12th Dez2013

Epic – Verborgenes Königreich (2013) | Filmkritik

von

Epic - Verborgenes Königreich

Er wütet seit Jahrtausenden, der Krieg der Natur gegen die Fäulnis. Königin Tara setzt ihre Kräfte zum Erhalt des Waldes ein, während der fiese Mandrake und seine Boggans, finstere Kreaturen halb Mensch, halb Fledermaus, eine Welt der Ödnis und des Verfalls erschaffen wollen. Die mutigen Leafmen, Krieger der Natur, die auf kleinen Kolibris reiten und Rüstungen aus Blättern tragen, sind die letzte Verteidigung, die das zerbrechliche Werk ihrer Königin vor der endgültigen Zerstörung schützen.

Lediglich ein einziger Mensch ahnt, dass es um uns herum diesen Krieg der „kleinen Wesen“ gibt und das ist Professor Bomba. Der verrückte Wissenschaftler ist sich sicher, dass die Leafmen wirklich existieren und opfert selbst seine Ehe und seine Familie, um dies zu beweisen. Unterstützt mit modernster Kameratechnik und Bewegungssensoren ist er den kleinen Menschen des Waldes dicht auf der Spur.

Als Töchterchen Mary Kaherine, kurz M.K., beim kauzigen Einsiedler aufkreuzt, wird sie einmal mehr in die Fantasie ihres Vaters gezogen. Natürlich glaubt sie ihm kein Wort und möchte am liebsten wieder in ihr altes Leben zurückkehren. Als sie jedoch durch einen tragischen Zufall auf Käfergröße schrumpft und nun mitten im Krieg des Waldes steckt, stellt sie mit Schrecken fest, dass aus den vermeintlichen Hirngespinsten des Vaters Realität geworden ist.

Dabei bekommt sie es mit sprechenden Schnecken, magischen Knospen, gefräßigen Mäusen und den grimmigen Boggans zu tun. Diese haben nämlich ausgerechnet die wichtige Zeremonie der Königin Tara zum Ziel ihres Überfall gemacht, in der die Nachfolgerin der Krone bestimmt werden soll.

So wird die kleine M.K. zum Mittelpunkt einer abenteuerlichen Welt, die uns Menschen sonst verborgen bleibt. Zum Glück bekommt sie Hilfe von den Leafmen Nod, einem jungen Heißsporn und Ronin, einem erfahrenen Soldaten, mit denen sie eine magische Knospe einpflanzen soll, um den Wald zu erneuern. Was soll also noch schiefgehen?

Unter der Regie von Chris Wedge (Ice Age) und nach einer Kinderbuchvorlage von William Joyce entstand ein technisch aufwendiger und sehr unterhaltsamer Animationsfilm, der besonders durch die wunderschönen Bilder zu einem einmaligen Erlebnis für die ganze Familie wird, wenn sich Leafmen und Boggans durch Baumwipfel jagen oder M.K. mit ihren Freunden vorm verrückten Hund Ozzie auf der Flucht durch das Elternhaus tobt.

Dann wird uns mit viel Fantasie und Humor unsere normale Alltagswelt aus den Augen einer Stubenfliege präsentiert und wir tauchen ein in die Geheimnisse der Natur, die sich tief unter der Erde und in turmhohen Gräsern abspielen.

Doch trotz der fantastischen Figuren steht natürlich das gespannte Verhältnis zwischen einem obsessiven Vater und einer frühreifen, vernachlässigten Tochter, die um Aufmerksamkeit und Liebe buhlt, im Vordergrund. Erst der scheinbare Verlust des eigenen Kindes kann dem Vater die Augen öffnen und ihn mit seiner Tochter zusammenführen, die durch ihre aberwitzigen Abenteuer erfährt, dass ihr alter Herr kein Spinner ist.

Mit der musikalischen Untermalung von Starkomponist Danny Elfman (Corpse Bride) und großartigen deutschen Synchronsprechern, wie Christoph Waltz (Django Unchained), Josefine Preuß (Türkisch für Anfänger) und Oliver Kalkofe (Der Wixxer) gibt es auch ordentlich was auf die Ohren.

Selbst mit seiner Stimme allein vermag Christoph Waltz die Szenen seiner Figur des Mandrake zu dominieren und weiß durch Wortgewandtheit und Charisma den Zuschauer zu fesseln.

Auch die Komiker Oliver Kalkofe und Oliver Welke präsentieren als übergewichtige Schnecken ein solches Übermaß an Witz und Sympatie, dass man sie allein als eigentliche Attraktion des Films bezeichnen könnte.

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Und man könnte meinen, die beiden pummeligen Gesellen wären ihnen auf den Leib geschrieben worden. Nicht zu vergessen ist auch Josefine Preuß, die sehr überzeugend den rebellischen Teenager M.K. spricht, die gerade in geschrumpfter Körpergröße wahrhaft über sich hinauswächst.

Doch trotz der unglaublichen Synchronarbeit, der Bildgewalt und der technischen Perfektion bleibt Epic – Verborgenes Königreich nicht ohne Makel, denn die Story ist um Längen vorherzusehen und bietet wenig Neues oder Überraschendes.

Besonders fallen die großen Ähnlichkeiten mit Animationsfilmen wie Luc Bessons Arthur und die Minimoys, Lucas, der Ameisenschreck von John A. Davis oder Arietty – Die wundersame Welt der Borger von Hayao Miyazaki auf, was aber eher an der Buchvorlage liegen wird, an die sich der Film nun mal zu halten hat.

Wen das nicht stört, der ist mit Epic- Verborgenes Königreich sehr gut unterhalten, denn an Spaß und Spannung mangelt es hier keinesfalls.

Nur für die ganz kleinen Zuschauer könnte es jedoch stellenweise etwas zu düster und dramatisch werden, denn dieser Film ist eher etwas für die größeren Kinder, vor allem, wenn sie sich in der heranwachsenden Protagonistin wiederfinden.

Cast & Crew

Regie: Chris Wedge
Drehbuch: Anna Fontaine, Christopher Hampton, Doris Lessing
Musik: Danny Elfman
Stimmen: Josefine Preuß, Raúl Richter, Tobias Kluckert, Alexandra Wilcke, Christoph Waltz, Oliver Kalkofe, Oliver Welke

Bewertung

Bewertung_7

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