Die Reise ins Labyrinth

Die Reise ins Labyrinth (1986) | Filmkritik

Du wirst nicht wissen, wohin Du gehst und was Dich erwartet.

von Markus Grunwald

Nach Der dunkle Kristall kehrte Jim Henson nur wenige Jahre später mit Die Reise ins Labyrinth zurück ins Fantasy-Genre.

Jim Hensons märchenhaftes Fantasy-Abenteuer

Diesmal verzichtete der Muppets-Schöpfer jedoch darauf, den gesamten Film ausschließlich mit Puppen zu erzählen. Stattdessen schickt er mit Jennifer Connelly als Sarah erstmals einen menschlichen Hauptcharakter in eine Welt voller magischer Kreaturen.

An ihrer Seite – beziehungsweise als Gegenspieler – glänzt Musiklegende David Bowie als geheimnisvoller Koboldkönig Jareth. Herausgekommen ist ein Fantasy-Klassiker, der heute deutlich mehr Kultstatus genießt als zu seiner ursprünglichen Kinoauswertung.

Die Geschichte ist bewusst einfach gehalten. Nachdem Sarah im Streit wünscht, die Kobolde mögen ihren kleinen Bruder Toby holen, wird ihr Wunsch tatsächlich erfüllt. Nur 13 Stunden bleiben ihr, um den Jungen aus den Fängen des Koboldkönigs zu retten. Der einzige Weg führt durch ein riesiges Labyrinth voller Rätsel, magischer Wesen und gefährlicher Hindernisse.

Eine klassische Heldenreise voller Magie

Die Reise erinnert dabei immer wieder an Klassiker wie Der Zauberer von Oz oder Alice im Wunderland. Sarah begegnet sprechenden Felsen, lebenden Händen, rätselhaften Türen und unzähligen fantastischen Kreaturen. Hinter jeder Ecke wartet eine neue Überraschung, wodurch der Film selbst nach mehreren Sichtungen immer noch kleine Details offenbart.

David Bowie und die fantastischen Puppen

Die eigentlichen Stars sind jedoch die zahlreichen Puppenfiguren. Jim Henson und sein Team erschaffen eine lebendige Welt, die bis heute ihresgleichen sucht. Hoggle, Ludo, Sir Didymus und viele weitere Wesen besitzen unglaublich viel Persönlichkeit und wirken dank der aufwendigen Puppentechnik erstaunlich lebendig.

David Bowie genießt seine Rolle als Jareth sichtlich. Mit seiner charismatischen Ausstrahlung, seinen extravaganten Kostümen und mehreren musikalischen Einlagen verleiht er dem Koboldkönig eine ganz besondere Präsenz. Seine Songs gehören untrennbar zum Film und sorgen dafür, dass Labyrinth gleichzeitig Fantasy-Abenteuer und Musical bleibt.

Im Vergleich zu Der dunkle Kristall profitiert der Film enorm von seinen menschlichen Hauptfiguren. Jennifer Connelly führt den Zuschauer glaubwürdig durch diese fremde Welt und bietet einen emotionalen Anker, während David Bowie jede Szene mit seinem Charisma dominiert.

Ein Fest für Kulissen und Effekte

Was den Film bis heute so besonders macht, ist seine handgemachte Optik. Praktische Effekte, aufwendige Kulissen und liebevoll gestaltete Puppen verleihen jeder Szene einen ganz eigenen Charme. Das Labyrinth wirkt wie ein riesiger Abenteuerspielplatz voller kleiner Details, die man heute in einer CGI-Produktion vermutlich gar nicht mehr entdecken würde.

Gerade das Szenenbild gehört zu den größten Stärken des Films. Jede Kammer, jede Brücke und jede Kreatur besitzt ihren eigenen Charakter. Man spürt förmlich, wie viel Liebe zum Detail in jeder einzelnen Einstellung steckt.

Nicht jede Szene hält das Tempo

Ganz ohne Schwächen kommt das Fantasy-Abenteuer allerdings nicht aus. Besonders im letzten Drittel verliert die Geschichte etwas an Tempo. Einige Sequenzen – etwa die experimentellen Tanzszenen am Feuer oder die längere Überquerung verschiedener Hindernisse – wirken etwas ausgedehnt und tragen nur wenig zur eigentlichen Handlung bei.

Mit knapp über 100 Minuten fühlt sich der Film deshalb stellenweise etwas länger an, als er tatsächlich ist. Das schmälert den Gesamteindruck zwar nur geringfügig, verhindert aber eine noch höhere Wertung.

Obwohl Die Reise ins Labyrinth bei seiner Veröffentlichung kein großer Kinoerfolg war, entwickelte sich der Film über die Jahre zu einem echten Kultklassiker. Die einzigartige Mischung aus Fantasy, Puppenkunst, Musik und handgemachten Spezialeffekten besitzt bis heute einen ganz eigenen Zauber. Während viele moderne Fantasyfilme auf digitale Effekte setzen, wirkt Jim Hensons Abenteuer angenehm zeitlos und beweist eindrucksvoll, wie kreativ praktisches Filmemachen sein kann.

Die neue Collector’s Steelbook Edition in 4K UHD

Mit der neuen Collector’s Steelbook Edition erscheint Die Reise ins Labyrinth in einer der bislang umfangreichsten Heimkino-Veröffentlichungen überhaupt. Neben der restaurierten 4K-UHD mit optimiertem Dolby Vision HDR-Grading enthält die Edition zwei Blu-rays voller Bonusmaterial. Fans dürfen sich auf Audiokommentare, ein umfangreiches Making-of, Deleted Scenes, Featurettes, ein Q&A sowie sogar ein Jonglier-Tutorial freuen.

Sammler erhalten zusätzlich einen hochwertig veredelten Hardcoverschuber mit Goldfolienprägung, ein 64-seitiges Booklet, ein doppelseitiges Poster sowie sechs exklusive Artcards. Für Liebhaber von Jim Hensons Fantasyklassiker dürfte diese Veröffentlichung damit zur aktuell schönsten Möglichkeit gehören, den Film im Heimkino zu erleben.

Die Reise ins Labyrinth verbindet märchenhafte Fantasy mit beeindruckender Puppenkunst und einem unvergesslichen David Bowie. Jennifer Connelly sorgt dafür, dass die Geschichte emotional greifbar bleibt, während Jim Hensons fantastische Kreaturen und Kulissen bis heute nichts von ihrer Faszination verloren haben. Lediglich einige Längen im letzten Drittel kosten ein paar Punkte. Insgesamt bleibt jedoch ein zeitloser Fantasy-Klassiker, der völlig zurecht zu den schönsten Werken des Puppenmeisters zählt.

Bewertung

Bewertung_8

Trailer

Bildrechte: Plaion Pictures


*Bei den Links zum Angebot handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links erhalten wir eine kleine Provision.

-
00:00
00:00
Update Required Flash plugin
-
00:00
00:00