Das Glück hat acht Arme

Das Glück hat acht Arme (2026) | Filmkritik

Gemeinsam strahlen wir heller.

von Lars B

Oktopusse sind schon faszinierende Geschöpfe. Sie haben drei Herzen, kommen durch jede noch so kleine Spalte und können nach Belieben ihre Farbe wechseln. Manchmal können sie aber auch eine tiefgreifende Freundschaft zu einer verwitweten Putzfrau in einem Kleinstadtaquarium aufbauen. So geschieht es in Das Glück hat acht Arme.

Ein ungewöhnlicher Freund aus der Tiefe

Für Tova (Sally Field) ist das Leben nicht einfach. Die traurige Witwe hat Mann und Sohn verloren und rafft täglich ihre spröden Knochen auf, um Aquariumscheiben zu putzen und Kaugummi vom Boden zu kratzen. Der alte Oktopus, der bereits seit 1000 Tagen hier sein Leben fristet, entpuppt sich dabei als der beste Zuhörer, den es für die alte Dame gibt.

Das Glück hat acht Arme Filmkritik

© Netflix


Doch der tägliche Einheitsbrei wird durch den Neuankömmling Cameron (Lewis Pullman) auf den Kopf gestellt. Eine Wagenpanne zwingt den rauen Jüngling, in Tovas Kleinstadt Halt zu machen.

Wenn Fremde plötzlich Familie werden

Nicht nur wird Cameron in die Kunst der Aquariumpflege eingeführt, er bringt auch neue Lebensgeister ins Gemüt der rüstigen Rentnerin. Und so lernen beide, mit Hilfe des empathischen Kopffüßers, ihr Leben neu und verändert anzugehen.

Und natürlich kümmert sich in dieser Stadt jeder äußerst rührend um jeden. Vom grummeligen Ladenbesitzer über einen warmherzigen Häkelclub bis hin zur attraktiven Wassersportlerin menschelt es hier an wirklich jeder Ecke. Dass am Ende das Schicksal auch noch alle Wege zu einem Happy End zusammenführt, kann nur daran liegen, dass unser Freund der Oktopus mit seinen acht Armen alles liebevoll umklammert.

Das Glück hat acht Arme Filmkritik

© Netflix


Auf den ersten Blick erweist sich die Romanumsetzung als äußerst kitschiger Herzschmerzfilm, der aber durch den glibbrigen Meeresbewohner um eine witzige Komponente erweitert wurde. Sally Field (Nicht ohne meine Tochter), die man dieser Tage nur noch selten vor der Kamera sieht, kann hier vollends überzeugen und bekommt mit Lewis Pullman (Thunderbolts) einen starken Gegenpart zur Seite gestellt. Beide entwickeln ein schönes Mutter-Sohn-Verhältnis.

Zwischen Wohlfühlfilm und Herzschmerz

Auf der einen Seite geht es ums Altwerden, um Verlust und den Lebensabend, auf der anderen Seite um Neuanfang, Ankommen und Verantwortung. Ernste Themen werden hier heiter und leicht bekömmlich verpackt, sodass man zwar gerührt, aber nicht deprimiert wird. Und da alles wie ein modernes Märchen erzählt wird, ahnt man bereits, dass am Ende sicher alles gut werden wird.

Ein Film wie eine warme Decke

Auch wenn der deutsche Titel nach einem Schundroman klingt, ist Remarkably Bright Creatures ein kleiner schöner Film ohne Ecken und Kanten, der sich gut verdauen lässt.

Für einen angenehmen Abend auf dem Sofa, mit Wohlfühlsocken, Tee und Kuscheldecke, eignet sich der Streifen auf jeden Fall.

Bewertung_7

Trailer

Bildrechte: Netflix

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