30th Jul2010

Inception (2010) | Filmkritik

von

Inception

Dominic „Dom“ Cobb (Leonardo DiCaprio) erwacht an einem Strand und wird von bewaffneten Männern in die Kammer eines älteren Mannes mit dem Namen Saito gebracht. Nach einer längeren Unterhaltung wechselt die Szene und man befindet sich nun in einem Traum von Saito (Ken Watanabe). Dort sind auch Cobb, Arthur (Joseph Gordon-Levitt) und Traumwelt Architekt Nash (Lukas Haas) auf einer „Extraktion“-Mission, bei der den schlafenden Personen im Traum eine Information gestohlen wird.

Extraktoren und ihre Opfer schlafen in unmittelbarer Nähe zueinander, verbunden durch ein Gerät und betäubt mit einem Beruhigungsmittel, teilen sie sich eine Traumwelt, welche durch ihre Projektionen real erscheint.

In dieser Traumwelt fühlt sich jeder Schmerz real an, ein Tod aber führt zum Erwachen. Jeder Extraktor führt ein sogenanntes Totem mit sich um den Traum von der Realität zu unterscheiden. Bei Coob ist dies ein Kreisel, welcher sich im Traum unaufhörlich dreht und in der Realität umkippt. Bei dieser Mission ahnen Cobb und Arthur jedoch nicht, dass Saito in Wirklich plant die Extraktoren selbst zu benutzen und ihnen ein Angebot unterschlagen will.

Er will eine „Inception“ durchführen. Dabei wird dem Opfer keine Information gestohlen, sonder ein Gedanke tief ins Unterbewusstsein eingepflanzt. Das Ziel ist Robert Fischer (Cillian Murphy), Sohn des todkranken Rivalen von Saito, Maurice Fischer (Pete Postlethwaite).

Ziel ist es, Fischer zu überzeugen die Firma seines Vaters aufzugeben, sodass sie kein Monopol erlangen können, wodurch Saito aus dem Geschäft verdrängt werden würde. Nachdem Cobb eingewilligt hat, da Saito ihm verspricht sein altes Leben zurückzubringen, macht sich der Extraktor auf die Suche nach einem Team für diese unmögliche Mission.

Cobb wendet sich an Eames (Tom Hardy), einen Fälscher, welcher im Traum seine Identität spielend verändern kann, Yusuf (Dileep Rao), einen Chemiker, welcher ein starkes Betäubungsmittel zur Verfügung stellt und die Architektin Ariadne (Ellen Page), welche die Traumwelt entwerfen soll. Bei den Übungen zur „Inception“ entdeckt Ariadne jedoch in Cobb’s Träumen, dass dieser ständig von Visionen seiner verstorbenen Frau Mal (Marion Cotillard) verfolgt wird, welche die Mission gefährden.

Cobb offenbart ihr, dass er und Mal viele Jahre in einem Schwebezustand der Traumwelt verbracht haben, wo sie wie Götter ihre eigene Welt erschaffen haben. Nach ihrer Rückkehr in die Realität konnte Mal jedoch nicht mehr Illusion von Realität unterscheiden und war überzeugt in einem Traum zu leben. Daraufhin beging sie Selbstmord, für welchen Cobb verantwortlich gemacht wurde. Cobb war gezwungen die USA und seine Kinder zu verlassen. Im Gegenzug für die Mission verspricht Saito, Cobb von allen Anklagen zu befreien und eine Rückkehr zu seinen Kindern zu ermöglichen. Der Plan beinhaltet die Schaffung von drei Traum-Schichten.

Also ein Traum in einem Traum in einem Traum. Dort wollen sie den Gedanken pflanzen, sodass Fischer denkt, er selbst hätte ihn entwickelt. Als die Mission beginnt rechnet keiner damit, was in Fischers Traum geschehen wird. Die Grenzen zwischen Realität und Traum verschwindet immer schneller und Cobb muss immer wieder gegen seine eigenen Visionen kämpfen.

Wieviel Druck muss auf einem Regisseur lasten, der mit all seinen Filmen (The Dark Knight, The Prestige, Batman Begins, Insomnia, Memento) die Filmwelt immer wieder aufs Neue überraschen und beeindrucken konnte? Mit einem Blankoscheck (160 Millionen Dollar) ausgerüstet stellte sich Christopher Nolan nun dieser schier unmöglichen Mission und schaffte es erneut, den Zuschauer in einen Irrgarten seiner Gedankenwelt zu locken. So entstand einer der bildgewaltigsten Mainstreamfilme, welcher ganz Nahe an der Perfektion des Films kratzt.

Mit mehr als hohen Erwartungen war Inception als der Blockbuster des Jahres angekündigt worden und erntete überwiegend überragende Kritiken, welche zum größten Teil gerechtfertigt sind. Man merkt jedoch auch, dass Nolan sich an vielen erfolgreichen Filmen der Vergangenheit bedient hat und man wird das ein oder andere Mal an Filme wie Ocean’s Eleven, The Matrix oder die James Bond-Reihe erinnert. Nichtsdestotrotz ist Inception ein handwerklich perfekt umgesetzter Film, welcher zugleich auch mit einer idealen Darstellerbesetzung glänzt.

Inception

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Wer hätte gedacht, dass der ehemalige Mädchenschwarm Leonardo DiCaprio, nach Filmen wie Romeo + Juliet, Titanic und The Beach, eines Tages zu den besten Schauspielern seiner Generation heranwächst. Neben ihm sind es aber auch Ken Watanabe (The Last Samurai, Batman Begins), Joseph Gordon-Levitt ((500) Days of Summer, Hinterm Mond gleich links) und jede weitere Rolle, welche sich unglaublich fehlerfrei in den Film einfügt.

Mit einem Mix aus der komplexen Story von Memento und der Atmosphäre eines The Dark Knight konfrontiert Nolan den Zuschauer 148 Minuten lang mit Informationen und Spannung, welcher in der vielschichten Welt des Traums keine Grenzen gesetzt sind. Von einem Kampf in der Schwerelosigkeit, verbiegenden Städten und unglaublich vielen weiteren Ideen, nutzt der Regisseur die Möglichkeiten des Traums vollkommen aus und unterlegt jede Szene mit einem packenden Sound.

Einigen Zuschauer kann aber gerade dieser ständige Beschuss mit Informationen zum Verhängnis werden. Wer auch nur eine Szene des Films verpasst oder nicht ganz versteht, dem entgeht ein Puzzlestück in Nolans Gesamtheit und eine weitreichende Lücke entsteht, welche am Ende nicht gefüllt wird. Was nun alles nach dem Film des Jahrhunderts klingt wird aber von einer entscheidenden Tatsache unterbrochen. Es gibt so unglaublich viel in Inception zu entdecken aber man wartet ununterbrochen auf die geniale Vision, den letzten „Kick“, welcher einem das Meisterwerk unvergesslich macht.

Man hat alles irgendwo und irgendwie schon einmal gesehen, wenn auch in einer anderen Art und Weise. Der letzte Tropfen zum überlaufen fehlt einfach. Trotzdem ist Inception ein Film, den man gesehen haben muss, denn wie kein anderer schafft es Nolan dem Zuschauer einen intelligenten Mainstreamfilm zu präsentieren, welcher viele in seinem Labyrinth gefangen nimmt.

Cast & Crew

Regie: Christopher Nolan
Drehbuch: Christopher Nolan
Musik: Hans Zimmer
Darsteller: Leonardo DiCaprio, Ken Watanabe, Joseph Gordon-Levitt, Marion Cotillard, Ellen Page, Tom Hardy, Cillian Murphy, Dileep Rao, Tom Berenger, Michael Caine

Bewertung

Bewertung_9

2 Responses to “Inception (2010) | Filmkritik”

  • ChristiansFoyer

    Mir hat der letzte Tropfen nicht gefehlt, das Fass ist übergelaufen ;)
    Spätestens, als es auf die drei, vier Traumebenen geht wird’s absolut außergewöhnlich und hebt sich von seinen sicherlich deutlich vorhandenen Vorbildern ab.
    Abgesehen davon natürlich eine sehr zustimmenswerte Kritik

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