26th Jan2016

The Transporter Refueled (2015) | Filmkritik

von

The Transporter Refueled

2002 machte die Rolle des wortkargen Fahrers einen ehemaligen Turmspringer namens Jason Statham berühmt und ebnete ihm endgültig den Weg ins Actionkino. Nach drei Auftritten als rasanter Chauffeur mit Handkante, legte der jetzige Expendable die Rolle letztendlich ab. Doch funktioniert The Transporter auch ohne sein ursprüngliches Gesicht? Regisseur Camille Delamarre tritt das Gaspedal erneut durch und versieht das bewährte Actionvehikel mit neuer Lizenz und einem frischen Look.

Darsteller Ed Skrein (Game of Thrones) ist dieses neue Gesicht, schlüpft in den maßgeschneiderten Anzug und klemmt sich adrett hinters Steuer seines hübschen Wagens. Wie schon im Vorgänger stellt Frank Martin bei seinen Aufträgen drei Regeln auf: keine Namen, Pünktlichkeit und niemals vom Auftrag abweichen. Einfache Regeln, die aber wie schon in den Vorgängern sehr bald gebrochen werden.

Als die junge und attraktive Anna (Loan Chabanol) einen Auftrag für den schnellsten Fahrer Frankreichs hat, ahnt dieser noch nicht, dass er es bald mit einem Russischen Mädchenhändler aufnehmen muss. Der gnadenlose Arkady Karasov (Radivoje Bukvic) hat die Unterwelt fest im Griff. Mit Waffengewalt verdrängte er die Konkurrenz und nun stehen nur noch seine Frauen auf den Straßen der Stadt. Sein Markenzeichen ist ein schwarzes Herz, das von einem Dolch durchbohrt ist – ein Anhänger, den alle seine Mädchen tragen müssen. Jahrelang hatten er und seine Kumpanen die Sache im Griff, bis ihm ein paar Frauen entwischen und nun versuchen den Spieß mit Hilfe des Transporters umzudrehen.

Auch Franks alter Herr (Rey Stevenson) wird in den Auftrag verwickelt und mehrmals unfreiwillig das Opfer einer Entführung. Dass sich Frank Senior allerdings außerordentlich gut schlägt für einen Mineralwasservertreter im Ruhestand, überrascht nicht nur seinen Sohn. Wie sich bald herausstellt, verkaufte der Familienvater nicht nur Evian, sondern war auch noch als Spion in der ganzen Welt tätig. Vom Fliegen eines Flugzeugs bis hin zum Operieren einer schweren Schussverletzung – Frank Senior kann scheinbar alles.

Und so muss sich Frank Martin mit hübschen Frauen, groben Schlägern und russischen Gangstern herumärgern und fährt dabei auch noch zahlreiche Autos kaputt. Eine Waffe braucht er für die bösen Jungs allerdings nicht. Lieber schlägt er mit Autotüren und Feuerlöschern seine Gegner k.o. oder verknotet deren Gliedmaßen mit einem Rettungsring. Das dauert zwar etwas länger, sieht dafür aber besser aus. Und Stil ist für den Transporter Ehrensache.

Mit viel Wortwitz, jeder Menge Coolness und einer gehörigen Portion Action wird die Erfolgsformel der Vorgängerfilme gekonnt wiederholt. Besonders unterhaltsam bleibt hier die Kampfszene mit den Schubladen in Erinnerung, die an Witz und Slapstick nicht zu überbieten ist. Leider bleibt die Logik des Öfteren auf der Strecke. Warum hilft Franks Vater so bereitwillig den hübschen Mädchen? Wenn er Agent war, warum lässt er sich immer so leicht kidnappen? Hat der russische Gangster Karasov wirklich nichts gegen einen Mann in der Hand, außer ein paar Schlägern?

Warum gibt es keinen gewieften Polizisten, der Frank auf der Spur ist? Interessiert sich die Justiz überhaupt dafür, dass ein Auto durch ein Flughafenterminal brettert?

Sieht man von diesen Fragen einmal ab, ist der neue Frank Martin überzeugend, unterhaltsam und cool. Im Gegensatz zu Jason Statham, der mit seinen groben Gesichtszügen nicht wirklich wie ein Gentleman wirkt, weiß Ed Skein mit Charisma und einer stoischen Ruhe zu überzeugen, die für diese Rolle genau so wichtig ist, wie das Benzin im Tank seines Autos. Auch die heitere Vater-Sohn-Beziehung frischt das Geschehen angenehm auf und zu fast jeder Sekunde setzten fette Beats ein und untermalen das Geschehen stimmungsvoll.

Wer also mit den anderen Transporter Teilen schon Spaß hatte, wird sich auch hier sehr gut amüsieren. Bleibt abzuwarten, ob dies der Startschuss einer neuen Reihe von Transporter-Filmen wird. Die wunderschöne Kulisse der französischen Riviera mit seinen engen Gassen und dem Blick aufs Meer, macht diesen Actionstreifen zu einem kurzweiligen und glatt polierten Actioner, den man mit genügend Popcorn gut erträgt.

Der ganz große Überraschungshit wie John Wick ist es zwar nicht geworden, aber auch der erste Transporter Film war nicht so perfekt, wie wir ihn in Erinnerung haben.

Cast & Crew

Regie: Camille Delamarre
Drehbuch: Adam Cooper, Bill Collage, Luc Besson
Musik: Alexandre Azaria
Darsteller: Ed Skrein, Ray Stevenson, Loan Chabanol, Gabriella Wright, Tatjana Pajković, Wenxia Yu, Radivoje Bukvić, Noémie Lenoir, Lenn Kudrjawizki

Bewertung

Bewertung_7

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