26th Aug2012

Die Tribute von Panem – The Hunger Games (2012) | Filmkritik

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Die Nation Panem, welche entstand nachdem Nordamerika durch Naturkatastrophen, Kriege und den Einfluss der Menschheit größtenteils zerstört wurde, bildete sich einst aus dem regierenden reichen Kapitol und 13 umliegenden ärmeren Distrikten.

Katniss (Jennifer Lawrence) in der Arena Durch die wachsende Ausbeutung der Menschen durch die Regierung kam es zu einem Aufstand der Distriktbewohner. Nach blutigen Schlachten wurde die Rebellion jedoch niedergeschlagen, wobei Distrikt 13 vollständig vernichtet wurde.

Um ein Zeichen zu setzen, führte die Hauptstadt die sogenannten Hungerspiele ein, welche den Menschen die Macht der Regierung immer wieder vor Augen halten sollen. Dabei werden jährlich aus jedem der zwölf Distrikte ein Mädchen und ein Junge im Alter zwischen 12 und 18 Jahren ausgelost. Diese Tribute müssen sich bis auf den Tod bekämpfen. Ein Ereignis, dass im Fernsehen in ganz Panem ausgestrahlt wird.

Katniss Everdeen (Jennifer Lawrence), ein 16-jähriges Mädchen aus Distrikt 12, meldet sich freiwillig für die 74. Hungerspiele, um ihre zwölfjährige Schwester Primrose zu schützen, die bei der Auslosung gezogen wurde. Der männliche Tribut an ihrer Seite ist der Bäckersohn Peeta Mellark (Josh Hutcherson). Gemeinsam werden sie ins Kapitol geleitet. Unterstützung bei ihrer bevorstehenden Aufgabe erhalten sie durch Haymitch Abernathy (Woody Harrelson), der als ehemaliger Sieger die Rolle des Mentors einnimmt, und dem Stylisten Cinna (Lenny Kravitz), der die Tribute für die Öffentlichtkeit ausschmückt.

Doch die grausamen Gladiatorenspiele rücken schnell näher und für 24 Jugendliche aus 12 verschiedenen Distrikten beginnt ein blutiger und zermürbender Kampf, bei dem es nur einen Überlebenden geben kann.

Die Romantrilogie Die Tribute von Panem (Originaltitel: The Hunger Games) der amerikanischen Autorin Suzanne Collins zählt zu den erfolgreichsten Bestsellern der letzten Jahre und ist in über 40 Ländern erschienen. Wenig überraschend wurde auch schnell Hollywood auf diese Romanreihe aufmerksam und im Jahr 2012 erschien mit Die Tribute von Panem – The Hunger Games die Verfilmung des ersten Buchbandes.

Katniss Everdeen (Jennifer Lawrence) und ihr Jagdpartner Gale Hawthorne (Liam Hemsworth) Für die Regie zeichnet sich Gary Ross verantwortlich, der diesen Posten bereits 1998 bei Pleasantville – Zu schön, um wahr zu sein und 2003 bei Seabiscuit – Mit dem Willen zum Erfolg innehatte. Seine Vision der Welt Panems ist eine teils düstere, an dem 3. Reich angelehnte Welt, in der die arme Bevölkerung im Kontrast zu dem wilden Treiben des Kapitols steht. Mit aufwenigen Effekten und wuchernden Landschaften erwachen die Hungerspiele und die Einwohner Panems auf der Leinwand zum Leben.

Einen wichitigen Anteil daran haben auch die Schauspieler, welche im Film die Tribute verkörpern. Die Oscar-nominierte Darstellerin Jennifer Lawrence personifiziert dabei die Kämpferin Katniss Everdeen. Die Schauspierlin konnte bereits in Winter’s Bone ihr Talent unter Beweis stellen und auch in der Welt von Panem schafft sie es eine Figur zu kreieren, die sich fürsorglich um ihre Lieben kümmert, aber auch hartgesotten gegen ihre Widersacher kämpfen kann – das Mädchen in Flammen.

Peeta Mellark (Josh Hutcherson) vor der B‰ckerei seiner Eltern An ihrer Seite steht der männliche Tribut Peeta Mellark, welcher von Schauspieler Josh Hutcherson (Die Reise zum Mittelpunkt der Erde) dargestellt wird.

Sein stärkster Moment im Film ist eine nächtliche Szene mit der Figur Katniss, in der er darüber erzählt, dass er die Spiele so verlassen will, wie er sie betreten hat.

Gegen seine weibliche Mitstreiterin muss er jedoch immer wieder den Kürzeren ziehen. Seine Vergangenheit und Hintergrundgeschichte wird leider nur mit wenigen Rückblenden aufgelöst. Etwas mehr Einführung hätten wir uns für diese bedeutende Figur schon gewünscht.

„Only I keep wishing I could think of a way to…to show the Capitol they don’t own me. That I’m more than just a piece in their Games“
-Peeta Mellark

Das Liebesdreieck der Geschichte wird durch den Charakter Gale Hawthorne vervollständigt – der beste Freund von Katniss, mit welchem sie zusammen im Wald wildern geht. Liam Hemsworth, Bruder von Chris Hemsworth, übernimmt diesen Part im Film. Seine Momente sind jedoch rar gesät und so übernimmt die Beziehung von Katniss und Peeta schnell die Überhand, während der alte Freund in der Heimat in Vergessenheit gerät.

Die restlichen Tribute sind weitestgehend unbekannte, frische Gesichter. Erwähnenswert sind dabei Alexander Ludwig in der Rolle des Cato, Amandla Stenberg als Rue, Dayo Okeniyi als Tresh und Leven Rambin als Glimmer. Alle können, in ihren mehr oder weniger großen Nebenrollen, ihren Teil dazu beitragen die Hungerspiele für den Zuschauer lebendiger zu gestalten.

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Ebenfalls schauspielerisch stark und ansprechend sind die Figuren des Alkoholikers Haymitch Abernathy und die erfolgssüchtige Effie Trinket. Die Schauspieler Woody Harrelson und Elizabeth Banks haben leider zu wenig Leinwandzeit, können aber in diesen Momenten mit ihren ausgefallenen Charakteren unterhalten. Lenny Kravitz als bunter Paradiesvogel Cinna ist etwas zu schlicht ausgefallen.

Auf Seiten des Kapitols gibt es unter anderem die Figur des Caesar Flickerman. Der beliebte und wortreiche Moderator, welcher von Stanley Tucci verkörpert wird, ist in der Verfilmung ebenso sympatisch wie in der Romanvorlage. Ein durchaus interessanter Charakter, den man eigentlich nicht mögen darf. Die Absichten von Präsident Snow (Donald Sutherland) sind noch verborgen, werden in den kommenden Teilen aber mit Sicherheit noch weitaus deutlicher thematisiert.

Wie man bei dieser Aufzählung feststellt, gibt es in Die Tribute von Panem – The Hunger Games etliche Figuren und bei einer Laufzeit von stolzen 142 Minuten trotzdem zu wenig Zeit allen eine ausgiebige Einführung oder Hintergrundgeschichte zu spendieren. Im Fokus stehen daher vorwiegend Katniss und Peeta, welche auch das Kernduo des Films bilden.

Kommen wir nun zur eigentlichen Geschichte des Films. 24 Jugendliche müssen Auge um Auge um ihr Überleben kämpfen. Natürlich fallen einem dabei spontan Parallelen zu dem kontroversen japanischen Streifen Battle Royale von Regisseur Kinji Fukasaku auf, in dem jährlich Schüler ausgewählt werden, um sich in einem staatlich sanktionierten Todesspiel gegenseitig zu vernichten. In Die Tribute von Panem – The Hunger Game fällt das ganze Gemetzel und die blutige Schlacht etwas harmloser und etwas weniger blutverschmiert aus. Trotzdem sollte man bedenken, dass hier Jugendliche dazu getrieben werden, bis zum Tod gegeneinander zu kämpfen. Für eine Altersfreigabe ab 12 Jahren ein doch wirklich starker Tobak.

Für uns konnte die Bestseller-Verfilmung Die Tribute von Panem – The Hunger Games überwiegend überzeugen und auch an den Kinokassen war der Erfolg unbestreitbar. Bei Produktionskosten von 78 Millionen US-Dollar spielte der Film über 680 Millionen US-Dollar ein – quasi ein Freilos für eine Fortsetzung, die unter dem Titel Gefährliche Liebe für den 22. November 2013 geplant ist.

Wir freuen uns schon auf die nächste Reise nach Panem und die kommenden Hungerspiele. Möge das Glück stets mit Euch sein.

Cast & Crew

Regie: Gary Ross
Drehbuch: Gary Ross, Suzanne Collins, Billy Ray
Musik: James Newton Howard
Schauspieler: Jennifer Lawrence, Josh Hutcherson, Liam Hemsworth, Woody Harrelson, Elizabeth Banks, Lenny Kravitz, Stanley Tucci, Donald Sutherland

Bewertung

Bewertung_7

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