Taran und der Zauberkessel ist ein außergewöhnlicher Disney-Film, der sich deutlich von den sonst eher fröhlichen, musikalischen Werken des Studios abhebt.
Versteckt von der Dunkelheit. Bewacht von Hexen. Entdeckt von einem Jungen. Gestohlen von einem König. Wer ihn besitzt, wird die Welt beherrschen. Oder sie zerstören.
Ohne Gesang, mit düsterem Ton und gruseligen Gegnern bietet der 25. abendfüllende Zeichentrick-Kinofilm der Walt Disney Studios eine spannende Abwechslung im Disney-Kanon.

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Taran, ein einfacher Schweinehirte im Land Prydain, träumt davon, ein großer Krieger zu werden. Doch seine wahre Herausforderung beginnt, als das magische Schwein Hen Wen – das Weissagungen empfangen kann – vom bösen Gehörnten König entführt wird.
Eine klassische Heldenreise mit dunklen Tönen
Dieser sucht nach dem legendären Zauberkessel, um eine unbesiegbare Armee von Untoten zu erschaffen. Auf seiner Mission trifft Taran auf eine bunte Truppe: den kleinen, pelzigen Dieb Gurgi, die mutige Prinzessin Eilonwy und den exzentrischen Barden Fflewddur Fflam.
Gemeinsam müssen sie den Kessel finden und verhindern, dass er in die falschen Hände gerät – ein Unterfangen, das mit großen Opfern verbunden ist.

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Der größte Pluspunkt des Films ist zweifelsohne sein Animationsstil. Die düsteren Farbpaletten und der Detailreichtum erinnern stark an Ralph Bakshis Herr der Ringe-Zeichentrickfilm und verleihen dem Film eine einzigartige Atmosphäre. Zudem wurde – wie schon zuvor bei Tron – in einigen Sequenzen Computergrafik verwendet, was den Film für seine Zeit visuell innovativ machte.
Visuell beeindruckend, aber erzählerisch etwas holprig
Erzählerisch stolpert der Film jedoch etwas. Taran bewegt sich von einer Szene zur nächsten, oft ohne viel Charakterentwicklung oder tiefere emotionale Verknüpfungen. Die Handlung wirkt daher stellenweise überstürzt und episodenhaft, was wohl daran liegt, dass gleich zwei Romane der Chroniken von Prydain als Vorlage dienten.

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Wer einen typischen Disney-Film mit singenden Tieren und fröhlichen Musical-Nummern erwartet, wird überrascht sein. Taran und der Zauberkessel richtet sich mit seinen unheimlichen Elementen eher an ein älteres Publikum: Der Gehörnte König mit seiner untoten Armee, die mysteriösen Hexen von Morva und düstere Dungeons verleihen dem Film einen fast schon gruseligen Touch.
Ein unterschätzter Fantasy-Klassiker
Gerade deshalb bleibt er jedoch als ein ungewöhnliches und mutiges Werk in Erinnerung.
Taran und der Zauberkessel mag nicht Disneys stärkstes Drehbuch haben, doch sein einzigartiger Stil und die düstere Fantasy-Atmosphäre machen ihn zu einem faszinierenden Erlebnis – vor allem für Fans von epischer Fantasy. Kein unangefochtener Klassiker, aber definitiv eine sehenswerte Abwechslung im Disney-Portfolio.


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