Seit einiger Zeit laufen die Lizenzen für Disney-Figuren aus und seltsamerweise finden sich die knuffigen Charaktere nun mehr und mehr in Slasherfilmen wieder. Nach Steamboat Willie und Winnie the Pooh trifft es jetzt auch in Pinocchio: Unstrung die Holznase.
Wenn Pinocchio zum Slasher wird
Auch hier arbeitet Meister Gepetto (Richard Brake) an einer lebenden Holzpuppe, die davon träumt, ein echter Junge zu sein. Doch damit hören die Gemeinsamkeiten zu Disney und dem Kinderbuch von Carlo Collodi auch schon auf. Gepetto möchte hier nämlich seinen Enkel trösten, der seine Eltern und seinen besten Freund verloren hat.
Kurzerhand stellt er James (Cameron Bell) den frisch erweckten Holzmichel vor. Und der erste, creepy Eindruck täuscht hier nicht.
Obwohl Junge und Puppe schnell Freundschaft schließen, wächst in Pinocchio eine Blutgier heran, die sich ziemlich rasant entlädt.
Die Holzpuppe mit Blutdurst
Im Glauben, seinen besten Freund vor bösen Menschen zu schützen, wetzt der Holzlümmel das Schlachtemesser. Auch wenn die ersten Tode eher Versehen à la Final Destination sind, kommt die Puppe später auf den Geschmack.
Wie man an den völlig überzogenen Gore-Effekten sehen kann, nimmt sich der Film nicht wirklich ernst. Trotzdem werden hier schnell die Regeln der menschlichen Anatomie für ein paar schaurige Schockmomente außer Kraft gesetzt. Das wirkt eher nach Bugs Bunny und nicht nach Genrekollegen wie Terrifier.
Als dann noch ein Freddy-Krueger-Jiminy-Cricket – tatsächlich von Robert Englund gesprochen – auf den Plan tritt und die Holzmutter böse an Pocahontas‘ Weide erinnert, wird es gar absurd.
Eine Puppe ohne klare Motivation
Fast möchte man den Machern des Films schon eine Sitzung beim Psychologen empfehlen. So verstörend geht es hier teilweise zu. Für Slasherfans kann das durchaus seinen Reiz haben, doch einmal Gucken reicht hier völlig aus. Pinocchio ist eine Puppe, die davon träumt, ein Mensch zu sein – Pinocchio Unstrung träumt davon, ein guter Horrorfilm zu sein. Beide scheitern hier auf ganzer Linie.
Ein wenig mehr Motivation hätte dem hölzernen Meuchler sicherlich gutgetan. Gilt es nun, alle zu töten, die dem besten Freund schaden, oder will man Organe sammeln, um menschlicher zu werden? Ganz so genau weiß es das Drehbuch wohl auch nicht.
Das nächste Horror-Märchen darf kommen
Mal sehen, was die Macher als Nächstes verfilmen. Dumbo, der Killerelefant, oder Kettensägen-Bambi könnten interessant werden.

Bildrechte: PLAION PICTURES
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