Die 18-jährige Sophie führt das einfache Leben einer Hutmacherin. Als sie eines Tages durch die Gassen der Stadt streift, wird sie jedoch von zwei Soldaten bedrängt und belästigt. In letzter Sekunde eilt ihr ein hübscher Zauberer zur Hilfe und fliegt mit ihr über die Dächer der Stadt. Sophies Herz wurde im Sturm erobert. Doch auch die böse Hexe aus dem Niemandsland hat schon seit geraumer Zeit ein Auge auf den blonden Zauberer geworfen und voller Eifersucht belegt sie das junge Mädchen mit einem schrecklichen Fluch. Mit ihrer Magie verwandelt sie Sophie in eine 90 Jahre alte Frau.
Ebenfalls mit dem Fluch verbunden, ist der Umstand, dass sie niemanden davon erzählen kann was mit ihr geschehen ist. Kurzerhand flüchtet sie aus ihrem Dorf und macht sich auf den Weg zum Niemandsland.
Auf ihrer Reise trifft sie auf die Vogelscheuche Rübe, welche sie aus einer misslichen Lage befreit. Als Dank begibt sich diese auf die Suche nach einer Unterkunft für die gealterte Sophie. Sie traut ihren Augen jedoch erst nicht als Rübe sie zum wandelnden Schloss des Zauberers Hauro führt.
Im Schloss begegnet sie als erstes dem Feuerdämon Calcifer. Außerdem lebt noch der junge Schüler Hauros Markl im Schloß. Sophie wird als Putzfrau angestellt und fortan reist sie zusammen mit der bunten Truppe umher. Für sie beginnt ein Abenteuer voller fremder Welten und geheimen Mächten.
Der Fantasy-Roman Sophie im Schloss des Zauberers erschien im Jahr 1986 und stammt aus der Feder von Diana Wynne Jones. 2004 bediente sich der japanischer Regisseur Hayao Miyazaki dieser Geschichte und kreierte sein buntes Werk Das wandelnde Schloss (englischer Titel: Howl’s Moving Castle). Ein Film, der ihm anschließend eine Oscar-Nominierung für den „Besten Animationsfilm“ einbrachte.
Vor diesem Film konnte sich der Regisseur bereits weltweit einen Namen machen durch seine vorherigen Arbeiten wie Chihiros Reise ins Zauberland, Prinzessin Mononoke, Mein Nachbar Totoro und Das Schloss im Himmel. Immer wiederkehrende Motive bei seinen Filmen sind dabei Themen wie Natur und Krieg. In Das wandelnde Schloss beschäftigt er sich vertieft mit den Auswirkungen und Gefahren der Industrialisierung, dem Nationalismus und dem Militarismus.
Wie bereits in allen Vorgängern gibt es bei der zeichnerischen Umsetzung des Werkes ausschließlich positive Anmerkungen. In jeder Szene wandern die Augen über das Bild und erblicken in jeder Ecke und jedem Winkel schöne Details und versteckte Botschaften. Für Anfänger in der Welt von Hayao Miyazaki könnte der Film dabei schon fast so bunt und zu ausgefallen sein.
Anhänger werden jedoch die Handschrift des Gründers des Studio Ghibli bereits nach wenigen Bildern wiedererkennen und abermals lieben. Sei es nun das ausgefallene wandelnde Schloss, das zusamengesertzt aus kleinen Räumen und einem übergroßen Gesicht durch die Landschaft marschiert, die Zaubertricks der einzelnen Charaktere, die kämpfenden Luftschiffe oder einfach nur das ausgefallende Charakterdesing – überall gibt es etwas atemberaubendes und neues zu entdecken.
Nicht ganz so verrückt wie seine Bewohner ist die Geschichte des Films. Wie immer ist es die Botschaft, welche Hayao Miyazaki vermitteln will.
Leider bleiben bei der Handlung noch einige Fragen offen und die 119 Minuten können ab und an etwas langatmig wirken. Über diese Tatsache hilft jedoch hinweg, dass man in diesen Momenten einfach mal in Ruhe die schönen Bilder des Films bewundern kann.
Das wandelnde Schloss ist zweifelsfrei eines der faszinierendsten Arbeiten des Studio Ghibli. Man freut sich immer wieder wenn ein neuer Films die Meisterschmiede verlässt.


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