07th Jan2011

Für immer Shrek (2010) | Filmkritik

von

Shrek4

Nachdem der tollkühne Oger Shrek seine Prinzessin Fiona aus einem Turm gerettet hat, sein erworbenes Königreich vor finsteren Widersachern beschützt und sogar Fionas Cousin Artus die Krone erkämpft hat, steht der grüne Held nun vor seiner wohl größten Herausforderung – einer Familie.

Der Familienvater steht nun vor vielen neuen Aufgaben. Mit drei Kindern und einer Frau zu Hause wird dabei der ruhige Sumpf schnell zum Tollhaus. Zudem belagern Dorfbewohner das Haus, welche Shrek einst noch mit Fackeln und Mistgabeln jagten und nun ihren gefeierten Helden sehen wollen. Eines Tages wird es dem populären Oger aber zu viel, doch genau an dem ersten Geburtstag seiner Kinder. Nach einem Wutanfall verlässt der aufgebrachte Vater die Feierlichkeiten und sucht die Ruhe. Doch sein Wunsch nach seinem alten Leben wurde von dem hinterlistigen Rumpelstilzchen gehört, welches seit langem den Plan hegt das Königreich von Weit Weit Weg zu beherrschen.

Shrek kommt ihm dabei gerade recht. Um sein Vorhaben in die Tat umzusetzen, bietet er Shrek einen magischen Handel an und verspricht dem Oger, einen Tag als gefürchteter Grünling in sein altes Leben zurückkehren zu können. Im Austausch will er dafür nur einen Tag aus der Kindheit des grünen Riesen löschen, einen, an welchen sich Shrek nicht einmal mehr erinnert. Ohne Misstrauen nimmt Shrek dieses Angebot an und freut sich auf einen Tag Auszeit von seiner Frau und den Kindern, um wie Früher wieder Dorfbewohner erschrecken zu können. Anfangs scheint der Deal auch keine Konsequenzen zu haben, doch als Shrek das Kleingedruckte bei dem geschlossenen Vertrag entdeckt, beginnt ein Lauf gegen die Zeit. Denn Rumpelstilzchen hat ausgerechnet den Tag der Geburt des Ogers gelöscht, um so die Herrschaft über Weit Weit Weg zu übernehmen. Shrek bleiben nun genau 24 Stunden Zeit einen Ausweg aus der bedrohlichen Situation zu finden.

Seit einer Ewigkeit regiert das Studio Pixar die Welt der Animationsfilme. Doch, dass die Konkurrenz nicht auf der faulen Haut liegt, bewies uns das Studio DreamWorks im Jahr 2001, als ein schrecklicher Oger in Shrek – Der tollkühne Held die Kinoleinwand eroberte. Eine Rückkehr des grünen Helden gab es dann im Jahr 2004 und genau wie Fiona und Esel, war auch der Erfolg wieder mit von der Partie. Mit 880 Millionen US-Dollar war die Fortsetzung lange Zeit der erfolgreichste Animationsfilm weltweit. Zum dritten Mal kämpfte sich der Oger dann im Jahr 2007 über die Kinoleinwand, doch der Charme der Charaktere war verblasst und Kritiker, sowie Fans der Reihe, blieben enttäuscht zurück. Umso erstaunlicher war es also, dass ein vierter und abschließender Film produziert wurde. Für immer Shrek sollte dem Oger einen würdigen Abgang bescheren.

Das Problem des Animationsfilms Shrek der Dritte lässt sich schnell finden. Nach den ersten Abenteuern war die Reise des Ogers abgeschlossen und die neuen Charaktere konnten den Zuschauer nicht erreichen. Der vierte Teil der Reihe musste nun also den Abwärtstrend stoppen und mit einigen überraschenden Ideen aufwarten. Zum Glück für alle lebt der Oger in einer Märchenwelt und durch den Schwenk mit einem Zauberstab kann alles auf den Kopf gestellt werden. Genau diese Option nutzt Für immer Shrek auch gekonnt aus. Durch eine Reise in eine Parallelwelt erlebt der Oger all seine Abenteuer erneut und trifft alte Freunde zum zweiten Mal. Natürlich muss er auch das Herz seiner geliebten Fiona neu erobern. Der Film hat somit jede Freiheit eine Geschichte zu erzählen, welche abseits dem Alltag des Ogers ist. Diese Chance wird im Film auch weitestgehend genutzt und die vielen Gags zünden an der richtigen Stelle –  die Märchenwelt scheint wieder in Ordnung.

Ohne Frage begegnen wir in der Welt auch wieder vielen alten Bekannten und vom Lebkuchenmann bis hin zu den drei kleinen Schweinchen sind alle mit von der Partie. Doch auch ein frischer Wind weht durch das Königreich von Weit Weit Weg und ein neuer Bösewicht sorgt für Unruhe. Klaute er einst noch der Königin das Kind, versucht das kleingeratende Männchen nun die Herrschaft über ein gesamtes Königreich zu erlangen. Der Charakter des Rumpelstilzchen ist dabei bestimmt nicht der gelungenste Bösewicht der Reihe und bedient sich dem Klischee der Rache, trotzdem fügt er sich toll in die Reihen der anderen Märchenwesen ein. Für den meisten Witz sorgt aber erneut das ungleiche Duo bestehend aus Oger und Esel.

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Akustisch beschallen uns dabei erneut die Stimmen bekannter Stars. Mike Myers, Eddie Murphy, Cameron Diaz und Antonio Banderas übernahmen wieder die Zungen ihrer Charaktere und attackieren unser Gehör mit jeder Menge Witz und Charme. Neben den vertrauten Stimmen hört man zudem wieder einen weiteren positiven Aspekt der Reihe. Mit einer gelungenen Auswahl an bekannten Songs unterstützt auch dieses Mal der Soundtrack das Abenteuer einwandfrei. Besondere Erinnerungen weckt dabei der Song von „The Monkeys – I’m A Believer“. Denn wie schon der erste Teil am Ende mit einem riesigen Konzert des Märchenlandes aufwartete, tanzen in Für immer Shrek alle Charaktere abermals zu den bekannten Klängen.

Alles in allem endet nach zehn Jahren die Shrek-Reihe mit einem angemessenen Abschluss, welcher uns einen angenehmen Abschied von den Charakteren ermöglicht. Wer den grünen Helden nun vermisst, kann jedoch getröstet werden, denn mit Der gestiefelte Kater bleibt zumindest der gestiefelte Kater auf der großen Leinwand. Des Weiteren hat das Kinojahr 2010 mit Filmen wie Toy Story 3, Drachenzähmen leicht gemacht und Ich – Einfach unverbesserlich gezeigt, dass Animationsfilme noch lange nicht am Ende sind und es sogar mit den ganz großen Hollywood-Produktionen aufnehmen können. Somit kann sich der Oger nun verdient in seinen Sumpf zurückziehen und ein ausgiebiges Schlammbad genießen.

Cast & Crew

Regie: Mike Mitchell
Drehbuch: William Steig, Josh Klausner, Darren Lemke
Musik: Harry Gregson-Williams
Stimmen: Mike Myers, Eddie Murphy, Cameron Diaz, Antonio Banderas, Walt Dohrn, Jon Hamm, Jane Lynch, Craig Robinson

Bewertung

Bewertung_7

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