19th Jan2016

Expelled from Paradise (2014) | Filmkritik

von

Expelled from Paradise

Dass unser technischer Forstschritt nicht nur positive Aspekte mit sich bringt und die Entwicklung von künstlicher Intelligenz keine leichtere Aufgabe darstellen wird, zeigte uns schon Steven Spielberg 2001 mit A.I. – Künstliche Intelligenz und erst kürzlich der britische Spielfilm Ex Machina (2015). Auch der japanische Regisseur Seiji Mizushima, bekannt für Slayers Next, Shaman King oder Fullmetal Alchemist, wagte nun einen Blick in die futuristische Zukunft und die sieht alles andere als rosig aus.

In Expelled from Paradise herrscht eine Zweiklassengesellschaft. Ein Großteil der Menschheit hat die wüste Erdoberfläche verlassen und lebte seither in einer computerbasierten Cyber-Welt, die den Namen DEVA trägt. Die Bewohner haben ihre menschlichen Körper abgelegt und existieren nur noch im Speicher dieser Welt. Im Jahr 2400 kommt es vermehrt zu mysteriösen Hackerangriffen auf die digitale Zivilisation und das Verteidigungssystem scheint machtlos.

Die DEVA-Ermittlerin Angela Balzac erhält den Auftrag, dieser Bedrohung auf den Grund zu gehen und begibt sich mit einem menschlichen Körper auf die Erde. Zusammen mit dem ortskundigen Dingo macht sie sich daran den Angreifer mit dem Namen Frontier Setter auszuschalten und die Menschheit zu retten. Doch welche Pläne verfolgt der aggressive Hacker wirklich?

Alle Liebhaber von detaillierten und handgezeichneten Animes und Zeichentrickfilmen wissen schon längst, dass sie in der heutigen Zeit für diesen Genuss auf das Studio Ghibli zurückgreifen müssen. Alle anderen setzten verstärkt auf die vollständige Erstellung am Computer und die Einbindung von 3D-Grafiken. Auch das Studio Tōei Animation, welches für Expelled from Paradise verantwortlich ist und bereits mit Mobile Suit Gundam 00 ein ähnliches Werk kreierte, nutzt diese Technik seit Jahren.

Auch wenn natürlich etwas die Liebe zum Kunstwerk verloren scheint durch diese kostengünstigere Technik, muss Entwicklung ja nicht immer nur negativ betrachtet werden. Expelled from Paradise präsentiert uns viele schöne Bilder und Einstellungen. Auch wenn Figuren wie Dingo etwas schlicht gezeichnet wirken und man sich insbesondere bei den Kämpfen und Fahrzeugen etwas ärgert wie unpassend diese ins Bild integriert wurden, freut man sich umso mehr über die bunten Bilder, wenn Angela sich durch die digitale Welt bewegt und die Verfolgung des Hackers aufnimmt.

Als Protagonistin scheint sie jedoch oftmals deplatziert. Bereits zur Eröffnung des Films treffen wir sie im kleinen Outfit am Strand an und kriegen zahlreiche Einstellungen ihrer weiblichen Rundungen präsentiert. Soweit nicht ungewöhlich für ein Anime, aber leider ist die Charakterisierung auch im weiteren Verlauf des Films sehr schwach. So fungiert Angela zu oft als naives Blondchen, dass auf der Erde eine Lektion nach der anderen lernen muss. Ihr Lehrer dabei: Dingo. Ein knallharter Hund, der die Erde wie seine Westentasche kennt und mit Poncho und Melone äußerst cool auftritt. Als Gegenstück zu unserer weiblichen Heldin natürlich optimal.

Besonders als Charakter sticht letztendlich aber der mysteriöse Hacker Frontier Setter hervor, über dessen Ziele und Hintergründe wir an dieser Stelle natürlich möglichst wenig verraten wollen. Die Auflösung seiner Taten stellt jedoch ein Highlight des Filmes dar, welches leider viel zu früh in Expelled from Paradise gelüftet wird, so dass der finale Akt nur noch aus Schlachtengetümmel besteht und die Handlung ab diesem Zeitpunkt auf der Strecke bleiben muss.

Ähnlich der futuristischen Technik im Film hat auch Expelled from Paradise noch einige Mängel, die ausgemerzt werden müssten. Abseits davon weiß das Werk aber durchaus kurzweilig zu unterhalten und ist abgesehen der angesprochenen Schwächen ein visuelles Mechafest, das ein aktuelles und wichtiges Thema anschneidet – künstliche Intelligenz. Wünschenswert wäre am Ende jedoch noch eine genauere Beleuchtung der DEVA Gesellschaft gewesen und der dort herrschenden Regierung.

Cast & Crew

Regie: Seiji Mizushima
Drehbuch: Narasaki
Musik: Ryuichi Sakamoto, Alva Noto, Bryce Dessner
Stimmen: Rie Kugimiya, Shin-ichiro Miki, Hiroshi Kamiya, Megumi Hayashibara, Minami Takayama, Kotono Mitsuishi, Kenta Miyake, Daichi Otomo, Hisao Egawa, Noriko Uemura, Tōru Furuya

Bewertung

Bewertung_6

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