousey), die etwas für die Frauenquote im Film tut. Bis auf James und Alice ist das Overwatch-Team jedoch recht austauschbar und entbehrlich. Der eigentliche Star ist jedoch nicht Mark Wahlberg, sondern Martial Arts Superstar Iko Uwais (The Raid), der einmal mehr beweist, zu welchen wahnsinnigen Kampfeinlagen er fähig ist. So stiehlt er in fast jeder Szene allen anderen die Show und empfiehlt sich für weitere amerikanische Actionfilme.

Mile 22 Filmkritik Mile 22 ist ein spannender aber auch recht einfach gestrickter Actionthriller, der versucht, sich an Erfolgen wie Mission Impossible oder Die Bourne Identität zu orientieren. Doch ob daraus tatsächlich mehrere Nachfolger entspringen werden, bleibt vermutlich ein Wunschtraum der Schöpfer.

Regisseur Peter Berg (Boston) hat in seiner nunmehr vierten Zusammenarbeit mit Wahlberg zwar durch die gut inszenierte Action einige Höhepunkte geschaffen, aber für mehr als solide Durchschnittskost reicht es letztendlich, angesichts der Topstars, nicht. Die Umgebungen wirken zu monoton und erwecken den Eindruck, nur im Filmstudio aufgenommen worden zu sein. Vieles spielt sich in kleinen Räumen oder dunklen Gängen ab und nur selten verlagert sich die Handlung tatsächlich einmal nach draußen.

John Malkovich (R.E.D. – Älter, Härter, Besser) wird in seiner Rolle als Direktor von Overwatch geradezu lächerlich unterfordert. Hauptsächlich spricht er in ein Headset oder starrt auf einen Monitor. Dass man hierfür einen solch großen Darsteller verpflichten konnte, grenzt an ein kleines Wunder. Erinnerungen an Renegades – Mission of Honor (2017) werden wach, wo J.K. Simmons eine ganz ähnliche Rolle mit ähnlich minderer Qualität zu spielen hatte.

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Zudem wird die Handlung immer wieder unnötig durch Verhörszenen mit Teamleiter James Silva unterbrochen, in welchen Mark Wahlberg ständig das gerade von uns erlebte kommentiert.

Statt dann aufzuklären, wie sich der Abschlussbericht Silvas auf seine weitere Arbeit auswirkt, wird uns ein obligatorischer Plottwist und ein Cliffhanger am Ende überlassen, ohne eine wirkliche Aussicht auf eine Fortsetzung und Auflösung zu erhalten. Was hier als kreatives Ende wirken sollte, fühlt sich eher unheimlich unbefriedigend an.

Schauspielerisch bleibt auch Mark Wahlberg eher unter seinem Können. Sollte man tatsächlich vorgehabt haben einen neuen Titelhelden für ein Filmfranchise zu schaffen, braucht es mehr als schnipsende Gummibänder und flotte Sprüche. Sein Titelheld ist gleichzusetzen mit dem namenlosen Protagonisten eines Egoshooters auf dem Computer, der nur dazu dient, uns durch die Level zu bugsieren.

Mehr Tiefgang, ein Privatleben und etwas mehr Emotionen hätten Marky Mark durchaus gut zu Gesicht gestanden. Und für eine mögliche Fortsetzung hätte der Film mehr als nur seine Produktionskosten von 60 Millionen Dollar einspielen müssen.

Bewertung

Bewertung_6

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Informationen
Mile 22 (2018)
94 min|Action, Adventure, Thriller|17 Aug 2018
6.1IMDB-Wertung: 6.1 / 10 von 42,714 Nutzern
Elite-Agent James Silva wird in die Botschaft eines südostasiatischen Landes einberufen, um eine gefährlich hohe Menge an verschwundenem radioaktiven Material wiederzubeschaffen, das mehrere Großstädte weltweit auslöschen könnte.
22nd Jan2019

Mary und die Blume der Hexen (2017) | Filmkritik

von Lars B

Mary und die Blume der Hexen

In den heutigen Zeiten, wo alles nur noch aus dem Computer kommt, sind handgezeichnete Filme eine Seltenheit. In Japan sind sie dagegen noch immer sehr beliebt. Jahrelang galten die Film des Ghibli Studios als das Pendant zu Walt Disney im Land des Lächelns.

maryunddieblumederhexen_1 Mit den Ponoc Studios, welches vom ehemaligen Ghibli Produzenten Yoshiaki Nishimura gegründet wurde, geht nun ein neuer Konkurrent an den Start. Kann ihr Erstlingswerk Mary und die Blume der Hexen die alten Ghiblifans überzeugen?

Mary ist ein kleines, fröhliches Mädchen mit wilden, roten Haaren. Sie verbringt die Schulferien bei ihrer Großtante und versucht zu helfen, wo sie nur kann. Leider ist sie ein echter Tollpatsch und niemand scheint ihre Unterstützung gut zu heißen.

Das Dienstmädchen bangt um das Geschirr und der Gärtner fürchtet um das Wohl seiner geliebten Blumen, wenn das Mädchen mit anpackt. Frustriert geht Mary in den Wald und folgt der Nachbarkatze. Als sie auf eine seltene, blaue Blume stößt, überschlagen sich plötzlich die Ereignisse.

maryunddieblumederhexen_2 Ein fliegender Besen taucht auf und führt Mary über die Wolken zu einer Hexenuniversität. Dort hält man sie gleich für eine neue Schülerin. Durch den Saft der blauen Blume hat das rothaarige Mädchen tatsächlich Zauberkräfte und kann die strenge Direktorin überzeugen, eine echte Hexe zu sein.

Doch je länger sich die Kleine auf dem Campusgelände aufhält, desto mehr beschleicht sie das Gefühl, dass etwas nicht stimmt. So kommt sie bald hinter den teuflischen Plan der Direktorin und ihres Handlangers. Auch das Geheimnis der blauen Hexenblume zieht Mary mehr und mehr in seinen Bann. Kann sich das Mädchen gegen solche Mächte behaupten oder ist ihr Schicksal bereits besiegelt? Und was passiert, wenn die Direktorin erfährt, dass ihre neue Schülerin gar keine richtige Hexe ist?

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Liebevolle Zeichnungen und viele Details zeichnen das Erstlingswerk der Ponoc Studios aus. Wie schon in früheren Werken der Ghibli-Studios, wird der Zuschauer regelrecht in die lebhafte Fantasie seiner Schöpfer gezogen.

Mary, ein selbstbewusstes Mädchen, dass noch ihren Platz im Leben finden muss, wächst über sich hinaus und beweist, dass in jedem Menschen etwas Besonderes stecken kann. Mit viel Liebe zum Detail, tollen Hintergründen und einem fantastischen Soundtrack überzeugt das Hexen-Abenteuer auf ganzer Linie.

Wer sich bereits für die Vorzeigewerke Chihiros Reise ins Zauberland (2001) oder Das wandelnde Schloss (2004) begeistern konnte, wird sich auch in diesem Film gut aufgehoben fühlen.

Basierend auf dem Kinderbuch Der verhexte Besen von Mary Steward, inszenierte Hiromasa Yonebayashi (Prinzessin Mononoke) ein kleines Meisterwerk für groß und klein, dass sich hinter alten Erfolgen des Animationskünstlers nicht verstecken braucht. Für alle, die sich manchmal fehl am Platz fühlen, und nicht recht wissen, wo sie hingehören, ist die kleine Mary die ideale Identifikationsfigur.

Gewaltfrei, fantasievoll und mit Liebe gestaltet, stemmt sich der Film gegen die Computerhelden von Pixar und Disney und zeigt, dass auch heutzutage ein handgezeichneter Film funktionieren und begeistern kann.

Bewertung

Bewertung_8

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Informationen
Mary und die Blume der Hexen (2017)
103 min|Animation, Adventure, Family, Fantasy|08 Jul 2017
6.8IMDB-Wertung: 6.8 / 10 von 7,628 Nutzern
Die junge Mary entdeckt in einem Waldstück einen magischen Besen, der sie zum Endor College fliegt, wo sie für ihre neu gefundenen Fähigkeiten selbst von den magiebegabten Schulleitern gefeiert wird. Doch Marys Kräfte sind nicht von Dauer, und die Schulleiter zwingen sie, das Geheimnis dahinter preiszugeben...
04th Dez2018

Wahrheit oder Pflicht (2018) | Filmkritik

von Lars B

Wahrheit oder Pflicht

Es ist ein Spiel, dass man gerne auf Teenieparties oder Kindergeburtstagen spielt. In unseren Breitengraden auch als Flaschendrehen bekannt, wird man vor die Wahl gestellt, entweder eine Frage wahrheitsgemäß zu beantworten oder eine Mutprobe zu bestehen. Doch was wäre, wenn dämonische Kräfte einen zwingen verheerende Wahrheiten zu verkünden oder sein Leben aufs Spiel zu setzten? In Wahrheit oder Pflicht (Originaltitel: Truth or Dare) werden junge Collegestudenten gezwungen, sich den Regeln dieses teuflischen Spiels zu stellen.

wahrheitoderpflicht_1 Alles fängt mit einer Springbreak-Party in Mexiko an. Olivia (Lucy Hale) wird an der Bar von einem jungen Mann angesprochen, der ihr ungebetene Verehrer vom Hals hält. Als sich die Party dem Ende neigt, überredet der Fremde die Gruppe um Olivia dazu, in einer verlassenen Kirche noch ein wenig weiter zu feiern.

Er schlägt sogar vor, das berühmte Wahrheit oder Pflicht zu spielen. Anfangs haben alle noch ihren Spaß, doch schnell kommt heraus, dass Carter, wie der Fremde heißt, nur ein Ziel verfolgt. Er wollte die Jugendlichen in diese Kirche locken und ihnen einen Fluch auferlegen, welcher sie mit einer unheimlichen Macht dieses Spiel spielen lässt. Nur so kann er selbst aus Wahrheit oder Pflicht aussteigen, das seinen eigenen Freunden bereits das Leben kostete.

Denn die Pflichtaufgaben, die hier abverlangt werden, drehen sich um mörderische und selbstmörderische Themen. Betrunken auf dem Häuserdach balancieren, einem Polizisten die Pistole stehlen: dies sind da noch die eher harmloseren Wünsche der Unbekannten Macht. Vor ihrer Aufgabe sehen die Studenten sehen kurz den Schriftzug Wahrheit oder Pflicht auf ihrem Handy, einer Hauswand oder anderswo.

wahrheitoderpflicht_2 Manchmal werden sie auch von den Menschen in ihrem Umfeld aufgefordert der Reihe nach zu spielen. Dabei haben die Personen plötzlich entstellte Fratzengesichter und geben keine Ruhe, bis man nachgibt.

Für Olivia startet ein Wettlauf gegen die Zeit, denn nach und nach sterben ihre Freunde bei den gefährlichen Aufgaben. Sie wird gezwungen ihre intimsten Geheimnisse zu verraten und muss sogar gestehen, von der Affäre ihres guten Freundes gewusst zu haben. Eine Tatsache, die sie schnell in Ungnade ihrer Freundin Violett (Markie Cameron) fallen lässt. Doch das Spiel endet erst, wenn alle tot sind oder sich neue Opfer gesucht werden. So versucht Olivia den Fluch zu besiegen und zu verhindern, dass ihr Freundeskreis immer weiter dezimiert wird.

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Es ist schon unglaublich, wie naiv die Protagonisten einem Fremden in die Falle gehen. Mit den typischen Klischees der vergangenen Teenie-Horror-Streifen bedient sich Wahrheit oder Pflicht an den üblichen schablonenhaften Jugendlichen, die sich zur falschen Zeit am falschen Ort aufgehalten haben.

Stellenweise mag zwar Spannung aufkommen, doch bleiben die Effekte eher im unteren Durchschnitt. Wenn Olivia die Schüler in einer Bibliothek nur noch als Fratzen sieht, wirkt das mehr nach einem billigen Snapchat-Filter, was die Protagonisten anschließend in einem Dialog sogar bestätigen. Ein gruseliges Zehn-kleine-Schülerlein á la Final Destination wird es aber leider nicht. Dazu fehlt es an echten Grusel-und Schockmomenten. Bis auf ein paar kleinere Erschrecker bleibt das große Fürchten aus.

Die schauspielerische Leistung der unbekannteren Darsteller ist solide und genau so, wie man es vom Genre erwartet. Hinter der Konkurrenz bleibt das Filmwerk aber stark zurück und ist eben einfach nur Mittelmaß. An Scream, Final Destination oder Nightmare on Elmstreet kommt man nicht annähernd heran. Zudem kam das Filmende auch noch sehr überraschend und löste den Konflikt eher enttäuschend auf.

Bewertung

Bewertung_5

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Wahrheit oder Pflicht (2018)
100 min|Horror, Thriller|13 Apr 2018
5.1IMDB-Wertung: 5.1 / 10 von 30,979 Nutzern
Anfangs glauben Olivia (Lucy Hale), Lucas (Tyler Posey), Markie (Violett Beane) und ihre College-Freunde noch, mit Truth or Dare, also Wahrheit oder Pflicht, lediglich einem lustigen Abend unter Freunden zu veranstalten. Doch als der nicht zur Clique gehörende Carter (Landon Liboiron) ihnen offenbart, dass er sie zum Spielen verführt hat, müssen sie erkennen, dass alles bitterer Ernst ist: Denn wer nicht die Wahrheit sagt oder nicht die verlangten Mutproben absolviert, stirbt...
02nd Dez2018

Mandy (2018) | Filmkritik

von Lars B

Mandy

Manchmal kann ein Filmtitel trügerisch sein. So schlicht der Name auch sei, so komplex und umfangreich ist das Filmwerk Mandy mit Hauptdarsteller Nicolas Cage (Con Air). In einer Geschichte um Rache und Gewalt wird ein Mann bis an die Grenzen seines Verstandes gebracht, wenn er sich gegen eine teuflische Sekte stellt, die seine Frau auf dem Gewissen hat.

mandy_1 Dabei fängt alles so idyllisch an. Red (Nicolas Cage) ist Holzfäller und freut sich nach einer harten Schicht auf sein Zuhause. Dort wartet Mandy (Andrea Riseborough) bereits sehnsüchtig auf ihren Liebsten. Die Frau mit den großen Kulleraugen und dem traurigen Blick ist eher in sich gekehrt und scheint in ihrer eigenen Welt zu leben. Nur in Reds Armen fühlt sie sich geborgen.

Eines Tages taucht eine seltsame Bande des Sektenführers Jeremiah Sand (Linus Roache) in der Stadt auf und sofort gerät die geheimnisvolle Mandy in seinen Fokus. Davon besessen sie zu seiner Braut zu machen, findet er schnell heraus wo das Pärchen wohnt. Mit der Hilfe von dämonischen Bikern, die große Ähnlichkeit mit den Zenobiten aus Hellraiser haben, überfällt der selbsternannte Messias das unschuldige Liebespaar.

mandy_2 Mandy wird unter Drogen gesetzt und soll sich dem Anführer körperlich hingeben. Als sie den nackten Jeremiah nur auslacht, lässt er sie beleidigt bei lebendigem Leib verbrennen. Red muss die schaurige Tortur gefesselt mit ansehen. Als von Mandy nur noch Asche übrig ist, zieht die seltsame Sekte wieder ab.

Fortan hat Red nur noch einen Gedanken: Rache. Schlussendlich kann er sich von seinen Fesseln befreien und nimmt die Verfolgung auf und gibt erst Ruhe, wenn Jeremiah und die teuflischen Biker das Zeitliche gesegnet haben!

Was folgt ist eine Jagd aus mystischer Musik, psychedelischen Bildern und einer Stimmung, die stetes Unbehagen erzeugt. Während die Farben und die Klänge an Stranger Things erinnern, kann sich Hauptdarsteller Nicholas Cage regelrecht austoben. Für sein Overacting bekannt, entgleisen ihm gewohnter Maßen immer mal wieder alle Gesichtszüge und der Wahnsinn leuchtet in seinen Augen. Für die Rolle des durchgedrehten Rächers ist er jedoch die ideale Besetzung.

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Regisseur Panos Cosmatos (Beyond the Black Rainbow) schafft eine Atmosphäre, in der sich der Zuschauer stets in einer scheinbaren Alptraumwelt befindet. In kleinen Zeichentricksequenzen taucht Mandy nach ihrem Tod immer wieder auf, nur um dann wieder zu einem Skelett zu zerfallen. Wenn Red sich eine gewaltige Axt schmiedet oder er sich einen Kettensägenkampf mit einem Gegner liefert, glaubt man gar, ein Heavy Metal Musikvideo zu sehen.

Mandy erzählt zwar eine recht simple Geschichte aber gerade in der Umsetzung beweist Cosmatos, dass es nur wichtig ist, wie man eine Geschichte in starke Bilder taucht. Wer Lust auf ein wahres Experiment und einen abgefahrenen Trip hat, sollte Mandy auf jeden Fall sehen.

Zwar setzt der Film nicht auf richtigen Horror, für zartbesaitete dürfte dieser beeindruckende Rachefeldzug dennoch nicht geeignet sein. Alle anderen dürfen sich auf ein sehr kreatives und abgefahrenes Stück Film freuen, in dem Nicholas Cage die beste Wahl für eine Hauptrolle gewesen ist. Auf dem Sundace Film Festival konnte der Film seine Kritiker zumindest überzeugen.

Bewertung

Bewertung_8

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Informationen
Mandy (2018)
121 min|Action, Fantasy, Horror, Mystery, Thriller|14 Sep 2018
6.6IMDB-Wertung: 6.6 / 10 von 37,763 Nutzern
Red Miller ist ein gebrochener, rastloser und verzweifelter Mann. Eine Sekte hat Mandy Bloom auf dem Gewissen, also die Frau, die er über alles auf der Welt geliebt hat. Um ihren Tod zu rächen, macht Red sich 1983 im Pacific Northwest auf die Suche nach dem Kult-Anführer Jeremiah Sand, um ihn für dessen sadistische Tat büßen zu lassen.
27th Nov2018

What the Waters Left Behind (2017) | Filmkritik

von Lars B

What the Waters Left Behind

Einst war Epecuén ein Urlaubsparadies in Argentinien. Viele Familien genossen hier ihre schönsten Tage im Jahr. Man sonnte sich am Strand oder tauchte in die salzigen Wellen des Meeres. Bis im November 1985 das Wasser kam. Nach nicht enden wollenden Regenfällen wurde die Region überschwemmt. 25 Jahre lang hatte das Meer die beliebt Küstenregion an sich gerissen und die Stadt tief unter sich begraben. Als das Wasser nach Jahrzehnten endlich versiegte, gab es nur noch Ruinen.

whatthewatersleftbehind_1 Eine Gruppe junger Dokumentarfilmer macht sich in diesem Horrorstreifen der Regisseure Luciano und Nicolás Onetti auf den Weg zu dieser Geisterstadt, um zu sehen was die Fluten vom einstigen Paradies zurückließen.

So tuckern eine Handvoll Jungfilmer mit dem VW Bus Gras rauchend in Richtung Küste und passieren auf dem letzten Stopp eine Tankstelle der besonderen Art. Die Angestellten, allesamt Hinterwälder mit Horrorlook, sind den Fremden nicht gerade freundlich gesinnt.

Die alte Dame erzwingt den Kauf von gefüllten Teigtaschen, in denen schon die Fliegen nisten, und die sanitäre Anlage sieht aus als bekomme man von der Klobrille eine Infektion. Schnell fahren die Filmer weiter und versuchen das mulmige Gefühl hinter sich zu lassen, bis der Tank, Dank durchtrennter Benzinleitung, vorzeitig trocken läuft. Das gestrandete Filmteam muss nun sehen, wie sie von der Geisterstadt wieder wegkommen.

whatthewatersleftbehind_2 Was sie dabei nicht ahnen: sie sind nicht allein. Wer auch immer das Auto sabotierte ist nun hinter den jungen Leuten her. Mit gruseligen Tiermasken, nagelbesetzten Keulen und Äxten wird Jagd auf Menschen gemacht. So landen diejenigen, die nicht sofort getötet werden, in Käfigen eines finsteren Schlachthauses. Ihr Schicksal: zu jenen Teigtaschen verarbeitet zu werden, die ihnen zuvor als Wegzehrung angeboten wurden.

Schnell kommen Erinnerungen an Texas Chainsaw Massaker, Wrong Turn oder The Hills have Eyes hoch. Degenerierte Irre tyrannisieren Reisende und trachten ihnen nach Leib und Leben. Die entstellten Monster agieren dabei irre lachend und Dreck verkrustet. Wenn der Schlächter seine Säge ansetzt und ein Frauenbein durch den Fleischwolf dreht, dann geht der Puls bis an die Decke.

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What the Waters Left Behind
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Mit schönen Farbfiltern und dynamischer Kamera wird jeder Schrecken zum Hochglanz perfektioniert. Die Motive der argentinischen Manson-Familie bleiben dabei etwas auf der Strecke. Warum sollten Flutopfer zu Kannibalen werden? Wie sichern sie sich ihr Überleben, wenn nur alle paar Jahre ein Fremder in diese Region kommt? Wie konnten diese Stadteinwohner nur derart degenerieren? Sind sie das Produkt von unkontrollierter Inzucht oder haben die Fluten auch radioaktive Strahlung mit sich gebracht?

Wer bei klassischen Slasher-Filmen und Torture Porn á la Saw oder Hostel Gefallen am Quälen und Portionieren von Menschen in mundgerechte Happen Freude empfindet und dem es dabei nicht brutal genug sein kann, der wird in diesem Horrorstreifen seine wahre Freude finden. Spannend wird es ab dem Schlachthaus allemal und Blut fließt hierbei in zahlreichen Litern.

Lediglich der Realismus beim Absägen eines Beines ist etwas zu kurz gekommen. Derartige Amputationen würden das Opfer schnell verbluten lassen. Stattdessen wird die arme Frau noch an den Tisch gesetzt, wo sie unter vollem Bewusstsein mit dreckigem Wasser und Häppchen aus dem eigenen Schenkel gefüttert wird. Zartbesaitete Seelen sollten hier besser zu weniger dramatischen Filmen greifen. Genrekenner werden allerdings mit gewohnten Motiven unterhalten.

Leider blieb die Innovation angesichts der vielen Klischees anderer Horrorklassiker deutlich auf der Strecke. Alles war schon einmal da. Es gibt es Höhen und Tiefen, die den Streifen zu solidem Mittelmaß verhelfen. Die Darstellung, Bildqualität und musikalische Untermalung mit spanischer Popmusik werten das Gesamtwerk allerdings ein wenig auf. Ebenso das Setting der untergegangen Stadt, welche vom Salzmeer über Jahrzehnte verzehrt wurde und an zerbombte deutsche Städte nach dem Zweiten Weltkrieg erinnert. Guten Appetit!

Bewertung

Bewertung_6

Trailer

Informationen
What the Waters Left Behind (2017)
98 min|Horror|08 Mar 2018
5.3IMDB-Wertung: 5.3 / 10 von 1,968 Nutzern
Die argentinische Gemeinde Epecuén ist eine Geisterstadt. Einstmals zählte der Ort zu den beliebtesten Ferienzielen des Landes. Tausende Touristen kamen Jahr für Jahr, um in den heißen Thermalquellen zu baden. Doch im November 1985 wurde Epecuén von einer zehn Meter hohen Springflut überschwemmt...
22nd Nov2018

It Follows (2014) | Filmkritik

von Lars B

It Follows

Was, wenn dich ein namenloser Schrecken in langsamen Schritten verfolgt und du nichts dagegen machen kannst? In It Follows wird eine Schülerin von einem Wesen heimgesucht, das die Gestalt von beliebigen Personen annehmen kann.

itfollows_1 Jamie (Maika Monroe) ist ein typisches amerikanisches Schulmädchen, hat viele Freunde und genießt ihre unbeschwerte Zeit. Alles ändert sich, als ihr Freund sie nach einem Date betäubt und an einen Stuhl fesselt. Er sagt ihr, dass sie nun verflucht ist und ein Schrecken ihr bis zu ihrem Tod auf Schritt und Tritt folgen wird.

Sie kann diesen Verfolger nur abschütteln, indem sie mit anderen Personen schläft. Dann geht der Fluch auf die anderen über bis diese den Tod finden. Schon taucht eine nackte Gestalt auf, die zielstrebig auf Jamie zusteuert. Langsam aber unaufhaltsam.

Als Jamie wieder zu Hause ist, ist sie starr vor Schreck. Nur sie kann den Verfolger sehen, der in Gestalt einer alten Dame über das Schulgelände läuft. Stets mit Kurs auf sie! Sie kann rennen, sich verstecken oder in ihrem Zimmer einschließen doch sie wird den Verfolger nicht stoppen können.

itfollows_2 Ihre Freunde versuchen ihr zu helfen und glauben die Geschichte erst, als ihre Freundin von unsichtbaren Kräften gepackt wird. In einem Katz-und-Maus-Spiel versucht Jamie den Jungen zu finden, der Schuld an diesem Fluch ist und versucht so lange wie möglich zu überleben.

Ein Schrecken, der durch Sex auf andere übertragen werden kann, klingt nach einer Metapher für AIDS oder Hepatitis und wirkt sehr stark nach einer moralischen Verteuflung der Sexualität zwischen Jugendlichen. Besser hätten es sich besorgte Eltern gar nicht wünschen können, als mit einem solchen Schrecken ihre Kinder zur Enthaltsamkeit zu erziehen.

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Das unschuldige Mädchen, dass nicht nur ihre Jungfräulichkeit verliert, sondern auch noch mit einem Todesurteil belegt wird. Im Verlaufe der Handlung lässt sich Jamie auch noch auf Sex mit fremden Männern ein, nur um etwas Lebenszeit zu gewinnen. Spätestens hier wirkt das ganze Konstrukt etwas seltsam und moralisch höchst fraglich.

Jedoch machen die Musik und die Kamera alles, um ein beklemmendes Gefühl der Paranoia zu entwickeln. In langen Kamerafahrten und 180-Grad-Schwenks versucht man stets den seltsamen Verfolger auszumachen, der aus der harmlos wirkenden Nachbarschaft hervorsticht. Und da sich der größte Schrecken hier auch am helllichten Tag abspielt, hat man zu keinem Zeitpunkt in diesem Film seine Ruhe.

Immer wieder sieht der Zuschauer im Hintergrund etwas herannahen und hofft, dass sich Jamie doch endlich einmal umdreht. Die musikalische Untermalung dröhnt bedrohlich wie ein Stück Kreide über eine Tafel und setzt die Nerven frei. Hier wird mit allen Sinnen versucht das Fürchten zu lehren.

Trotz der teils unerträglichen Spannung bleiben die Hintergründe der Handlung im Dunkeln. Woher kommt der Fluch? Warum kann man sich durch Sex schützen? Das alles wird in den 100 Minuten Laufzeit nicht geklärt. Dafür bekommt man einen richtig gruseligen Teenie-Schocker geboten, der einen nie zur Ruhe kommen lässt. Gute Unterhaltung also, mit einer Garantie für Fingernagelkauen. Nur hätte es an manchen Stellen ruhig etwas brutaler zugehen können, denn eigentlich sterben hier nur zwei Personen. Für einen Horrorfilm dieser Art eine etwas zu geringe Opferrate.

Bewertung

Bewertung_7

Trailer

Informationen
It Follows (2014)
100 min|Horror, Mystery|27 Mar 2015
6.8IMDB-Wertung: 6.8 / 10 von 178,000 Nutzern
Die 19-Jährige Jay hat Sex mit Hugh, ihrem Date. Doch hätte sie vorher gewusst, was der Beischlaf für Folgen haben wird, wäre sie nicht zu dem jungen Mann auf den Rücksitz geklettert. Als sie, noch benommen vom Chloroform und an einen Stuhl gefesselt, wieder aufwacht, erklärt ihr Hugh reumütig, dass er einen verstörenden Hintergedanken hatte: Er sei von einem Geist verfolgt worden, den er loswerden und zu diesem Zweck transferieren wollte – ein Ziel, dass er mit dem Sex erreicht habe...
29th Okt2018

Summer of 84 (2018) | Filmkritik

von Lars B

Summer of 84

Schaue dir deine Nachbarn genauer an, denn jeder könnte ein Mörder sein. Mit dieser Einstellung radelt Zeitungsjunge Davey Armstrong (Graham Verchere) durch sein verschlafenes Nest Ipswich. Der 15- Jährige Hobbydetektiv spielt mit seinen Freunden Fange und glaubt im Haus des benachbarten Polizisten Mackey (Rich Sommer) einen Jungen zu sehen, der als vermisst gilt.

summerof84_1 Da Davey ohnehin an Verschwörungen glaubt, hegt er den Verdacht, dass Mister Mackey der gesuchte Serienkiller sein muss, den die Medien als Cape May Slayer bezeichnen.

Fortan widmet er seine kostbaren Sommerferien der Aufklärung der zahlreichen Entführungsfälle der Gegend. Dass der harmlos wirkende Nachbar tonnenweise Blumenerde und Schaufeln kauft, entlastet den Verdächtigen nicht unbedingt.

Davey hat außerdem noch eine tatkräftige Clique hinter sich, die mit Walkie Talkies bewaffnet, nicht davor zurückschreckt, den Müll des armen Nachbarn zu durchsuchen und ihn zu beschatten.

Verbirgt sich hinter der freundlichen Fassade eines trotteligen Nachbarn doch ein Monster?

summerof84_2 Klar, dass der junge Hobbydetektiv Ärger mit den Eltern bekommt und schnell die Aufmerksamkeit des vermeintlichen Killers auf sich zieht. Doch wie weit würde ein Jugendlicher gehen, um einem gefährlichen Mörder auf die Schliche zu kommen?

Man nehme die Nostalgie der 80er Jahre, eine Gruppe von pubertären Außenseitern und einen zwielichtigen Erwachsenen und bekommt eine Mischung aus Stranger Things, Stand by Me – Das Geheimnis eines Sommers (1986) und Das Fenster zum Hof (1954).

Garniert wird das ganze mit Dialogen über das erste Mal und dem typischen Elektrosound der guten, alten Zeit.

Wenn das Nachbarmädchen zum Zentrum feuchter Träume wird, kommt eine kleine Prise Coming of Age hinzu. Dass diese Mischung gerade den heutigen Zeitgeist wieder trifft, zeigt unter anderem auch die Neuverfilmung von Stephen Kings ES, wo die Teenies fast aus den gleichen Stereotypen zusammengewürfelt wurden.

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Summer of 84
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Die Parallelen zu bereits vorhandenen Filmen und Serien lassen sich in Summer of 84 definitiv nicht leugnen.

Die Geschichte plätschert anfangs etwas seicht daher, nimmt aber zum Finale einiges an Fahrt auf. Bis auf einige kleine Schockeinlagen, bleibt es aber auf lange Strecken etwas zu ruhig. Der verdächtigte Mister Mackey ist in den meisten Fällen einfach zu passiv und hätte ruhig aktiver gegen den Ermittlerclub vorgehen können. Stattdessen sieht man ihn hauptsächlich bei der Gartenarbeit oder bei alltäglichen Erledigungen.

Zum Ende hin wirkt die Handlung etwas zu gehetzt und vorhersehbar. Statt sich auch um die Motive und das Warum der Morde zu kümmern, wird gerade dieser Aspekt vollkommen außer Acht gelassen. Ein Katz und Maus Spiel hätte dramaturgisch einen deutlichen Mehrwert geboten.

Summer of 84 ist ein kurzweiliger und seichter Thriller dem es leider an den entscheidenden Stellen an Schockmomenten und Überraschungen fehlt. Wer auf Teenagerhorror steht und mit der Nostalgie vergangener Jahrzehnte etwas anfangen kann, wird besonders für Halloween einen netten Filmabend vor sich haben.

Bewertung

Bewertung_7

Trailer

Informationen
Summer of 84 (2018)
105 min|Drama, Horror, Mystery, Thriller|10 Aug 2018
6.7IMDB-Wertung: 6.7 / 10 von 19,002 Nutzern
Eine Gruppe Jugendlicher verdächtigt ihren Nachbarn, einen Polizisten, einen Serienmörder zu sein. Daraufhin verbringen sie den Sommer damit, ihn auszuspionieren und den Dingen auf den Grund zu gehen. Doch irgendwann wird es gefährlich...
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