James Bond 007: Skyfall 2012

Bond-Lizenz abgelaufen: „Die neue“ 007

von Mathias Grunwald

Es war eine Meldung, die im Sommer 2019 für heftige Debatten in der weltweiten Film- und Kinoszene sorgte: Im Vorfeld des mit Spannung erwarteten 25. James-Bond-Films sickerten Berichte durch, wonach die berühmte Geheimdienstnummer des britischen Geheimdienstes MI7 (bzw. MI6) neu vergeben worden sei. Daniel Craig blieb zwar der Star des Films, doch die britische Schauspielerin Lashana Lynch übernahm laut Medienberichten die Dienstnummer „007“, nachdem sich James Bond zu Beginn des Films im Ruhestand befand.

Der Auslöser der Fan-Debatte

Boulevardmedien wie die *Daily Mail* zitierten damals einen angeblichen Filminsider, wonach es eine Schlüsselszene im Film geben sollte, in der M die neue Agentin mit den legendären Worten „Kommen Sie herein, 007“ in seinem Büro empfängt. Für viele traditionelle Fans schlug diese Nachricht ein wie eine Bombe. In den sozialen Medien entbrannte eine hitzige Diskussion darüber, ob das Franchise mit einer solchen Neuausrichtung traditionelle Pfade verlässt.

Dabei handelte es sich im Grunde um ein klassisches Missverständnis, das der Film im Jahr 2021 schließlich auflöste: Bond bleibt natürlich James Bond – nur wurde ihm seine Agentennummer während seiner Abwesenheit in den Jahren des Ruhestands schlichtweg entzogen und einer neuen Agentin (Nomi, gespielt von Lashana Lynch) zugeteilt. Im Laufe des Films entwickelt sich zwischen den beiden ein professioneller Respekt, der die Wogen glättete.

Turbulente Produktion hinter den Kulissen

Der Weg zum 25. Jubiläumsfilm von 007 war ohnehin von beispiellosen Turbulenzen gezeichnet. Daniel Craig hatte nach den anstrengenden Dreharbeiten zu *Spectre* (2015) in Interviews scherzhaft gemeint, er würde sich „lieber die Pulsadern aufschneiden“, als noch einmal in den teuren Anzug zu schlüpfen. Erst nach langer Bedenkzeit bestätigte er 2017 seine Rückkehr.

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Doch die Probleme rissen nicht ab: Ursprünglich sollte Erfolgsregisseur Danny Boyle das Ruder übernehmen, warf das Projekt jedoch aufgrund kreativer Differenzen beim Drehbuch hin. Cary Joji Fukunaga sprang als Regisseur ein, und um dem Skript den nötigen Schliff zu verpassen, wurde kurzerhand Fleabag-Schöpferin Phoebe Waller-Bridge als Co-Autorin engagiert – erst die zweite Frau in der Geschichte des Franchise, die an einem Bond-Drehbuch mitschrieb. Waller-Bridge betonte damals zu Recht, dass Bond zwar mit der Zeit gehen und Frauen respektvoll behandeln müsse, sein toxischer, aber charmanter Kern als Figur dabei jedoch erhalten bleiben dürfe. Produzentin Barbara Broccoli stellte ohnehin unmissverständlich klar, dass ein weiblicher James Bond niemals zur Debatte stehe – sehr wohl aber starke, eigenständige Agentinnen an seiner Seite.

Bekannte Gesichter und neue Gegenspieler

Neben der Diskussion um die Kennziffer brachte der Film auch bekannte Gesichter zurück. So schlüpfte Oscar-Preisträger Christoph Waltz erneut in die Rolle des katzendefekten Oberschurken Ernst Stavro Blofeld, auch wenn sein Auftritt dieses Mal deutlich im Hintergrund blieb.

Das Rampenlicht als Hauptantagonist gehörte stattdessen dem Oscar-Preisträger Rami Malek (bekannt aus *Bohemian Rhapsody*), der als genialer und bedrohlicher Terrorist Safin für reichlich Chaos im Leben des Agenten sorgte.

Aus heutiger Sicht zeigt sich: Die große Aufregung im Vorfeld von *Keine Zeit zu sterben* war vor allem dem cleveren Marketing und medial aufgebauschten Spekulationen geschuldet. Der Film selbst lieferte schließlich einen emotionalen, würdigen Abschied von Daniel Craigs Ära, der die moderne Zeitachtung perfekt mit klassischen 007-Tugenden verband.

Bildquelle: pixabay.com

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