02nd Jan2015

Earth to Echo (2014) | Filmkritik

von

Earth to Echo

Jede Generation hat seinen Kinder-Science Fiction Film: 1979 traf Sheriff Bud Spencer auf einen kleinen Alienjungen namens H7-25 und verhalf ihm zur Flucht auf seine Heimatwelt. 1982 hatte der kleine Elliott Kontakt mit E.T. und erlebte haarsträubende Abenteuer beim Versuch, dem Außerirdischen die Heimreise zu ermöglichen. 1988 entdeckt die kleine Jessie, dass die neue Freundin ihres Vaters ein Alien ist.

2008 wollten zwei Teenager von einem anderen Stern mit Hilfe von „The Rock“ zurück zu ihrem Heimatplaneten reisen und 2011 werden ein paar Jugendliche bei Dreharbeiten für ihren Film von einem Weltraummonster gestört.

Jetzt stolpern in Earth to Echo vier Jugendliche über ein fremdes Artefakt, das sie ins größte Abenteuer ihres noch jungen Lebens stürzen wird.

Alles beginnt damit, dass der Heimatort der Kinder zu Gunsten einer Schnellstraße abgerissen werden soll. Die Familien haben sich bereits mit dieser Tatsache abgefunden und treffen die Umzugsvorbereitungen, während die Bagger immer näher rücken.

Auch für Munch, Tuck und Alex soll es die Zeit des Abschieds werden. Doch als ein rätselhaftes Signal alle Handys im Ort stört, beschließt der filmbegeisterte Tuck (Brian „Astro“ Bradley) den Start einer Expedition. Mit Erfinder Munch und dem Weisenjungen Alex will er sich aufmachen das Rätsel der fremden Signale zu lösen. Da Tuck einen Youtube-Kanal sein Eigen nennt, soll das Ereignis auf Video gebannt werden, welches der Zuschauer in Form dieses Filmes zu sehen bekommt.

Als Munch (Reese C. Hartwig) dahinterkommt, dass die Signale eine Landkarte zu einem besonderen Ort darstellen, machen sich die Kids kurzerhand aus dem Staub, um mit Fahrrädern die Umgebung Nevadas zu erkunden. Nach ein paar Kilometern des nächtlichen Radelns stoßen die Kinder auf ein mysteriöses Artefakt, das sie anfänglich für wertlosen Schrott halten. Natürlich ist die Überraschung um so größer, als ein kleines Wesen darin zum Vorschein kommt, dass an eine mechanische Eule erinnert und piepsende Laute von sich gibt.

Dieses fremde Wesen entpuppt sich als echter Außerirdischer, der nur zufällig auf der Erde landete, als er von Menschen abgeschossen wurde. Schnell wird klar, dass jene Menschen auch hinter den Kindern und ihrem neuen Freund her sein werden, den sie liebevoll Echo tauften.

So machen sich die halbstarken Jungs auf, um Echo bei der Suche nach seinen Einzelteilen zu helfen, um ihn wieder zusammenzusetzen. Dabei sind ihnen die Häscher bereits dicht auf den Fersen. Nur das taffe Mädchen Emma (Ella Wahlestedt) kann jetzt noch helfen. Anfänglich zwar eher unfreiwillig in dieses Abenteuer geraten, mausert sich die hübsche junge Dame zur Helferin in der Not.

So rettet sie Alex (Teo Halm) und seinen Kumpels mehr als einmal die Haut, als es brenzlig zu werden droht. Und so sammeln sie Teil für Teil, bis Echo bereit ist, sein Raumschiff startklar zu machen. Doch wird es überhaupt so weit kommen, wenn der böse Straßenbautrupp sich als Gruppe Alienjäger entpuppt?

Unter der Regie von Dave Green mausert sich das anfangs wackelige und ungestühme Machwerk schnell zum echten Geheimtipp. Das Dreiergespann aus vorpubertären Außenseiterkids wird einem sofort ans Herz wachsen, wenn sie voller Neugier und Tatendrang auf Weltraum-Robo-Eule Echo stoßen, der mit großen Kulleraugen und kindlichem Gemüt die Herzen wärmt.

Dabei steht nicht zwangsweise der Außerirdische im Mittelpunkt, sondern mehr der Umstand, dass hier eine echte Freundschaft durch das angebliche Straßenbauvorhaben zu zerreißen droht. Immerhin werden sich die Kinder wohl nicht so schnell wiedersehen. Und wenn Alex durch sein leeres Zimmer streift, fühlen sich manche an den Tag zurückerinnert, als die eigenen Eltern berufsbedingt einfach wegzogen und die einstigen Jugendfreunde plötzlich meilenweit entfernt und aus dem Leben gerissen waren.

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Zwar mag jeder der vier Jugendlichen ein typisches Klischee bedienen: vom übergewichtigen Einzelgänger, dem vorlauten kleinen Bruder, dem enttäuschten Pflegekind bis hin zur verwöhnten aber eingesperrten Vorstadtschönheit, doch die Jungdarsteller machen ihre Sache gut und wirken bis auf manche Synchronisationsstellen authentisch und lebensecht.

So erinnert Earth to Echo an eine Mischung aus Stand by Me (1986) und E.T. – Der Außerirdische, wenn die vier Kinder in einer Sommernacht zu kleinen Erwachsenen reifen, die zum ersten mal begreifen, wie wertvoll Freundschaften sind.

Und so pendelt der Film zwischen Found Footage Tradition à la Blairwitch Project und Special Effects aus der Science-Fiction Wundertüte Hollywoods, ohne sich dabei in sinnlosen Effektorgien zu verlieren. Lediglich beim Zerlegen eines LKW und dem Zusammenbau des Raumschiffes kommen hochgradige Tricks zum Tragen, ohne dabei jedoch all zu sehr von den Schicksalen der Kinder abzulenken.

Zwar kupfert das Machwerk rund um die Metalleule schamlos bei E.T. und Super 8 ab, erzeugt aber dennoch genügend eigenen Charme, um am Ende sogar zu Tränen zu rühren, wenn sich die Kinder nach Jahren wieder in die Arme fallen.

Besonders bei jüngeren Zuschauern kann Earth to Echo ein schöner Zeitvertreib sein, wenn man sich auf den eigenwilligen Drehstil einlässt. Und sieht man von einigen Logiklöchern einmal ab, kann man sich auf einen kurzweiligen und spannenden letzten Ausflug einer Freundesclique freuen, die man als Kind auch sehr gerne gehabt hätte.

Cast & Crew

Regie: Dave Green
Drehbuch: Henry Gayden
Musik: Joseph Trapanese
Darsteller: Teo Halm, Brian „Astro“ Bradley, Reese C. Hartwig, Ella Wahlestedt

Bewertung

Bewertung_8

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