MORTAL KOMBAT II

Mortal Kombat II (2026) | Filmkritik

Seid bereit für das nächste Level.

von Markus Grunwald

„Get over Here!“, „Finish him!“ und „Flawless Victory!“ sind Sätze, die eingefleischten Videospielfans sofort bekannt vorkommen dürften.

„Fight!“ – Das Turnier geht in die nächste Runde

Hat doch in den 90ern eine brutale Prügelreihe die Kinderzimmer im Sturm erobert und den Konkurrenten Street Fighter wie einen Streichelzoo auf Valium aussehen lassen. Die Rede ist vom berühmtesten Schreibfehler der Spielautomaten: Mortal Kombat!


Schon 1995 versuchte man die damals eher dünne Story auf die Kinoleinwand zu bannen und schaffte mit Robin Shou und Ex-Highlander Christopher Lambert einen kleinen Achtungserfolg, der unter Fans noch immer einen gewissen Kultstatus genießt. Die Fortsetzung Annihilation indes dient unter Filmfans eher als Beispiel dafür, wie man eine Verfilmung besser gar nicht angehen sollte.

Von Kultfilmen und misslungenen Fortsetzungen

Lange Zeit blieb das Thema Kinoumsetzung somit ein rotes Tuch, bis 2021 ein gewisser Simon McQuoid seinen Mut zusammennahm und Mortal Kombat generalüberholte. Mit ordentlichem Budget und einer überzeugenden Optik konnte sich der Film durchaus sehen lassen.

Was den Fans hingegen bitter aufgestoßen ist, war der Hauptheld Cole Young (Lewis Tan), der mit der erfolgreichen Videospielprügelei so viel zu tun hatte wie Jean-Claude Van Damme mit Shakespeare.

Mehr Story, mehr Figuren, mehr Chaos

Die Zeiten, dass eine Story in Prügelspielen eher ein störendes Element darstellte, gehören inzwischen der Vergangenheit an. Mittlerweile erfreuen sich Spieler an stundenlangen Zwischensequenzen mit reichlich Hintergrund für ihre digitalen Kabbeleien. So kann die Haupthandlung locker in vier bis sechs Stunden eine fast schon kinoreife Geschichte erzählen. Ein Umstand, den der Regisseur nutzte, um sich aus einer Wühlkiste an Figuren und Schauplätzen zu bedienen.

Der Erfolg gab der Neuverfilmung recht. Fünf Jahre später steht der zweite Teil Mortal Kombat II in den Startlöchern und man hofft, dass der Fluch der schlechten Fortsetzung nicht auch diese Filmreihe ereilen wird.


Und so schickt Simon McQuoid nicht nur alte Bekannte in den Ring, sondern packt etliche neue Gesichter aus.

Shao Kahn greift nach der Erde

Angeführt vom bulligen Imperator Shao Kahn (Martyn Ford) trachtet die Outworld nach unserer friedlichen Erde. Gewinnen die Bösen, heißt es bye bye Friede, Freude, Eierkuchen. Mit Edenia, dem Reich der Prinzessin Kitana (Adeline Rudolph), hat der Testosteronriese mit dem Riesenhammer bereits kurzen Prozess gemacht. Jetzt ist die Menschenwelt an der Reihe.

Donnergott Raiden (Tadanobu Asano) hat einige seiner Kämpfer eingebüßt und sucht nun verzweifelt Ersatz. So schleicht er sich auf eine Convention, um ausgerechnet den abgehalfterten Actionfilmhelden Johnny Cage (Karl Urban) für seine Sache zu gewinnen. Doch der aufgeblasene Möchtegern hält das Ganze zunächst für einen schlechten Scherz, bis ihm Blitze und Feuerbälle um die Ohren fliegen.

Wenn die Kämpfer nicht kämpfen können

Als das Turnier beginnt, bleibt kaum Zeit, sich besser kennenzulernen. Unsere Helden werden nach Belieben in unterschiedliche Arenen teleportiert, wo bereits der Gegner wartet.

Und jetzt offenbart sich leider der Schwachpunkt des Films. Nicht jeder Darsteller ist ein begnadeter Kampfsportler und so fällt schnell auf, wer kämpfen kann und wer nur so tut.


Während Lewis Tan (Cole Young), Joe Taslim (Bi-Han) und Max Huang (Kung Lao) in ihren Kämpfen viel Zeit und weite Kamerawinkel bekommen, werden andere Balgereien eher durch Doubles und flinke Schnitte gelöst. Hier offenbart sich, dass Karl Urban keinen schwarzen Gürtel in Karate hat und vermutlich keinen Roundhouse-Kick auf die Kette bekommt.

Besonders der Kampf zwischen Kitana und Jade wirkt unrund und teils stümperhaft zusammengestolpert. Für einen Film mit Fokus auf den Kampf ist das eher ungünstig.

Blut, Fatalities und jede Menge Fanservice

Wer jedoch auf flotte Sprüche und blutige Finisher wartet, kommt hier bei Mortal Kombat II voll auf seine Kosten. Hier fliegen Finger, es werden Köpfe zermatscht und Körper halbiert. Auch die Fallhöhe hat es in sich, denn lebend kommt hier nicht jeder aus seinem Kombat heraus.

Doch wer die Spiele kennt, weiß, dass ein schmerzhaftes Ableben nicht für immer sein muss. Schon jetzt machen Berichte die Runde, dass man bereits an einem dritten Teil arbeiten wird. Und so weit ist man mit den Filmen bisher noch nie gekommen.

Wer nicht warten möchte, kann ja auf der heimischen Spielkonsole testen, wie gut das eigene Kung-Fu ist. In diesem Sinne: „Fight!“

Bewertung

Bewertung_7

Trailer

Bildrechte: Warner Bros. / Plaion Pictures


*Bei den Links zum Angebot handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links erhalten wir eine kleine Provision.

-
00:00
00:00
Update Required Flash plugin
-
00:00
00:00