31st Okt2016

Doctor Strange (2016) | Filmkritik

von MaryChloe

Doctor Strange

1963 tauchte Doctor Strange, der Meister der mythischen Künste, ausgestattet mit sensationellen magischen Fähigkeiten erstmals in einem Comic von Marvel auf und zieht nun endlich in die Kinosäle der Welt ein.

doctorstrange_1 Doctor Strange ist der insgesamt 14. Film und der zweite von neun Filmen der 3. Phase von „Marvel´s Cinematic Universe“, innerhalb der die Studios über die nächsten drei Jahre sowohl neue Helden etablieren als auch die Abenteuer bereits bekannter Charaktere weiterführen werden.

Erzählt wird die Geschichte des weltberühmten Neurochirurgen Dr. Stephen Strange (Benedict Cumberbatch), der arrogant und eigen ist und den Luxus liebt. Dessen Leben ändert sich jedoch schlagartig, als er nach einem schweren Autounfall seine Hände nicht mehr benutzen kann. Nachdem er sein ganzes Vermögen in alternative Behandlungsmethoden investiert hat, muss er sich eingestehen, dass ihm die klassische Medizin nicht weiterhelfen kann. Erst die Begegnung mit einem ehemals irreparabel gelähmten Patienten, der nach Jahren auf wundersame Weise wieder laufen kann, wird er zur Heilung an einen ungewöhnlichen Ort verwiesen – dem geheimnisvollen Kamar-Taj in Nepal.

Dort angekommen merkt er schnell, dass es sich nicht nur um ein Heilungszentrum handelt, sondern hier der Kampf gegen dunkle Mächte gefochten wird, die unsere bekannte Realität zerstören möchten. Als Skeptiker und Materialist sträubt er sich zunächst, Magie und Mystizismus zu akzeptieren. Um als Schüler der Ältesten (Tilda Swinton) und ihrer Gemeinschaft aufgenommen zu werden, muss er seinen Verstand jedoch für die Möglichkeit öffnen, dass es in unserer Welt mehr gibt als das Auge sieht.

Schon bald steht er vor der größten Herausforderung seines Lebens, da Ex-Schüler Kaecilius (Mads Mikkelsen) danach trachtet, unsere Dimension an ein extradimensionales Monster auszuliefern. Ausgestattet mit neuerworbenen magischen Fähigkeiten steht Dr. Strange vor einer schweren Entscheidung: Kehrt er in sein altes Leben als angesehener Arzt und zu seiner Freundin (Rachel McAdams) zurück oder gibt er dieses auf, um als mächtigster Magier aller Zeiten die Welt zu retten?

doctorstrange_2 Betrachtet man allein den Plot des Film, erscheint dieser doch recht bekannt und eindimensional: Ein Eigenbrötler befindet sich in einer Krise, vollzieht eine Wandlung und stellt sich am Ende einem Kampf um Leben und Tod. Marvel-Fans wissen was sie erwartet und bekommen genau das geliefert – eine vorhersehbare Story, hier und da ein reißender Gag und aufwendige Actionszenen. Ausbrüche oder Unerwartetes traut sich auch dieser Marvel-Streifen nicht.

Mit der durchweg hochkarätigen Besetzung wurden ebenfalls keine Risiken eingegangen. So finden wir einen glänzenden Benedict Cumberbatch (Star Treck Into Darkness) in Hauptrolle des Dr. Strange, der durch seine Titelrolle in der BBC-Serie Sherlock bereits Kultstatus erreichte. Zuletzt wurde er für seine Performance in dem Biopic The Imitation Game – Ein streng geheimes Leben für zahlreiche Filmpreise, u. a. dem Oscar als bester Hauptdarsteller nominiert.

Auch die Besetzung der Nebenrollen lässt keine Wünsche offen. So spielen an Cumberbatchs Seite der Oscar-nominierte Chiwetel Ejiofor (12 Years a Slave) den Gelehrten Mordo sowie Rachel McAdams (Southpaw) die Traumachirurgin und Freundin von Strange, Dr. Christina Palmer.

doctorstrange_3 Oscar-Preisträgerin Tilda Swinton (Grand Budapest Hotel) wirkt als rätselhafte Älteste ohne Haare und mit Dauer-Pokerface wie eine Frau, die nicht von dieser Welt ist. Der dänische Ausnahmeschauspieler Mads Mikkelsen (Casino Royale, Hannibal) übernimmt die Rolle des Antagonisten Kaecilius, einem einstigen Schüler der Ältesten, der sich den dunklen Mächten zuwendete und die Welt, wie wir sie kennen, bedroht. Seine Performance geht hinter dem grandiosen Schauspiel von Cumberbatch leider etwas unter. Seine Handlungen lassen ihn als Bösewicht sehr beschränkt und einfältig wirken. Benedict Wong (Marco Polo) als Wächter der geheimnisvollen Bibliothek sorgt hingegen für die besten Lachmomente im Film.

Regisseur Scott Derrickson (Sinister, Der Exorzismus von Emily Rose) zählt als Regisseur, Drehbuchautor und Produzent zu den treibenden Kräften des erfolgreichen Horrorfilms. Seine Geschichten sind in den unterschiedlichsten Genres angesiedelt. In Doctor Strange bringt er seinen Blick und sein Gespür für das Paranormale und Übernatürliche ein und schafft ein Reich der Magie, in dem es um Parallelwelten, Zeitreisen, Dekonstruktion und Rekonstruktion geht.

Ihm stand ein Marvel-erfahrenes Team zur Seite, darunter Kameramann Ben Davis (Guardians of the Galaxy), Set Designer Charles Wood Cutter (Guardians of the Galaxy), Kostümdesignerin Alexandra Byrne (Marvel’s The Avengers 2: Age of Ultron), Wyatt Smith (Thor – The Dark Kingdom) und Visual Effects Supervisor Stephane Ceretti (Guardians of the Galaxy).

Seinen Film gestaltete Derrickson visuell üppig und recht düster. Während die Protagonisten um das bestehen unserer Realität Kämpfe ausfechten, biegen sich Häuserfassaden im Stile von Nolans Inception, ganze Straßenzüge verschmelzen ineinander, der Horizont dreht und wendet sich. Die für uns reale Welt scheint allmählich zu zerfallen, das Geschehen zwingt uns unsere eigenen Grenzen zu überwinden, über unseren Verstand hinaus Dimensionen zu akzeptieren. Eine surreale Bilderflut von sich ineinander verlaufenden Formen und Farben sorgen für ein gelungenes 3D-Erlebnis.

Unter der Regie von Derrickson wurde an Originalschauplätzen rund um die Welt gedreht: London, New York, Hong Kong und Kathmandu in Nepal. Die bekannten Settings lassen den Zuschauer mit einem Fuß in der realen Welt, während sich die Filmfiguren von einer Realität in die andere bewegen und mehrere Dimensionen durchschreiten. Doch statt der Entwicklung der Darsteller mehr Raum zu schenken, setzen die Filmmacher von Doctor Strange auf opulente Bilder, die in 3D ihre Wirkung nicht verfehlen. Umso weniger Zeit bleibt für die Story an sich, die Heldenreise des Dr. Strange kommt mehr als zu kurz, da sie der einen oder anderen Kampfszene weichen muss.

Der neue Filmbeitrag im Marvel-Universum bietet ohne Zweifel innovative 3D-Action-Szenen, kluge Dialoge von herausragenden Darstellern und witzige Gags. Marvel-Fans kommen auf jeden Fall auf Ihre Kosten. Freunde von unerwarteten Wendungen und Überraschungsmomenten warten jedoch vergeblich und sind mit Inception besser bedient.

Cast & Crew

Regie: Scott Derrickson
Drehbuch: Jon Spaihts, Scott Derrickson, C. Robert Cargill
Musik: Michael Giacchino
Darsteller: Benedict Cumberbatch, Chiwetel Ejiofor, Rachel McAdams, Benedict Wong, Michael Stuhlbarg, Benjamin Bratt, Scott Adkins, Mads Mikkelsen, Tilda Swinton

Bewertung

Bewertung_6

16th Okt2016

Arrested Development S01 | Serienkritik

von MaryChloe

Arrested Development

Arrested Development wirft seine Zuschauer hinein in das Familienchaos der Bluths und erzählt von einer „wohlhabenden Familie, die alles verloren hat, und über einen Sohn, der nicht anders konnte, als sie alle zusammenzuhalten“ (Ansage aus dem Vorspann).

arresteddevelopment_1 Der Protagonist der Serie ist Michael Bluth, gespielt von Jason Bateman (Kill the Boss, Wie ausgewechselt). Nachdem sein Vater, der Bauunternehmer George Bluth (Jeffrey Tambor), aufgrund dubioser Geschäfte im Gefängnis landet, findet sich der Rest der Familie plötzlich mittellos und ungewohnt nah zusammen. Michael versucht die Immobilienfirma Bluth vor dem Ruin zu bewahren und den Rest der Familie vor sich selbst zu schützen. Seine selbstverliebte, weltfremde Familie macht ihm diese Aufgabe jedoch alles andere als leicht.

Schnell verliert Michael das Interesse daran, den Babysitter für seine Sippschaft zu spielen. Doch da sich sein Sohn George Michael (Michael Cera) nach dem Tod seiner Mutter den Kontakt zu seiner Familie wünscht und zudem heimlich in seine Cousine Maeby (Alia Shawkat) verliebt ist, zwingt sich Michael dazu, mit seiner Schwester, seinem Schwager und seiner Nichte in ein Musterhaus des Familienunternehmens zu ziehen und sich fortan alle Probleme zu eigen zu machen. So wird Michael zum moralischen Anker und selbsternannten Retter von Firma und Familie.

Die Sitcom lebt von ihren überzeichneten und skurrilen Figuren, die jedes Klischee der amerikanischen High Society erfüllt. In Arrested Development ist ein Charakter überspitzter als der andere und es trifft ausgeprägter Egoismus auf eine gute Portion Neid, Raffgier und Eitelkeit. Allen Verwandten von Michael ist gemein, dass sie im realen Leben und ohne finanzielles Futter aus der Familienkasse mehr als aufgeschmissen sind. Ehrliche Arbeit, Ehrgeiz oder Mitgefühl sind für den Großteil Fremdwörter.

arresteddevelopment_2 Während Michael Bluth als einziger verantwortungsbewusst ist und aus Gewissensgründen alles für seine Familie zu tun versucht, verfällt Mutter Lucille (Jessica Walter) ihrem Hang zum luxuriösen Leben und oft auch dem Alkohol. In ihrer Familie gilt sie als Rabenmutter und Egomanin. Der jüngste Sohn und Neurotiker Buster (Tony Hale) ist Dauerstudent und zog nie von zu Hause aus.

Michaels exzentrische Zwillingsschwester Lindsey (Portia de Rossi) vershoppt unermüdlich das nicht vorhandene Familienvermögen, während ihr Mann Tobias (David Cross), ein ehemaliger Psychiater und untalentierter Schauspieler, mit seinem Nicht-nackt-sein-Fetisch zu kämpfen hat. Der älteste Sohn und Vollzeit-Macho George „GOB“ Oscar Bluth (Will Arnett) träumt von einer Karriere als Magier, welche jedoch an seinem mangelnden Talent scheitert.

Es braucht einige Folgen, um den Humor der Macher zu verstehen, aber nicht umsonst wurde die Serie seit ihrem Start von Kritikern mehrfach gelobt und als die Rettung der Sitcom bezeichnet. Insgesamt gewann sie sechs Emmys und einen Golden Globe, mit welchem Jason Bateman 2005 als „Bester Schauspieler in einer TV-Serie” ausgezeichnet wurde.

Die meisten Gags bauen auf kleineren oder auch größeren Missverständnissen auf. Keiner der empathielosen Figuren versteht im Grunde, was die andere Person von ihr will – und die Stimme der Vernunft in Form von Michael Bluth schon gar nicht.

arresteddevelopment_3 Arrested Development präsentiert eine unvorhersehbare Mischung aus Insiderwitzen, Wortspielen, Running Gags, Anspielungen, Umdeutungen und einem mehr als eigensinnigen Humor. Einem Humor, der von einfältig-plump bis bissig-intelligent viele Facetten besitzt, aber niemals unter die Gürtellinie geht und in jeder Folge ein paar herzhafte Lacher auslösen dürfte. Doch wer zu lange lacht, verpasst womöglich die nächste Pointe oder den nächsten Wortwitz, der einer nach dem anderen hervorgeschossen kommt. Als mitunter witzigste Comedy-Figur sorgt Tobias Fünke für die meisten Running Gags, vor allem wenn seine sprachlichen Ausrutscher auf seine unterdrückte Homosexualität schließen lassen. Die Begleitung der Handlung durch Ron Howard, ebenfalls Executive Producer, führt im Original als Erzähler durch sämtliche Episoden und gibt den Begebenheiten eine extra Portion Witz und Ironie.

Michael, der zwischen Job, Dating, der Erziehung seines Söhne und seinen unkontrollierten Anwandlungen seiner Verwandten die Nerven zu behalten versucht, verfolgt allen Widerständen zum Trotz in der ersten Staffel das Ziel, seine verrückte Familie zusammenzuhalten und dafür zu sorgen, dass der führungslose Familienbetrieb nicht ganz untergeht.

Die ersten drei Staffeln der US-amerikanische Comedyserie wurden von 2003 bis 2006 im Auftrag der US-Fernsehgesellschaft Fox produziert. Der Erfinder der Serie, Mitchell Hurwitz, war als Autor und Executive Producer tätig. 2013 brachte Netflix mit der vierten Staffel von Arrested Development eine der besten und cleversten Sitcoms aller Zeiten zurück.

Episodenübersicht zu Arrested Development

Cast & Crew

Idee: Ron Howard, Mitchell Hurwitz
Darsteller: Jason Bateman, Portia de Rossi, Will Arnett, Tony Hale, David Cross, Michael Cera, Alia Shawkat, Jeffrey Tambor, Jessica Walter
Erzähler: Ron Howard
Länge pro Episode: ca. 21 Minuten

Bewertung

Bewertung_9

03rd Sep2016

Mein ziemlich kleiner Freund (2016) | Filmkritik

von MaryChloe

Mein ziemlich kleiner Freund

Diane (Virginie Efira) ist Anwältin und Single. Eines Abends erhält sie einen unerwarteten Anruf – am anderen Ende der Leitung ist Alexandre (Jean Dujardin), ein charmanter Architekt, der von ihrem Handy aus anruft, welches sie in einem Restaurant hat liegen lassen. Nach einem kleinen Flirt am Telefon willigt Diane gern in ein Treffen zur Übergabe ein. Doch die Verabredung nimmt eine nicht erwartete Wendung: Als Diane voller Vorfreude auf Alexandre trifft, steht vor ihr ein kleinwüchsiger Mann von gerade einmal 1,36 Metern Höhe.

meinziemlichkleinerfreund_1 Nachdem dieser allerdings so unbeschwert mit seiner Größe umgeht und sie auf die verrücktesten Dates entführt, weicht bei Diane der anfängliche Schock einer großen Sympathie für diesen Mann – und auf diese Sympathie folgt Liebe. Dianes Umfeld jedoch reagiert verhalten und skeptisch auf das ungleiche Paar und Diane ist sich nicht mehr sicher, ob sie den gesellschaftlichen Konventionen entfliehen möchte. Am Ende stellt sich die Frage: Besitzt Diane die Größe, die Skepsis der Umstehenden zu ignorieren und auf ihr Herz zu hören?

Mit der Liebeskomödie Mein ziemlich kleiner Freund beweist Erfolgsregisseur Laurent Tirard zum wiederholten Mal, dass er ein Faible für zierliche Helden besitzt. Denn auf die Bestsellerverfilmung Der keine Nick (2009) und Asterix & Obelix – Im Auftrag ihrer Majestät (2012) folgt nun die Geschichte um Alexandre als ziemlich kleiner Freund, der sich den Hürden seiner Größe tagtäglich zu stellen hat und dennoch immer versucht, mit einem Lächeln darauf zu reagieren.

meinziemlichkleinerfreund_2 Alexandre hat Erfolg im Job, viele Freunde, ein großes Haus und einen Sohn Benji (César Domboy), zu dem er ein harmonisches Verhältnis pflegt. Nur die richtige Frau fehlt zu seinem Glück. Auch Diane hat eine weniger harmonische Ehe hinter sich, jedoch teilt sie sich ihre Kanzlei noch immer mit ihrem Exmann (Cédric Kahn) als Partner – eine Situation, die beinahe täglich zu Konflikten führt. Ein Zufall führt das ungleiche Paar zusammen und als sich der Kleinwüchsige und die schöne Anwältin Diana ineinander verlieben, läuft das Leben beider Protagonisten aus dem Ruder. Auf abenteuerliche und romantische Dates folgen die Tücken des Alltags.

Während Alexandre Diane seinem Sohn und seinen Freunden vorstellt, scheint sie Alexandre vor ihren Eltern, ihrem Freundeskreis und ihrem Ex-Mann geheim halten zu wollen. Als die Offenbarung ihrer Beziehung unausweichlich wird, trifft sie zu allem Überfluss auf Ablehnung und Unverständnis. Gemeinsam versucht sich das Paar gegen die Tücken einer Welt zu behaupten, die in viel zu herkömmlichen Dimensionen denkt. Doch bald weiß selbst Diane nicht mehr, ob sie sich von der ursprünglichen Vorstellung ihres Traummannes lossagen und langfristig zu Alexandre stehen kann.

Die Vorlage zu Mein ziemlich kleiner Freund bildet der argentinische Film Corazón de León (2013) von Marcos Carnevale. Da der Film 2013 in Argentinien ein großer Erfolg war, aber nicht im Ausland gezeigt wurde, entschieden sich Jung-Produzentin Vanessa Van Zuylen und Tirard eine europäischere Version des Themas zu drehen. Als Drehort für die Liebeskomödie diente Marseille an der französischen Côte d’Azur mit einer entsprechend sonnig-romantischen Filmkulisse.

meinziemlichkleinerfreund_3 In den Hauptrollen agieren zum einem Jean Dujardin, der für seine Darstellungen als Titelrolle des Stummfilmdramas The Artist (2011) wurde er bei den Filmfestspielen in Cannes und den Golden Globes als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet. Zudem ist er bekannt aus den Hollywoodfilmen Filmen The Monuments Men – Ungewöhnliche Helden (2014) und The Wolf of Wall Street (2013). Die Rolle der hübschen Anwältin Diane wird von Virginie Efira übernommen. Sie spielte neben Gérard Depardieu in der Boule-Komödie Eine ganz ruhige Kugel (2013) und begeisterte das deutsche Publikum zuletzt mit dem Arthouse-Überraschungshit Birnenkuchen und Lavendel (2016).

Um die Größenunterschiede darzustellen musste das Kamera-Team um Jérome Alméras (Die süße Gier, 2013) an zahlreichen Stellen in die Trickkiste greifen. Neben oftmals von den Schultern aufwärts gefilmten Szenen übernahm ein 1,40 m kleiner Mann namens Brice das Double von Dujardin. Er ist in allen Einstellungen zu sehen, die Alexandre von hinten zeigen. Er hat außerdem viele Situationen, die im Film vorkamen, selbst erlebt. Darüber hinaus wurden nachträglich Spezialeffekte hinzugefügt, ganze Räume angehoben sowie Alexandre aus weiterer Entfernung als seine Gesprächspartner gefilmt.

Auch wenn sich die Bemühungen in den meisten Sequenzen auszahlen, fällt den Zuschauern an mancher Stelle doch auf, dass die Größenverhältnisse nicht stimmen. In einigen der nachträglich verkleinerten Szenen wirkt Dujardin eher geschrumpft und weniger wie ein realistischer Kleinwüchsiger. Im Gesamten wirft Mein ziemlich kleiner Freund aber wichtige Fragen zum Thema Anderssein in witziger Weise auf und regt dazu an, seine eigenen Perspektiven zu analysieren und zu überdenken.

Der Film trotzt an einigen Stellen etwas zu sehr mit der Romantik auf. In mehr als einer übertriebenen Szene – zum Beispiel, in denen sich Alexandre Gehör von Arbeitskollegen oder unaufmerksamen Passanten verschaffen muss, oder in denen Dianes Mutter auf ihren Schwiegersohn in spe aus Schock mit einer Geisterfahrt reagiert; bis zuletzt zu einer beinahe lebensgefährlichen Liebeserklärung – wirkt der Film ein wenig sehr klamaukartig.

Das Thema vom Gefühl zwischen Liebe und sozialem Schamgefühl dürfte dennoch ein breites Publikum ansprechen und wird von dem wunderbar harmonierenden Protagonisten-Duo glaubwürdig auf die Leinwand projiziert. Die Komödie ist bis zur 99. Minute durchaus unterhaltsam und mitreißend, wenn auch etwas vorhersehbar. Sie schreibt Witz, Romantik und Gefühl ganz groß und regt dazu an, den Menschen, die uns umgeben, stets auf gleicher Augenhöhe zu begegnen.

Trailer

Cast & Crew

Regie: Laurent Tirard
Drehbuch: Laurent Tirard, Grégoire Vigneron
Musik: Éric Neveux
Darsteller: Jean Dujardin, Virginie Efira, Cédric Kahn, Stéphanie Papanian, César Domboy, Edmonde Franchi, Manöelle Gaillard

Bewertung

Bewertung_8

17th Jun2016

The Neon Demon (2016) | Filmkritik

von MaryChloe

The Neon Demon

Den Traum vieler hübscher Mädchen, als Model Karriere zu machen, kann der dänische Regisseur Nicolas Winding Refn mit seinem neuesten Werk The Neon Demon so richtig vermiesen: Allein und mit großen Träumen im Gepäck zieht die bildhübsche 16-Jährige Jesse (Elle Fanning) nach Los Angeles, um Model zu werden. Als sie bei Agenturchefin Jan (Christina Hendricks) vorspricht, wird ihr enormes Potenzial schnell erkannt.

neondemon_1 Jesse soll sich als 19-Jährige ausgeben, um an die begehrten Modeljobs zu kommen und schon bald bringt ein Shooting bei Star-Fotograf Jack (Desmond Harrington) ihre Karriere ins Rollen. Sie freundet sich mit der Visagistin Ruby (Jena Malone) an, die Jesse in die Szene einführt und mit ihren Model-Freundinnen Gigi (Bella Heathcote) und Sarah (Abbey Lee) bekannt macht. Während Jesse der Sprung in die Modebranche auf Anhieb gelingt und die erfahrenen Models bei Castings den Kürzeren ziehen, machen sich Neid und Konkurrenzdenken breit.

Der bodenständige Fotograf Dean (Karl Glusman) versucht unterdessen, Jesse vor der Gnadenlosigkeit und Geltungssucht der Modeszene zu beschützen. Doch auch der zwielichtige Motel-Chef Hank (Keanu Reeves) hat das Mädchen auf dem Kieker und bedrängt sie, nachdem sie ihm Ärger eingebrockt hat. Doch Jesses Aufstieg in der Branche ist unaufhaltsam, denn sie besitzt das gewisse Etwas.

Nachdem Nicolas Winding Refns einen Sensationserfolg mit seinem Thriller-Drama Drive (2011) feierte, scheint er nur noch Filme machen zu wollen, die ein unangenehmes Gefühl in der Magengegend hinterlassen. Sein brutaler Rache-Thriller Only God Forgives (2013), dessen Handlung aus einer hohlen Welle der Gewalt bestand, ließ zahlreiche Zuschauer und Refn-Fans mit Bauchweh und noch mehr Fragezeichen zurück.

neondemon_2 Einen starken Magen müssen auch Zuschauer beweisen, die sich Refns neuestes Werk The Neon Demon zu Gemüte ziehen. In diesem Film, der Thriller-, Horror- und Groteske-Elemente enthält, stellt er die Bedeutung und den Wert weiblicher Schönheit in den Fokus und präsentiert einen äußerst eigenwilligen Blick in die Mode- und Modelszene. Seine Weltpremiere feierte der Film auf den 69. Filmfestspielen von Cannes und spaltete dort die Meinungen der Kritiker. Applaus und Buhrufe erklangen im Akkord – ebenso wie bei Only God Forgives drei Jahre zuvor.

Die Anfangssequenz zeigt Model-Newcomerin Jesse bei einem Fotoshooting – elfenhaft liegt sie auf einem Designer-Sofa, bunte Glitzersteinchen bedecken ihr blasses Gesicht, Blut tropft von ihrem Handgelenk, die Kehle ist aufgeschnitten. Ein Bild, das den Beginn und gleichzeitig das grausame Ende ihrer Modelkarriere einleitet. Rein optisch überließen die Macher von The Neon Demon nichts dem Zufall. Bildkomposition, Belichtung und Maske der Darsteller sind bis ins letzte Detail durchgeplant, Kulissen und Kostüme visuell perfekt aufeinander abgestimmt. Wenn Jesse einen Raum betritt, verschwimmt alles um sie herum zu einem endlosen weißen Nichts. Laufsteg und Publikum werden zu einem leuchtenden Dreieck abstrahiert, das ausreicht, um die innere Wandlung der Protagonistin nachzuvollziehen. Der abstrakten und durchgestylten Bildsprache fügt der hauseigene DJ Cliff Martinez, der schon für Drive und Only God Forgives komponierte, einen hypnotischen dröhnenden Soundtrack hinzu, der den Höhepunkt bedrohlich einleitet und langsam herbeiführt.

neondemon_3 In dem erfahrenen Jungstar Elle Fanning (Super 8, Maleficent) hat Nicolas Winding Refn eine ideale Besetzung gefunden, deren Jugend, Unschuld und natürliche Schönheit die künstlich wirkenden Konkurrentinnen Bella Heathcote (Dark Shadows) und Abbey Lee (Mad Max: Fury Road) alt aussehen lassen. Während die Model-Freundinnen zwischen Bewunderung und gefährlicher Missgunst schwanken, entwickelt Jena Malone (Die Tribute von Panem – Catching Fire) als Make-Up Artistin Ruby eine ungesunde Anziehung zu Jessie. Diese versucht indes ihre ganz eigenen Probleme zu bewältigen. Als Star-Designer Alessandro Nivola sie als Muse entdeckt, lässt sie die naive Unschuld vom Lande hinter sich und geht ganz in Nicolas Motto „Beauty isn’t everything. It’s the only thing!“ auf. Der Neon Demon scheint Besitz von ihr ergriffen zu haben und lenkt sie davon ab, die unmittelbaren Gefahren um sie herum wahrzunehmen.

Visuelle Perfektion hin oder her – für eine massive Kritik an amerikanischen Schönheitsidealen und Modewahnsinn ist die Handlung von The Neon Demon schlicht und einfach zu dünn. Doch ein Regisseur wie Refn, der seine Werke unter den Kürzel NWR promotet, verfolgt mit allem was er tut ein Ziel. Man erhält den Eindruck, er wolle auf Teufel komm raus provozieren und sein Publikum spalten. Statt seinen Darstellern in den ersten zwei Filmdritteln Tiefe, deren Dialogen mehr Gehalt oder den Ereignissen mehr Biss zu verleihen, zieht er Einstellungen von Mimik und Gestik seiner Charaktere lieber unnatürlich in die Länge. Da hilft auch kein Auftritt von Matrix-Ikone Keanu Reeves als mies gelaunter Motel-Manager. Seine Rolle ist ebenso austauschbar wie die Figur des Love-Stars Karl Glusman als Fotografen-Neuling Dean.

neondemon_4 Passend zum Hauptthema der Schönheit kratzt die gesamte Geschichte eine gefühlte Ewigkeit an der Oberfläche, bis diese im letzten Drittel des Films aufbricht und Absurditäten sich überschlagen. Refn kommt mit einer verstörenden nekrophilen Sexszene daher, lässt seine Charaktere zum Vampirismus neigen und drückt seinem Werk mit einem kannibalischen Fiasko letztendlich seine markante Brutalität auf, wie man sie aus Drive und Only God Forgives bereits kennt. Aber hier stets mit einer Portion Glitzer verziert.

Nicolas Winding Refn präsentiert mit The Neon Demon eine schillernd strahlende Oberfläche, die ihre äußere Fassade lange aufrecht erhält, unter der es jedoch dreckig, brutal und abartig zugeht. Die Gier nach ewiger Jugend und Perfektion scheint keine Grenzen zu kennen und frisst am Ende einfach alles auf. Für die einen wird The Neon Demon als Kunst durchgehen, für andere als Trash oder bloßer Versuch der Provokation. Viele wird er mit der unlösbaren Frage beschäftigen, ob die Intention des Regisseurs richtig verstanden wurde. Doch diese ist nach meiner Meinung irgendwo zwischen Glitzerdeko und Blutbad untergegangen.

Cast & Crew

Regie: Nicolas Winding Refn
Drehbuch: Nicolas Winding Refn, Mary Laws, Polly Stenham
Musik: Cliff Martinez
Darsteller: Elle Fanning, Jena Malone, Bella Heathcote, Abbey Lee, Karl Glusman, Keanu Reeves, Christina Hendricks, Desmond Harrington

Bewertung

Bewertung_7

10th Jun2016

Stolz und Vorurteil & Zombies (2016) | Filmkritik

von MaryChloe

Stolz und Vorurteil & Zombies

Stolz und Vorurteil & Zombies spielt in einem alternativen England Anfang des 19. Jahrhunderts, wo in einer post-apokalyptischen Todeszone zwischen London und Hertfordshire gefährliche Zombies ihr Unwesen treiben. Elizabeth Bennet (Lily James) lebt mit ihrer Familie im Landhaus ihrer Eltern, in welchem ihr Vater Mr. Bennet (Charles Dance) sie und ihre vier Schwestern Jane (Bella Heathcote), Kitty (Suki Waterhouse), Lydia (Ellie Bamber) und Mary (Millie Brady) in der Kunst der Martial Arts unterrichtet. Denn seit die Untoten begannen auch Hertfordshire zu infiltrieren, herrscht Krieg.

stolzundvorurteilundzombies_1 Doch den britischen Adel plagen zuweilen ganz andere Sorgen. Als der reiche Mr. Bingley (Douglas Booth) in der Nachbarschaft einzieht, sieht Mrs. Bennett (Sally Phillips) einen anstehenden Ball als ideale Gelegenheit, um eine ihrer Töchter unter die Haube zu bringen. Tatsächlich können die Mädchen die Festgesellschaft erfolgreich gegen eine Horde Untote verteidigen und Jane erweckt die Aufmerksamkeit von Bingley. Elizabeth gerät hingegen mit dem stolzen Zombiejäger Mr. Darcy (Sam Riley) aneinander.

Doch dann reisen die Bingleys unerwartet ab und hinterlassen eine enttäuschte Jane. Obwohl Elizabeth sich mit George Wickham (Jack Huston) aus dem lokal stationierten Militär anfreundet, kann sie die erfahrene Beleidigung nicht vergessen. Als sich ihr also die Gelegenheit bietet, ihre Cousine Charlotte (Aisling Loftus) im Haus ihres neuen Ehemannes Mr. Collins (Matt Smith) zu besuchen, in dessen Nähe auch Mr. Darcy weilt, schwört sie, der Sache mit ihrem Katana-Schwert auf den Grund zu gehen. Liz und Darcy müssen eine Menge Vorurteile überwinden, bevor sie im Kampf gegen die Untoten die wahre Liebe füreinander entdecken…

Der mehrfach verfilmte Klassiker Stolz und Vorurteil von Janes Austen in ein Zombiesetting zu katapultieren erscheint auf den ersten Blick merkwürdig. Doch die Idee dazu entstammt keineswegs der lebhaften Fantasie einiger Filmemacher, sondern basiert auf dem gleichnamigen Roman von Seth Grahame-Smith, der 2009 erschien und sich neun Monate auf der Bestsellerliste der New York Times behaupten konnte.

stolzundvorurteilundzombies_2 Wie in der Romanvorlage wurde Jane Austens Geschichte im aktuellen Film im Grunde nicht verändert, sogar Dialoge sind teilweise eins zu eins übernommen. Da alle Bennet-Töchter noch unverheiratet sind, droht die Familie in geraumer Zeit in Armut zu verfallen. Obwohl die Schwestern in Austens Roman schon sehr fortschrittlich und modern im Denken sind, kreieren sie in Stolz und Vorurteil & Zombies als Kämpferinnen ein ganz neues Frauenbild im viktorianischen England.

Zwischen Brautschauen und emanzipatorischen Bemühungen setzen die Darsteller auf fernöstliche Kampfkunst, um die Zombieinvasion aufzuhalten. Lily James spielt in der Rolle der Lizzy eine der bekanntesten und beliebtesten Heldinnen der Literaturgeschichte. James war bisher als Rose MacClare in der Serien Downtown Abbey zu sehen und verkörperte 2015 die titelgebende Hauptfigur in der Neuverfilmung von Cinderella. Der junge Cast wird ergänzt von Bella Heathcote (Dark Shadows), Suki Waterhouse (Die Bestimmung – Insurgent), Jack Huston (American Hustle), Douglas Booth (Noah) sowie den beiden Game-of-Thrones-Stars Lena Headey und Charles Dance.

Die Rolle des Mr. Darcy als unverwechselbarer Zombiekiller mit Samurai-Schwert wird von Sam Riley (Maleficent – die dunkle Fee) verkörpert. Während Lena Headey die Rolle der Zombiekiller-Legende Catherine de Bourgh übernimmt, verfolgt Wickham die Idee, eine Versöhnung zwischen Mensch und Zombie herbeizuführen und eine friedliche Koexistenz zu ermöglichen – leider sind seine Motive dabei nicht gerade uneigennützig.

stolzundvorurteilundzombies_3 Stolz und Vorurteil ist schon so oft und so erfolgreich verfilmt worden (zuletzt 2005 mit Keira Knightley), dass man sich eine weitere Adaption nicht hätte vorstellen können. Doch durch die Ergänzung der Zombiethematik hat der Regisseur Stephen Burr (17 Again) die Story für eine ganz neue Generation zugänglich gemacht. Zehn Jahre nach der letzten Stolz und Vorurteil Verfilmung macht Burr aus den Bennet-Schwestern fünf kampferfahrene Heldinnen und liefert im Stil von Hänsel & Gretel: Hexenjäger und Snow White and the Huntsman eine Variation des Jane-Austen-Klassikers mit einer vollen Ladung schwarzem Humor und Martial-Arts-Action.

Neben gelungenen Kampfszenen hat vor allem die Kostümabteilung ganze Arbeit geleistet. Halb verfaulte Gesichter, aus denen hier und da kleine Knochen sprießen, in imposanten Kostümen und Turmfrisuren aus dem 18. Jahrhundert sorgen allerdings für mehr Lacher als Gruselmomente. Doch neben einigen überholten Klamauk-Szenen bemüht sich der Film ernsthaft zu bleiben, so verzichtet man auf unnötige Splatter-Action und Kameramann Remi Adefarasin (Beste Kamera für Elizabeth) fängt stattdessen jede Menge schöne und verträumte Kulissen ein, ganz im Stil von typischen britischen Janes-Austen-Settings.

Mit Szenen, die zwischen Zombie-Jagden und Brautschauen wechseln, ist es dem Regisseur gelungen, zwei völlig verschiedene Genres miteinander zu verbinden. Zwar sind die Zombie-Kämpfe nette Hingucker, die gesamte Problematik der Untoten ist im gesamten Film allerdings ein Nebenwerk. Der Film bleibt der Geschichte um Elizabeth Bennet und der ganzen Struktur von Austens Roman treu und peppt die altbekannte Erzählung durch eine Zombie-Plage lediglich etwas auf.

Genremäßig irgendwo zwischen Drama, Horror und Comedy bietet der Film für jeden Zuschauer etwas. Neben ein zwei platten Witzen, überzeugt Stolz und Vorurteil & Zombies mit kreativen Kulissen und talentierten Jungschauspielern. Durch die Nähe zum Roman dürften sich Fan von Jane Austen köstlich amüsieren, Fans von tiefergehender packender Zombie-Bedrohung warten besser auf die nächste The Walking Dead-Staffel.

Trailer

Cast & Crew

Regie: Burr Steers
Drehbuch: Burr Steers
Musik: Fernando Velázquez
Darsteller: Lily James, Sam Riley, Jack Huston, Bella Heathcote, Douglas Booth, Matt Smith, Charles Dance, Lena Headey

Bewertung

Bewertung_7

23rd Mai2016

Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln (2016) | Filmkritik

von MaryChloe

Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln

Sechs Jahre nach dem Sensationserfolg Alice im Wunderland (2010) erwacht die magische Welt, in der man mit Flamingos Croquet spielt oder Kaninchen auf Teeparties trifft, erneut auf der Kinoleinwand zum Leben.

aliceimwunderland2_1 Alice Kingsleigh (Mia Wasikowska) hat die letzten drei Jahre seit ihrem Ausflug ins Wunderland damit verbracht, in die Fußstapfen ihres Vaters zu treten und die sieben Weltmeere zu besegeln. Als sie jedoch nach London zurückkehrt muss sie feststellen, dass sich die traditionellen Ansichten über die Rolle der Frau in der Gesellschaft nicht geändert haben und eine Zukunft nach ihren Vorstellungen nicht möglich scheint. Während eines Empfangs trifft Alice auf die ehemalige Raupe Absolem (Alan Rickman), die sich zu einem prächtigen Monarchfalter entwickelt hat. Dieser führt Alice zu einem magischen Spiegel, durch den sie zurück in das Reich von Unterland gelangt.

Dort trifft sie ihre alten Freunde wieder: das weiße Kaninchen (Michael Sheen), die Grinsekatze (Stephen Fry), die Haselmaus (Barbara Windsor), den Märzhasen (Paul Whitehouse), Diedeldum und Diedeldei (Matt Lucas) und die weiße Königin Mirana (Anne Hathaway).

Doch die Stimmung ist betrübt, denn der verrückte Hutmacher (Johnny Depp) ist nicht mehr er selbst und droht vor Trauer um seine Familie zu sterben. Um ihn vor dem Tod zu bewahren, macht sich Alice auf den Weg zur personifizierten Zeit (Sacha Baron Cohen) selbst. Mit Hilfe der Chronosphäre, einer Kugel, von der alle Zeit ausgeht, will Alice in die Vergangenheit reisen und die Familie des Hutmachers retten. Hier beginnt für sie selbst ein riskanter Wettlauf gegen die Zeit.

aliceimwunderland2_2 Die Geschichten um Alice und ihre Reise ins Wunderland faszinieren schon seit über 150 Jahren. Nachdem Lewis Carroll den Roman Alice im Wunderland im Jahr 1865 veröffentlichte, folgte sechs Jahre später die Fortsetzung Alice hinter den Spiegeln. Sechs Jahre liegen nun auch zwischen den beiden Disney-Produktionen, in denen Alice als junge Frau erneut den Weg ins Unterland findet. Dabei ist Alice im Wunderland 2: Hinter den Spiegeln keine Adaption des zweiten Romans. Nur lose auf der Buchvorlage basierend, ist sie mehr eine Fortsetzung von Tim Burtons 3D Neuinterpretation aus dem Jahre 2010. Das Drehbuch stammt erneut von Linda Woolverton (Maleficent – Die dunkle Fee), welche Alice diesmal auf eine abenteuerliche Zeitreise schickt.

Sämtliche Stars aus der Version von 2010 sind wieder auf der Leinwand vereint. Unter ihnen auch Helena Bonham Carter als die Rote Königin Iracebeth. Zu den altbekannten Darstellern gesellen sich Rhys Ifans (Notting Hill) als Vater des verrückten Hutmachers und Sascha Baron Cohen (Borat) als die Zeit selbst. Matt Vogel (The Muppets) spricht die Rolle des Wilkins, die rechte Hand der Zeit.

aliceimwunderland2_3 Die sechs Jahre Pause zwischen den beiden Filmen bringen so einige Veränderungen mit sich. So ist Tim Burton bei Alice im Wunderland 2 lediglich als Produzent tätig und überließ seinen Platz auf dem Regiestuhl dem Die Muppets (2011)-Regisseur James Bobin. Der britische Filmemacher nahm die Herausforderung an, die von Tim Burton geschaffene Fantasiewelt weiterzuerzählen, und setzte ihr seinen eigenen Stempel auf. Die verstrichenen Jahre Entwicklung in der Filmtechnik bleiben dabei nicht unbemerkt. Die magische Welt hinter den Spiegeln ist noch praller gefüllt mit imposanten Bildern, noch beeindruckender in der Farbgestaltung und Kreativität, die 3D Technik visuell noch ausgereifter und detaillierter. So betritt Alice auf riesigen Uhrzeigern das Zentrum aller Zeit, wo alle Uhren der Lebenden ihr letztes Stündlein schlagen. Zudem fliegt sie durch ein gewaltiges Meer aus Erinnerungen mit meterhohen Wellen als Stationen der Vergangenheit ihrer Freunde.

In diesen erleben die Zuschauer wichtige Momente im Leben der Charaktere und erfahren, was es mit dem riesigen Kopf und der Boshaftigkeit der Roten Königin auf sich hat (und inwiefern die weiße König daran nicht unschuldig ist) oder weshalb der verrückte Hutmacher immer verrückter wurde. Das Wunderland selbst verliert etwas an altbekannter Skurrilität, wird aber umso kinderfreundlicher, da diesmal weder Drachen ihr Augenlicht oder Leben lassen müssen noch Hauptpersonen geköpft werden sollen.

aliceimwunderland2_4 Das Hauptthema der Zeit wird in Alice im Wunderland 2 in oft gesehener Manier aufgegriffen und mündet in der vorhersehbaren Erkenntnis, dass man die Vergangenheit nicht ändern kann. Und so sehr Alice die Zeit davonzulaufen droht, so sehr wird man auch als Zuschauer durch die einzelnen Etappen der Vergangenheit gehetzt. Der Fokus liegt dabei deutlich auf der Geschichte des Hutmachers und der beiden Königinnen, die Rollen der kleinen Freunde kommen daher zu kurz. So wirken der Märzhase, Haselmaus und Grinsekatze nur wie nettes Beiwerk. Ein weiteres Hauptaugenmerk liegt auf der Darstellung der personifizierten Zeit, der von Sasha Baron Cohan amüsant gespielte inkompetente Wächter aller Minuten und Sekunden, in dessen Händen sich wirklich niemand die Zeit wünscht.

Mit musikalischer Untermalung von Grammy-Gewinner Danny Elfman (Charlie und die Schokoladenfabrik) ist Alice im Wunderland 2 eine visuell und auditiv stimmige Geschichte, die trotz vorhersehbarer Handlung voller Detailverliebtheit und der Spannung steckt, ob Alice durch die Reise in die Vergangenheit die Zukunft ihres Freundes, dem Hutmacher, ändern kann.

In Alice im Wunderland 2: Hinter den Spiegeln versammelt sich erneut der bekannte hochkarätige Cast vor einer fantasievollen Kinokulisse und taucht zusammen mit Alice in die Bedeutung der Zeit ein. Bobin schuf einen familienfreundlichen Spaß, in dem das letzte Stündlein der beliebten Figuren aus Lewis Carrolls Abenteuern noch lange nicht geschlagen hat.

Trailer

Cast & Crew

Regie: James Bobin
Drehbuch: Linda Woolverton
Musik: Danny Elfman
Darsteller: Mia Wasikowska, Helena Bonham Carter, Johnny Depp, Anne Hathaway, Sacha Baron Cohen, Rhys Ifans, Matt Lucas, Edward Speleers, Andrew Scott

Bewertung

Bewertung_7

03rd Mai2016

We Are Your Friends (2015) | Filmkritik

von MaryChloe

We Are Your Friends

Musik ist das Leben des 23-jährigen Cole Carter (Zac Efron), der davon träumt, als Electro-DJ durchzustarten. Er hofft und arbeitet unermüdlich darauf hin, mit dem ultimativen Track den Durchbruch zu schaffen. Tagsüber hängt er mit seinen High-School-Freunden ab, von denen niemand Lust auf Knochenjobs hat, in denen sie schuften und andere verdienen. Deshalb zieht es sie nachts in die Clubs von Los Angeles, in denen sie ihr Glück als Party-Veranstalter versuchen – mit Cole als DJ am Laptop.

weareyourfriends_1 Leider will sich der Erfolg nicht so recht einstellen, sodass den Jungs gar nichts anderes übrig bleibt, als für den zweifelhaften Unternehmer Paige (Jon Bernthal) zu arbeiten. Cole tüftelt unterdessen weiter an seiner DJ-Karriere und lernt den namhaften DJ James Reed (Wes Bentley) kennen, der Cole bald unter seine Fittiche nimmt und ihn bei seinem Traum fördert. Die Zeichen stehen auf Erfolg, doch da verliebt er sich ausgerechnet in Sophie (Emily Ratajkowski), Assistentin und Freundin seines Mentors. Daraufhin beginnt seine Freundschaft zu James zu bröckeln und Cole steht vor einer schwierigen Entscheidung. Er setzt alles, wofür er brennt, aufs Spiel und auch seine Freunde stellen Coles Loyalität in Frage.

Regisseur Max Joseph hat sich in den USA als On-Screen-Kameramann der MTV-Show Catfish einen Namen gemacht. Nachdem er mit der Kurz-Dokumentation 12 Years of DFA (2013) Einblicke in die Arbeit und Geschichte des New Yorker Plattenlabels gab, brachte er mit We Are Your Friends sein Spielfilm-Debüt in die Kinos. Er führt die Zuschauer in die Welt der elektronischen Tanzmusik und diese erscheint auf den ersten Blick doch recht simpel: Partys, Drogen, Alkohol und wackelnde Frauenpopos ohne Ende.

weareyourfriends_2 Zac Efron (17 Again) stellte sein musikalisches Talent bereits mehrfach unter Beweis. Vom pubertierenden Schmuse-Teenie-Sänger aus Highschool Musical (2006-2008) zum smarten Sunny Boy gemausert, gibt er in We Are Your Friends nicht seine Stimme, sondern besondere Elektro-Beats zum Besten und versucht, mit diesen den musikalischen Durchbruch zu schaffen. In der Besetzung finden wir neben Zac Efron einige bekannte Gesichter, so spielt Wes Bentley – ziemlich cool – den selbstsicheren und erfolgversprechenden DJ und Mentor. Außerdem tritt Jon Bernthal (Herz aus Stahl) in die Rolle des skrupellosen Immobilienmaklers, der alles verkörpert, was die vier Freunde nicht sein wollen.

In weiteren Nebenrollen gibt Jonny Weston (Die Bestimmung) den Choleriker und Schlägertypen unter den Freunden und Shilo Fernandez (The East) den Skeptiker, der sich als erster von seiner Clique entfremdet. Schauspielerin, Model und Sexbombe Emily Ratajkowski, die man aus dem Musik-Video zum Ohrwurm „Blurred Lines“ kennt und die bereits im Thriller Gone Girl (2013) mitwirkte, sorgt als Coles Love Interest Sophie für Spannungen zwischen ihm und seinem Förderer, der ihm zu seinem Durchbruch verhelfen könnte. Lohnt es sich, eine mögliche Karriere für das Begehren dieser Frau aufs Spiel zu setzen? Cole hat dazu eine eindeutige Meinung, jedoch gerät die platte und recht emotionslose Lovestory der beiden schnell in den Hintergrund und wird im Verlauf der Geschichte von klangvollen Elektro-Sounds und heftigem Dubstep übertönt.

weareyourfriends_3 Der Soundtrack hat es allerdings in sich. Die 18 Techno-Songs von „I Can Be Somebody“ über „Something About You“ bis zum titelgebenden „We are your friends“ geben der vorhersehbaren Handlung und den stereotypen Charakteren ordentlich Pepp und Schwung. Geschickt baut der Regisseur dokumentarische Elemente ein und gibt hier und da kleine Crash-Kurse in Sachen Elektro-Musik. So lernt Cole, dass der richtige Sound Seele braucht und 120 Beats per Minute genau das Tempo ist, mit dem man ins Herz der Partymeute trifft. Unterstützt werden die Lektionen von bunten Schrifteinblendungen und Comic-Elementen, die angesichts der ständigen Drogeneinflüsse nicht fehl am Platz wirken. Zusätzlich schwenken die Kameraeinstellungen immer wieder über Coles Mischpult oder als Kontrast über die Skyline von Los Angeles sowie die nächtliche Kulisse von Las Vegas.

So wirkt Max Josephs Debüt wie ein 96-minütiges Musikvideo und vermittelt das ausgelassene Lebensgefühl der amerikanischen Elektronik-Szene. Alle angesagten Beats der Musikrichtung lernt man im Schnelldurchlauf kennen und erfährt darüber hinaus noch etwas über das Wesen der elektronischen Musik.

Intelligente Dialoge gibt es zwar nur selten, jedoch stellt man solche Erwartungen auch kaum an Anfang-Zwanziger, die überwiegend auf Droge und am Feiern sind. Dass Cole überhaupt klar genug ist, um treibende Beats zu kreieren, ist verwunderlich. Herausgekommen ist schlussendlich dennoch eine unterhaltsame musikalische Reise ins Innere der Elektromusik. Mitreißende Tracks, kreative visuelle Elemente und passable Darsteller schaffen es, dass man über die vorhersehbare Story und die einfallslosen Charaktere getrost hinwegsehen kann. We Are Your Friends trifft den Nerv der Zeit und macht Lust auf den nächsten Club-Besuch oder das nächste Elektro-Festival.

Cast & Crew

Regie: Max Joseph
Drehbuch: Max Joseph, Meaghan Oppenheimer
Musik: Matthew Simpson
Darsteller: Zac Efron, Wes Bentley, Emily Ratajkowski, Vanessa Lengies, Jon Abrahams, Shiloh Fernandez, Jonny Weston, Alex Shaffer, Alicia Coppola, Jon Bernthal

Bewertung

Bewertung_7

18th Feb2016

Carol (2015) | Filmkritik

von MaryChloe

Carol

Mehr als ein halbes Jahrhundert nach Erscheinen des Romans Salz und sein Preis, den Patricia Highsmith unter dem Pseudonym Claire Morgan schrieb, fand das lesbische Liebesdrama Einzug in die Kinos.

carol_1 In New York im Jahre 1952 prallen die Welten zweier Frauen aufeinander. Carol Aird (Cate Blanchett) ist verheiratet, Mutter einer kleinen Tochter, erfahren, elegant und reich. Ihre Ehe mit Harge (Kyle Chandler) steht kurz vor der Scheidung – obwohl er verbissen um die Verbindung kämpft. Im Weihnachtstrubel trifft Carol in einem Warenhaus auf die unerfahrene Verkäuferin Therese Belivet (Rooney Mara). Sie ist Anfang zwanzig, hat einen Freund, den sie nicht liebt, und einen Beruf, in den sie gerade erst hineinwächst.

Beim Kauf eines Geschenks lässt Carol mit Absicht ihre Handschuhe liegen, um mit Therese in Kontakt zu kommen. Und tatsächlich freunden sich die beiden so ungleichen Frauen schnell an und verlieben sich allmählich ineinander – sehr zum Unwillen von Carols Mann, der immer noch geschockt von einer früheren Affäre seiner Frau mit ihrer besten Freundin Abby (Sarah Paulson) ist. Zudem stellt er ihre Fähigkeiten als Mutter in Frage und will das alleinige Sorgerecht für die Tochter. Sind unter diesen Umständen die Hindernisse um Alter, Status, Vermögen und der gleichgeschlechtlichen Liebe überwindbar?

Patricia Highsmiths Roman aus dem Jahr 1952 gehört zu den frühesten und einflussreichsten Büchern lesbischer Literatur. Erst achtunddreißig Jahre nach seiner Erstveröffentlichung gab sich die Schriftstellerin als Verfasserin des Buchs zu erkennen. In der prüden amerikanischen Gesellschaft der 50er Jahre ist die gleichgeschlechtliche Liebe ein Tabuthema.

carol_2 Regisseur Todd Haynes (I’m Not There) thematisierte in seinem Drama Dem Himmel so fern schon einmal eine moralische Schranke der 1950er Jahre, in dem er die Beziehung einer weißen Frau zu einem schwarzen Mann porträtiert. Und auch in der Miniserie Mildred Pierce thematisierte er eine starke Frau und Mutter zur Zeit der Großen Depression. Nach dem Blau ist eine warme Farbe (2013) als lesbischer Skandalfilm bei den Filmfestspielen von Cannes 2013 gefeiert wurde, konnte mit Carol im Mai 2015 erneut ein lesbisches Liebesdrama für Aufmerksamkeit in der Filmbranche sorgen. Jedoch schuf Haynes mit diesem Werk keineswegs einen Skandalfilm, sondern erzählt mit viel Ruhe, Präzision und gemäßigtem Tempo das zarte Entstehen inniger Gefühle und unterdrückter Leidenschaft, die eigentlich nicht sein dürfte.

Die Kamera von Ed Lachman, der bereits in I´m not there (2007) und Dem Himmel so fern (2002) mit Todd Haynes zusammenarbeitete, bleibt stets nah an Therese und zeigt die unnahbare und zugleich anziehende Carol allein aus ihrer Perspektive. Die Hauptfigur, die von Blanchett hervorragend inszeniert wird, beeindruckt von Beginn an durch ihre Eleganz, Reife und Attraktivität. Doch der Bann um die mysteriöse wie umwerfende Frau löst sich allmählich auf und die statuenhafte Gestalt von Carol beginnt mit der Zeit etwas zu ermüden. Als Zuschauer wartet man gespannt darauf, wie die angestauten Emotionen aus der so beherrschten Frau herausbrechen. Jedoch wirkt Carol selbst in ihren emotionalsten Momenten kontrolliert.

carol_3 Vielmehr mausert sich Rooney Mara (Verblendung, Side Effects) als wahrer Gewinn für den Film, die für ihre Darstellung der Therese beim Festival in Cannes 2015 eine Palme als beste Darstellerin erhielt. Ihre Figur erlebt im Gegensatz zu Carol eine Entwicklung und ist um Weiten vielschichtiger. Zu Beginn wirkt sie wie ein verschüchtertes Reh, ist überwältigt und verunsichert von den eigenen Gefühlen. Doch sie entpuppt sich im weiteren Verlauf als intelligente und willensstarke Frau, die durch die Beziehung zur reiferen Wohlstandsdame Carol wächst. Bis kurz vor Schluss des Films sieht der Zuschauer immer mit ihren Augen und verfolgt die zarten Annäherungen, bis die Gefühle dann endgültig nicht mehr aufzuhalten sind.

Dabei schafft die sexuelle Beziehung der beiden Frauen, die fast beiläufig wirkt, unüberwindbare Hürden. Diese zeigen sich in der Rolle von Kyle Chandler (Zero Dark Thirty), der als Noch-Ehemann seine Frau bespitzeln lässt, um ihr das Sorgerecht über die gemeinsame Tochter zu entziehen. Er vertritt die Ansichten der damaligen Gesellschaft mit Vorurteilen und Intoleranz. Die Rolle von Sarah Paulson, die schon in American Horror Story: Asylum eine lesbische Frau in den 60er Jahren verkörperte, kommt hier als ehemalige Geliebte von Carol etwas zu kurz und hätte durchaus mehr Potenzial gehabt.

Das lesbische Liebesdrama geht mit sechs Nominierungen als Anwärter auf den diesjährigen Oscar ins Rennen, darunter auch für das beste Kostümdesign. Dieses ist von der eleganten Pelzrobe und langen Handschuhen Carols zu Strickpullis und Weihnachtsmütze der schüchternen Therese bis ins letzte Detail abgestimmt. Die vorweihnachtliche Szenerie und winterliche Landschaft schafft eine stimmige Atmosphäre, in die sich das Mysterium Carol einfügt und die wunderbar zu den unterdrückten Gefühlen beider Frauen passt.

Todd Heynes schuf mit Carol eine hochkarätige und erstklassig gespielte Liebesromanze zwischen zwei Frauen, die sich den Konventionen ihrer Zeit widersetzen. Die Ausstattung, die darstellerische Leistung und die sehnsuchtsvolle Anziehung beider Protagonistinnen verstehen trotz gemächlichem Erzähltempo zu fesseln und den Zuschauer in ihren Bann zu ziehen.

Trailer

Cast & Crew

Regie: Todd Haynes
Drehbuch: Phyllis Nagy
Musik: Carter Burwell
Darsteller: Cate Blanchett, Rooney Mara, Sarah Paulson, Kyle Chandler, Jake Lacy

Bewertung

Bewertung_8

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