Was passierte eigentlich mit dem „Duke Nukem“-Film mit John Cena?

Ein Blick auf den schwierigen Sprung vom PC auf die Leinwand.

von Mathias Grunwald

Es klang im Jahr 2018 wie die perfekte Besetzung für einen hirnlosen, aber enorm unterhaltsamen Popcorn-Blockbuster: Das berühmte und berüchtigte Videospiel Duke Nukem sollte endlich von der Spielekonsole auf die große Leinwand gebracht werden. In Zusammenarbeit mit der Produktionsfirma Platinum Dunes (Michael Bay) sollte der kultige Egoshooter die Kinos erobern. Für die Rolle des zigarrenkauenden, muskulösen Protagonisten stand niemand Geringeres als WWE-Champion und Schauspieler John Cena in ernsthaften Verhandlungen. Doch wie so oft in Hollywood kam am Ende alles anders.

Quelle: Facebook – Original by Urbanator

Duke Nukem: Vom 2D-Jump’n’Run zum vulgären Kult-Shooter

Die Geschichte des Games begann bereits 1991 als simples, zweidimensionales Jump’n’Run mit Beat’em-Up-Elementen. Das Spiel feierte schnell Erfolge, doch der wahre Durchbruch gelang erst 1996 mit dem für damalige Verhältnisse innovativen Egoshooter Duke Nukem 3D. In den Spielen bekämpft der Protagonist blutrünstige Alien-Invasoren (meist in Schweineform), um die Welt – und vor allem die Frauen – zu retten. Dabei ging es nicht nur besonders gewaltsam zu, der Duke hatte auch stets humorvolle, zynische und äußerst vulgäre Sprüche auf Lager. Nukem verkörperte die Rolle eines testosterongesteuerten Machos, zu dessen Hauptinteressen dicke Wummen, Zigarren und Stripclubs gehörten – eine völlig überzeichnete Parodie der klassischen 80er-Jahre-Actionhelden á la Schwarzenegger oder Stallone.

Der geplatzte Traum mit John Cena

Die Pläne, diesen Actionhelden mit Michael Bay als Produzent ins Kino zu bringen, schienen auf dem Papier genial. Cena war rein optisch (Statur, markanter Kiefer, blondierter Bürstenschnitt) das absolute Ebenbild des Dukes. Das Problem lag jedoch hinter den Kulissen: Es fand sich schlichtweg kein Drehbuchautor, der den extrem unpolitischen und chauvinistischen Humor der 90er-Jahre-Vorlage vernünftig in die heutige Zeit übersetzen konnte, ohne dass es peinlich oder deplatziert wirkte. Nachdem das Projekt jahrelang in der berühmten „Development Hell“ (Entwicklungshölle) von Hollywood feststeckte, liefen die Filmrechte von Platinum Dunes schließlich aus. John Cena zog weiter und fand stattdessen als Peacemaker im DC-Universum seine popkulturelle Paraderolle.

Wie steht es heute um die Verfilmung?

Auch wenn das Projekt mit John Cena tot ist, bleibt der Traum von einer Duke-Verfilmung lebendig. Im Jahr 2022 sicherte sich Legendary Pictures (das Studio hinter Mega-Hits wie Dune und Godzilla) die Filmrechte am Duke-Nukem-Franchise. Um das heikle Thema tonal in den Griff zu bekommen, heuerte das Studio die Serienschöpfer von Cobra Kai (Josh Heald, Jon Hurwitz und Hayden Schlossberg) als Produzenten an. Wer gesehen hat, wie clever und selbstironisch sie den 80er-Jahre-Machismo von Johnny Lawrence in Cobra Kai in die Moderne transportiert haben, der weiß: Wenn jemand den Duke ins 21. Jahrhundert holen kann, ohne seinen Kern zu verraten, dann sie.

Fans des schießwütigen Dukes müssen sich also weiterhin gedulden. Ob und wann „Hail to the King, Baby!“ endlich durch die Kinosäle schallt, steht aktuell noch in den Sternen.

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