06th Jun2017

Pirates of the Caribbean: Salazars Rache (2017) | Filmkritik

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Pirates of the Caribbean: Salazars Rache

Leinen los! Anker lichten! Es geht abermals auf die Suche nach einem legendären Schatz, der in den Tiefen des Meeres verborgen liegt. Am Steuer steht wie gewohnt unser alter Verbündeter, Captain Jack Sparrow.

pirates-of-the-caribbean-salazars-rache_1 Nach bereits vier erfolgreichen Abenteuern, die ihren Anfang im Jahre 2003 unter dem Titel Fluch der Karibik (Originaltitel: Pirates of the Caribbean) nahmen, setzen wir erneut Segel und treffen wieder einmal auf eine neue Crew, die mit uns über die Leinwand schippert. Aber wen kümmert es, wenn die einzige Konstante, die das Franchise benötigt, Schauspieler Johnny Depp ist. Und dieser ist bestens aufgelegt in seiner Paraderolle.

Wie gewohnt ist Captain Jack Sparrow (Johnny Depp) vom Pech verfolgt. Doch er ist keineswegs ganz unbeteiligt an dieser Tatsache. Und dann kehrt ihm auch noch seine einst treue Truppe den Rücken zu, sodass er seinen Frust im Rum ertrinkt.

pirates-of-the-caribbean-salazars-rache_2 Als selbst die letzte Dublone für den Alkohol ausgegeben ist, unternimmt Jack einen verheerenden Schritt: Er tauscht seinen Kompass gegen eine Flasche des Sorgen vergessenden Getränks. Völlig ahnungslos entfesselt er mit dieser Tat seinen Erzfeind Captain Salazar (Javier Bardem), der seit Jahren im berüchtigten Teufels-Dreieck gefangen war.

Zusammen mit seiner Geister-Crew begibt er sich auf Piraten-Jagd und hat dabei ein Ziel: Rache an Jack Sparrow!

Doch es gibt einen Ausweg, der Jacks Leben retten kann. Mit Hilfe des legendären Dreizacks des Poseidon kann er die Geister von ihrem Fluch befreien und wieder ungehindert über die Meere fahren. Für dieses waghalsige Unterfangen benötigt er jedoch Hilfe und findet diese in Person der ebenso brillanten wie schönen Mathematikerin und Astronomin Carina Smyth (Kaya Scodelario) und dem eigenwilligen jungen Royal Navy Matrosen Henry (Brenton Thwaites) – Sohn seines alten Weggefährten Will Turner (Orlando Bloom).

pirates-of-the-caribbean-salazars-rache_3 Am Steuer seines arg gebeutelten kleinen Schiffs „Dying Gull“ begibt sich Jack auf eine gefährliche Jagd und muss dabei gegen den mächtigsten und wohl auch bösartigsten Feind bestehen, dem er sich je stellen musste.

Nachdem die Trilogie der Pirates of the Caribbean-Reihe abgeschlossen war, begab man sich im Jahr 2011 in fremde Gewässer und erschuf einen eigenständigen Film, der mit Penélope Cruz etwas Würze erhielt aber inhaltlich nicht mit seinen Vorgängern mithalten konnte. Pirates of the Caribbean: Salazars Rache schafft es deutlich besser den Charme des ersten Teils aufzugreifen und ein Piratenabenteuer zu erzählen, das mit einfachen Mitteln seine Stärken nutzt.

pirates-of-the-caribbean-salazars-rache_4 Ebenso bei den Schauspielern gibt es viel Nostalgie. Denn auch wenn Orlando Bloom und Keira Knightley nur am Rande mitmischen, ist ihre Geschichte doch wegweisend für den Film. Noch prägender ist dieses Mal das Mitwirken des alten Freund-Feindes Geoffrey Rush in seiner Rolle als Piratenkapitän Hector Barbossa. Überraschend tief und emotional gestaltet sich sein Auftritt.

Neben den bekannten Schrecken der Meere gibt es mit Kaya Scodelario (Skins) als Carina Smyth und Brenton Thwaites (Gods of Egypt) als Henry Turner zudem frische Landratten. Während die Figur des Henry Turner eher etwas blass bleibt, kann sich Carina Smyth neben Jack einigermaßen gut behaupten und geht nicht in seinem mächtigen Schatten unter.

Und dies ist eine beachtliche Leistung, denn Johnny Depp spielt wie gewohnt seine Mitstreiter durchweg an die Wand. Mit seiner exzentrischen und ebenso verrückten Art hat sich Jack Sparrow schon vor Jahren in die Herzen der Zuschauer gespielt und schnell nimmt er auch im fünften Teil genau diesen Platz wieder ein. Mit einer gesunden Mischung aus Charme, Humor und Alkohol taumelt er sich durch das Abenteuer und hat immer wieder einen zündenden Gag auf den Lippen.

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Ganz anders präsentiert sich Javier Bardem, der als Captain Armando Salazar einen wirklich düsteren Bösewicht einnimmt. Dass der Spanier nach seiner Rolle des psychopathischen Killers „Anton Chigurh“ in Ethan und Joel Coens No Country for Old Men weiß wie er für Angst und Schrecken sorgen kann, überrascht nicht und ebenso tut er dies auch im Piratenabenteuer. Bei dieser Schauspielleistung hätte man sich nur noch mehr Leinwandzeit für den geisterhaften Captain gewünscht.

Was die Geschichte des Films betrifft, wirkt alles etwas abgenutzt und man hat durchweg das Gefühlt, alles schon einmal in ähnlicher Weise erfahren zu haben. Ein rachsüchtiger Erzfeind mit einer geisterhaften Crew wurde nicht nur schon gesehen, sondern bildet sogar in der Pirates of the Caribbean-Reihe nicht zum ersten mal die Rahmenhandlung. Trotzdem schafft das Regisseur-Duo Joachim Rønning und Espen Sandberg (Kon-Tiki) die Story so umzusetzen, dass über die gesamten 129 Minuten keine Langeweile aufkeimt.

Innovative Ideen wie die Geister-Haie, ein Tresor-Diebstahl durch die ganze Stadt oder neu ans Licht kommenden Hintergründe zahlreicher Figuren fesseln den Kinogänger immer wieder an die Leinwand. Besonders der junge Jack Sparrow und der Verdienst seiner Tribute sind schön in Szene gesetzt worden.

Sollte der finanzielle Erfolg der Reihe seinen Siegeszug an den Kinokassen fortsetzen, sind wir wahrscheinlich nicht das letzte mal mit Jack in See gestochen. Beim nächsten Mal dürfen aber gerne bekannte Gesichter bei seiner Crew mitsegeln und alte Freunde werden wohl auch wieder in den Mittelpunkt treten – so lässt zumindest die vorhandene Post-Credit-Scene vermuten.

Auch im sechsten Teil würden wir abermals Teil der Mannschaft sein und mit unserem Captain Jack Sparrow bis hinter seinen so geliebten Horizont segeln! Ho ho – Piraten sind wir!

Cast & Crew

Regie: Joachim Rønning, Espen Sandberg
Drehbuch: Jeff Nathanson
Musik: Geoff Zanelli
Darsteller: Johnny Depp, Javier Bardem, Brenton Thwaites, Kaya Scodelario, Kevin McNally, Geoffrey Rush

Bewertung

Bewertung_8

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