Black Phone 2

Black Phone 2 (2025) | Filmkritik

Tot ist nur ein Wort

von Lars B

Als 2021 mit The Black Phone ein Horrorthriller über einen Kindermörder in die Kinos kam, war die Überraschung perfekt.

Rückblick: Der Schrecken von ‘The Black Phone’

Ethan Hawke verkörpert den bitterbösen Greifer, der kleine Jungen entführt und in seinem Keller tötet. Doch mit seinem letzten Opfer holt sich der finstere Maskenmann letztlich selbst den Tod ins Haus.

Der schmächtige Außenseiter Finney (Mason Thames) scheint zunächst das ideale Opfer zu sein, lernt aber schnell, sich gegen seinen Peiniger zu behaupten. Doch Finney ist nicht allein: Ein kaputtes Telefon wird zur Verbindung in die Totenwelt.

Die früheren Opfer des Greifers melden sich aus dem Jenseits und helfen dem Jungen, damit es kein weiteres Opfer mehr gibt. Auch Finneys Schwester Gwen (Madeline McGraw) besitzt eine Verbindung zum Übernatürlichen. In ihren Träumen sieht sie Hinweise auf die Opfer – und auf den Täter.

Vier Jahre später – Das Trauma lebt weiter

Nach dem respektablen Einspielergebnis war eine Fortsetzung nur eine Frage der Zeit. Doch war die Geschichte mit dem Tod des Kinderschänders wirklich auserzählt?

Vier Jahre sind vergangen, seit Finney auf einer dreckigen Matratze in einem düsteren Keller um sein Leben kämpfte. Aus dem schmalen Jungen ist ein harter Schläger geworden, der sein Trauma hinter Prügeleien und Drogen verbirgt.

Als eines Tages ausgerechnet seine kleine Schwester einen Anruf aus dem Jenseits erhält, beginnt der Horror erneut. Die Spur führt zu einem abgelegenen christlichen Jugendcamp, in dem drei Jungen spurlos verschwunden sind. Ihre Leichen wurden nie gefunden. Gwen ist überzeugt: Der Greifer (Ethan Hawke) hat wieder zugeschlagen.

Gemeinsam mit ihrem Freund Ernesto (Miguel Mora) und ihrem Bruder macht sich Gwen auf den Weg in die verschneite Jugendherberge. Und praktischerweise steht auch dort ein Telefon, das eigentlich längst außer Betrieb sein müsste.

Ferienlager des Grauens

Der Wechsel des Settings ist ein kluger Schachzug. Mit dem abgelegenen Ferienlager kommt spürbar mehr Spannung auf. Während die Gewalt im ersten Teil häufig nur angedeutet wurde, zeigen Gwens Visionen diesmal deutlich brutalere Bilder. Die Jungen werden abgestochen, ausgeweidet und schlimmeres – die Gangart ist härter als zuvor.

Die Traumpassagen sind in einem körnigen 9-Millimeter-Stil gehalten und verleihen dem Film eine unheimliche, albtraumhafte Note.


Wenn der Greifer schließlich erscheint, wirkt er weniger wie die reale Bedrohung aus dem ersten Teil, sondern eher wie ein übernatürliches Wesen im Stil von Freddy Krueger. Auch er taucht in Träumen auf. Auch er nährt sich von der Angst seiner Opfer. Und auch für ihn ist der Tod offenbar nicht das Ende.

Vom realistischen Horror zum Albtraumwesen

Ob man diesen Stilwechsel vom realistischen Horror hin zu einem übernatürlichen Gegenspieler mitträgt, ist Geschmackssache. Wer sich darauf einlässt, bekommt einen blutigeren und atmosphärischeren Albtraum geboten. Auch wenn Finney etwas in den Hintergrund rückt, bleibt er ein wichtiger Bestandteil im Kampf gegen den Greifer.

Man sieht dem Film deutlich an, dass sich das Budget nahezu verdoppelt hat. Die Bilder sind hochwertig, die Effekte greifbar und die Atmosphäre zieht einen konsequent in ihren Bann. Besonders der Showdown auf einem zugefrorenen See, eingerahmt von schneebedeckten Bergen, gehört zu den stärksten Momenten des Films.

Fazit: Ein neues Horror-Franchise?

Ob der Greifer das Zeug dazu hat, sich langfristig neben Freddy, Jason oder Michael Myers einzuordnen, wird sich zeigen. Die Richtung stimmt jedenfalls – und auf einen dritten Teil hätte ich große Lust.

Bewertung

Bewertung_8

Trailer

Bildrechte: Universal Pictures


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