07th Dez2013

Der unglaubliche Burt Wonderstone (2013) | Filmkritik

von

Der unglaubliche Burt Wonderstone

Magier werden von allen geliebt! Dieses Credo verfolgte der Showmagier Burt Wonderstone (Steve Carell) schon von Kindheit an. Und er hatte es als Knirps nicht gerade einfach: von Rüpeln geärgert und gehänselt, ohne Freunde und an seinen Geburtstagen ganz alleine. Doch sein Leben sollte sich schlagartig ändern, als er von seiner Mutter einen Zauberkasten geschenkt bekommt.

Im beiliegenden Video wird ihm sogar von der Magierlegende Rance Holloway (Alan Arkin) persönlich erklärt, dass nun Großes auf ihn wartet – die wunderbare Welt der Magie! Kurzerhand schließt sich ihm auch der Mitschüler Anton (Steve Buscemi) an, um ihm künftig bei seinen Zaubertricks zu helfen.

So gehen die Jahre ins Land und aus dem kleinen Jungen ist eine echte Attraktion in Las Vegas geworden – Der Unglaubliche Burt Wonderstone!

In glitzernden Outfits und mit einer tollen Bühnenshow verzaubern Burt und sein Partner Anton das begeisterte Publikum. Doch es ist nicht alles Gold was glänzt. Hinter der Fassade verbirgt sich ein verbitterter, arroganter und unsympathischer Möchtegern, der seine Mitarbeiter schlecht behandelt und sich für unwiderstehlich hält.

Die Showroutine wird mehr und mehr zur langweiligen Zaubernummer und so wandert das Publikum schließlich ab. Kein Wunder, denn ein neuer Zauberer ist in der Stadt: Steve Gray (Jim Carrey)!

Mit seiner Streetperformance trifft er den Nerv der Zuschauer, sei es indem er für 24 Stunden nicht auf die Toilette geht oder eine Nacht lang auf glühenden Kohlen schläft.

Nach einem vergeblichen Versuch von Burt und Alan, mit einem neuen Trick beim Publikum zu landen, kommt es zum endgültigen Bruch der beiden Freunde. Ohne Geld und ohne Ruhm muss sich Burt Wonderstone nun von ganz unten zurück nach oben kämpfen.

Wer schon immer wissen wollte, wie es hinter den Kulissen eines großen Magiers zugeht, dem ist die Komödie von Regisseur Dan Scardino sehr zu empfehlen.

Zwar zünden nicht alle Gags und die Story ist erschreckend vorhersehbar, aber insgesamt bleibt es eine gutmütige Wohlfühlkomödie. Oft werden auch kleine, stille Momente eingestreut, in denen es um die unschuldige Freude und das Staunen geht, wenn ein Kind noch an wahre Magie glaubt. Eine Eigenschaft, die uns im Erwachsenwerden oft fehlt und die wir dringend bewahren sollten.

Einmal mehr stellt Jim Carrey (Der Ja-Sager) seine extreme Wandlungsfähigkeit unter Beweis, wenn er von Kopf bis Fuß zum langhaarigen Straßenkünstler Steve Gray wird. Zwar dominiert dann wieder seine Gesichtsakrobatik und der Ekelfaktor nimmt stark zu, aber man kauft ihm jede Sekunde den Mindfreak ab.

Steve Carell (Jungfrau, 40, männlich, sucht…) gelingt die Gratwanderung zwischen Hochglanzmagier in leuchtenden Bühnenoutfits und Ekelpaket hinter der Bühne stellenweise zu gut, sodass man sich als Zuschauer oft nicht auf die Seite des Protagonisten schlagen kann und ihm nur Schlechtes wünscht. Doch je näher Burt dem Abgrund kommt, desto menschlicher und angenehmer wird sein Charakter, ganz wie im Hollywood-Märchen üblich.

Steve Buscemi (The Big Lebowski) mimt natürlich den netten Kerl Anton Marvelton, den man für seine Geduld, Burt gegenüber, echt bewundern kann. Leider geht seine Rolle etwas unter, da einfach zu viele Akteure um die wenige Zeit auf der Kinoleinwand buhlen.

Doch als Duo geben Buscemi und Carell eine sehr gute Figur ab, vor allem, wenn sie als magische Freunde so einige Tricks, wie „Den Gehenkten“ präsentieren, das Publikum mit kleinen Kartentricks verblüffen oder sich hinter der Bühne wie echte Diven anzicken.

Um der Truppe den nötigen, weiblichen Schliff zu verleihen, gesellt sich Olivia Wilde (In Time – Deine Zeit läuft ab) als Assistentin wider Willen dazu. Anfangs geradezu überrumpelt wird Jane ins Rampenlicht gezogen, obwohl ihr Menschenmengen nicht unbedingt liegen. Das sorgt für viel Witz und bereichert das Zauberduo um eine Frau, die nicht nur wortlos Kleider trägt und tanzt, sondern auch den Männern resolut Paroli bietet und selbst einige Tricks aus dem Ärmel schüttelt.

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Zu guter Letzt sei der 2013 verstorbene James Gandolfini (Die Sopranos) zu erwähnen, welcher mit seiner Rolle als Hotelbesitzer und Geldgeber Doug Munny eine seiner letzten Auftritte präsentiert. Deshalb ist es um so trauriger, dass seine Präsenz nur rar gesät ist.

Immerhin wird die Zaubershow in Munnys Hotel präsentiert, was ihn zum Boss im Hintergrund macht. Kein Wunder also, dass Gandolfini ganz in Mafiaart Drohungen am Telefon ausspricht und seine Untergebenen zu sich ins Büro zitiert, um sie vor die Tür zu setzen.

Leider bleibt angesichts der hochrangigen Besetzung und der interessanten Thematik ein fader Beigeschmack, denn hinter der opulenten Bühnenoptik und den schillernden Kostümen krepiert so mancher Gag und das Publikum bleibt öfter auf der Strecke.

Man merkt, wie sehr Scardino versucht, den Zauber der Magie einzufangen, aber in vielen Szenen verstrickt sich der Regisseur zu sehr in altbekannten Klischees, nur um die altbewährte Hollywoodformel abzuspulen. Wäre doch gerade ein unkonventioneller Weg in der Geschichte die deutlich bessere Wahl gewesen.

So bleibt Der Unglaubliche Burt Wonderstone ein gesundes Mittelmaß mit einem Hang zur besseren Komödie, da er auf üblichen Fäkalhumor und pubertären Witzelein zum Glück verzichtet.

Cast & Crew

Regie: Don Scardino
Drehbuch: Jonathan Goldstein, John Francis Daley
Musik: Lyle Workman
Darsteller: Steve Carell, Steve Buscemi, Jim Carrey, Alan Arkin, James Gandolfini, Olivia Wilde

Bewertung

Bewertung_6

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