Song Sung Blue reiht sich auf den ersten Blick in die lange Liste der Musikfilme ein – doch mit seinem Fokus auf eine Tribute-Band bringt der Film eine erfrischend andere Perspektive ins Genre.
Zwischen Coverband und großen Gefühlen
Statt den Aufstieg eines Weltstars zu erzählen, widmet sich Regisseur Craig Brewer den kleinen Bühnen, den großen Träumen und den Menschen dahinter. Basierend auf einer wahren Geschichte entsteht so ein Film, der weniger vom Ruhm als vielmehr von Leidenschaft und Durchhaltevermögen erzählt.
Im Zentrum stehen Mike (Hugh Jackman) und Claire (Kate Hudson), zwei vom Leben gezeichnete Musiker, die sich eher zufällig begegnen und gemeinsam eine Neil-Diamond-Tribute-Band gründen: Lightning & Thunder. Was als kleines Projekt beginnt, entwickelt sich Schritt für Schritt zu einem lokalen Erfolg.
Vom Wohnzimmerprojekt zur großen Bühne
Doch der Weg dorthin ist alles andere als einfach. Rückschläge, persönliche Krisen und tragische Ereignisse stellen die Beziehung der beiden immer wieder auf die Probe. Ihre gemeinsame Liebe zur Musik wird dabei zum Anker und zur treibenden Kraft, um weiterzumachen.
Zwischen Herzschmerz und Bühnenlicht
Song Sung Blue lebt vor allem von seiner emotionalen Wucht. Besonders Kate Hudson überzeugt mit einer intensiven, vielschichtigen Darstellung. Sie spielt ihre Rolle mit einer Verletzlichkeit und Energie, die den Film trägt und ihm seine stärksten Momente verleiht.
Hugh Jackman steht ihr dabei in nichts nach. Er bringt nicht nur gesangliches Talent mit, sondern überzeugt auch schauspielerisch. Dennoch bleibt seine Figur etwas weniger tief gezeichnet als die von Hudson, was das emotionale Gleichgewicht leicht verschiebt.
Wie bei jedem Musikfilm steht und fällt das Erlebnis mit der Musik.
Wenn Musik Geschmackssache wird
Die Songs von Neil Diamond sind zweifellos Klassiker, doch ihre Wirkung ist stark vom persönlichen Geschmack abhängig. Während Sweet Caroline nahezu jeder kennt, dürften viele andere Stücke gerade für ein deutsches Publikum weniger präsent sein.
Der Film greift diesen Umstand sogar selbstironisch auf und trifft damit einen wunden Punkt. Denn nicht jeder Song entfaltet die gleiche mitreißende Wirkung, die man sich für ein solches Genre wünschen würde.
Visuell und inszenatorisch macht der Film vieles richtig. Kostüme, Bühnenauftritte und Kameraarbeit sind stimmig und transportieren das Gefühl einer echten Musikerreise. Auch die Atmosphäre zwischen kleinen Clubs und größeren Auftritten wird glaubwürdig eingefangen.
Stil, Struktur und kleine Stolpersteine
Allerdings schwächelt der Film in seiner Erzählstruktur. Die zeitlichen Sprünge wirken teilweise unklar, und der Verlauf der Geschichte fühlt sich stellenweise komprimiert an – fast so, als würden sich die Ereignisse innerhalb weniger Monate abspielen. Dadurch verlieren einige Entwicklungen an Gewicht.
Stark gespielt, nicht ganz rund erzählt
Song Sung Blue ist ein emotionaler Musikfilm, der vor allem durch seine Darsteller überzeugt. Die Geschichte einer Tribute-Band bringt frischen Wind ins Genre und bietet viele berührende Momente zwischen Liebe, Verlust und Hoffnung.
Trotz Schwächen in der Struktur und einer Musik, die nicht jeden gleichermaßen erreicht, bleibt ein Film, der vor allem durch Kate Hudson und seine intensiven Augenblicke in Erinnerung bleibt. Kein perfektes Werk, aber ein ehrlicher, gefühlvoller Beitrag zum Genre.
Hinweis: Ab 23. April ist Song Sung Blue als Blu-ray und DVD erhältlich.

Bildrechte: Universal Pictures (Plaion Pictures)



