18th Feb2013

Die Croods (2013) | Filmkritik

von

Die Croods

Hungrige Kreaturen mit scharfen Zähnen und tödliche Krankheiten haben dafür gesorgt, dass die meisten Höhlenmenschen vom Erdboden verschwunden sind. Die Familie Crood hat es aber, durch ihr Familienoberhaupt Grug, bislang geschafft diesem grausamen Schicksal zu entkommen. Dabei folgen sie einer einfachen aber wichtigen Regel: Alles ist gefährlich!

Die sichere Höhle wird nur alle paar Tage verlassen, um schnell etwas Nahrung zu sammeln. Bei Nacht darf niemand die Höhle verlassen. Hinter jeder Ecke lauert Gefahr. Ehefrau Ugga, Sohnemann Thunk, Oma Gran und Baby Sandy folgen Tag für Tag den Anweisungen ihres Anführers. Nur die aufmüpfige Tochter Eep hat die Nase gestrichen voll von den strengen Regeln ihres Vaters.

Eines Nachts sieht sie in den Schatten vor der Höhle ein merkwürdiges Licht tanzen. Still und heimlich schleicht sie sich hinaus in die Dunkelheit und sucht den Ursprung dieser merkwürdigen Erscheinung.

Am Ziel ihrer Suche angekommen, sieht sie die Flammen eines Feuers in der Nacht lodern. Gerade als sie das unbekannte Mysterium berühren will, hält sie jemand im letzten Moment zurück – Guy betritt die Welt der Croods.

Dieser erzählt Eep, dass das Ende der Erde nah ist und schon bald Erdbeben und Lava das Land beherrschen werden. Aus diesem Grund befindet er sich auf der Suche nach einem sicheren Ort. Als das konservative Familienoberhaupt Grug von dieser Erzählung erfährt, ist er der festen Überzeugung, dass die Familienhöhle der beste Schutz vor der drohenden Gefahr ist.

Als jedoch die Erde in Bewegung gerät und die Behausung der Croods zerstört wird, bleibt der Familie keine andere Wahl, als die Reise in eine neue, unbekannte Welt zu wagen. Guy nimmt dabei mit seiner Erfahrung und seinem Erfindungsreichtum schnell das Zepter in die Hand und immer mehr Familienmitglieder der Croods folgen seinen Anweisungen. Eine schmerzliche Lektion für Papa Grug, der sich diesem Wandel anpassen muss.

Gemeinsam zieht die Gruppe durch eine Welt voller bunter Wesen und gefährlicher Abenteuern. Immer auf der Flucht vor dem Wandel von Mutter Natur. Ein Wettlauf gegen die Zeit in eine ungewisse Zukunft.

Ein abenteuerlustiger Rotschopf mit jeder Menge Neugier und Tapferkeit im Herzen erobert die Kinoleinwand. Nein, wir reden hier nicht von dem Film Merida – Legende der Highlands der Pixar Animation Studios, sondern von Steinzeitdame Eep aus dem Hause DreamWorks Animations.

Schon länger dominiert das Animationsstudio Pixar nicht mehr einsam den Thron der animierten Spielfilme. DreamWorks Animation hat mit Reihen wie Shrek, Madagaskar, Kung Fu Panda oder Drachenzähmen leicht gemacht bewiesen, dass sie mittlerweile problemlos auf dem Niveau mithalten können.

Ganz nach einem von Disney schon seit etlichen Jahren praktizierten Vorbild und einem, welches auch Pixar kürzlich mit Merida vorfolgte, steht dieses Mal eine unerschrockene weibliche Protagonistin im Mittelpunkt des Geschehens.

Die wilde Eep ist aber keineswegs alleine auf ihrer Reise, sondern wird von ihrer gesamten Familien und dem cleveren Steinzeitmenschen Guy unterstützt. Gemeinsam stellt sich die Gruppe den Mächten der Natur entgegen und lernt die Bedeutung einer Familie zu schätzen. Zusammenhalt und Liebe sind die Basis der Handlung. Aber auch die Angst vor dem Fremden und Neuen wird thematisiert.

DreamWorks Animation entführt den Zuschauer dabei in eine unglaublich facettenreiche Welt voller bunter Kreaturen und erschreckender Gefahren. Besonders die Vielfalt der verrückten Tiere kann bei dem Publikum durchgehend für Unterhaltung sorgen. So bekommen es die Croods nicht nur mit fliegenden Piranhavögeln und bissigen Säbelzahnkatzen zu tun, auch vierbeinige Landwale und menschenfressende Riesenblumen bedrohen ihren Alltag.

Ein großer Teil des Humors entsteht zudem durch den Kulturschock der Croods, welchen sie durch das Auftauchen des fortschrittlichen Charakters Guy erleben. Während sie schon das Feuer vollkommen aus den nicht vorhandenen Socken haut, sind alle Familienmitglieder interessiert an den neuen Erfindungen – nur Oberhaupt Grug will von diesen Sachen nichts wissen.

Er lebt ganz nach dem Motto: Alles Unbekannte und Neue ist gefährlich. Neugierde bringt den Tod. Auf der Wanderung muss er jedoch lernen, dass er von seinen alten Gewohnheiten Abstand nehmen muss, um seine Familie nicht zu verlieren.

Im englischen Originalton übernimmt Schauspieler Nicolas Cage die Stimme des bärenstarken Anführers. Die deutschen Kinogänger bekommen Uwe Ochsenknecht zuhören. Dieser hat natürlich versucht so nah wie möglich an die Originalstimme heranzukommen.

Eep wird von der jungen Schauspielerin Emma Stone synchronisiert, die der Figur eine aufgeweckte und wilde Stimme leiht. Janin Reinhardt übernimmt diesen Part in der deutschen Fassung.

Ansonsten bekommen wir es im Original noch mit Ryan Reynolds, Catherine Keener, Clark Duke und Cloris Leachman zu tun, die alle einen ausgezeichneten Job leisten. Vater Grug und Eep schlagen sich nämlich noch mit einer rüstigen Großmutter rum, einen wilden Baby, dem etwas trotteligen Sohn und Bruder Thunks und der ruhigen Mutter Ugga. Guy bringt mit seinem lebendigen Gürtel einen klasse Sidekick mit in die Geschichte, der immer wieder für die dramatische Musikuntermalung sorgt.

Neben den Parallelen zur Hauptfigur Merdia gibt es auch inhaltlich einige Übereinstimmungen zu einem anderen Animationsfilm, dem Werk Ice Age 4 – Voll verschoben. Auch in die Croods spielt Mutter Natur völlig verrückt und steckt momentan in der Planung der Anordnung der Kontinente. Familie Crood und Helfer Guy fliehen ebenfalls vor den Folgen dieser Entwicklung.

Die 3D-Technik zeigt eindrucksvoll, dass Animationsfilme sich ideal für diese Art des Filmeguckens eignen. Bereits der erste Feuerfunken, der dem Zuschauer ins Gesicht fliegt, verdeutlicht ruft im Saal ein lauten Stöhnen hervor. Danach bewegen wir uns in einer Welt, die dem Vorreiter der modernen 3D-Technik, Avatar, erschreckend ähnelt. Als dann auch noch die bekannten Pusteblumen durch die Luft fliegen, fühlen wir uns oftmals auf den Planeten Pandora versetzt. Zahlreiche Pop-Out Effekte sorgen besonders bei den rasanten Szenen für jede Menge Action, denn ständig fliegt dem Zuschauer etwas ins Gesicht.

Die Croods ist ein spaßiges Abenteuer, das sich vielleicht etwas stärker an anderen Projekten bedient hat, aber mit seiner gelungenen Familiengeschichte einen besonderen Touch bekommt. Ein aufgezwungener Neuanfang, der die Figuren dazu bringt ihre Ängste zu überwinden und sie lehrt, dass sie zum Überleben lediglich einander brauchen. Eine Botschaft die vor tausenden von Jahren ebenso aktuell war wie in der Moderne.

Trailer

Cast & Crew

Regie: Kirk DeMicco, Chris Sanders
Drehbuch: Chris Sanders, Kirk DeMicco
Musik: Alan Silvestri
Stimmen: Nicolas Cage, Ryan Reynolds, Emma Stone, Catherine Keener, Clark Duke, Cloris Leachman
Deutsche Stimmen: Janin Reinhardt, Kostja Ullmann, Uwe Ochsenknecht

Bewertung

Bewertung_8

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