Nichts geht über ein abenteuerliches Leben auf der Straße. Keine Regeln, außer die der StVO, unendliche Freiheit und das Gefühl, alles hinter sich zu lassen, was nicht in einen Wohnwagen passt.
Wenn der Roadtrip zum Albtraum wird
Für Tyler (Jacob Scipio) und seine Verlobte Maddie (Lou Llobell) währt der ewige Roadtrip erst ein paar Wochen, ehe sich dunkle Wolken am Horizont abzeichnen.
Als sie bei einem Unfall dem überlebenden Fahrer helfen wollen, hängt sich eine dämonische Entität an die Fersen der beiden Reisenden.
Maddie beginnt, eine unheimliche Gestalt in den Schatten auszumachen und wird schon bald von einem bleichen Mann verfolgt, der Tod und Leid mit sich bringt. Durch Recherchen bringt sie die düstere Wahrheit ans Licht, dass unzählige Reisende wegen dieses Monsters für immer auf den Straßen verschollen bleiben.
130 Million Menschen machen jedes Jahr einen Roadtrip.
Dass auch noch eine unheimliche Kratzspur den gemeinsamen Van verziert, verspricht ebenfalls ein böses Omen zu sein.
Nur wer die Regeln der Straße kennt, kann sich vor dem Bösen schützen: Fahre niemals in der Nacht, bleib nicht stehen und steig nicht aus. Doch diese Regeln haben Tyler und Maddie bereits von Anfang an nicht bedacht und jetzt ist es zu spät. Auch wenn es moralischen Beistand von einer rätselhaften Wohnwagenfrau gibt, bleiben Tyler und Maddie die meiste Zeit auf sich gestellt.
Spätestens nach Hitcher – Der Highway Killer oder Jeepers Creepers weiß man, dass man auf der Landstraße viele ungemütliche Bekanntschaften schließen kann. Regisseur André Øvredal geht noch etwas weiter und hetzt einen Landstraßenschreck auf ahnungslose Autotouristen los.
Starker Auftakt, schwacher Mittelteil
Durch viele Jumpscares lässt der Film zu Beginn den Adrenalinpegel schnell steigen, verliert aber an Fahrt, wenn das hagere Bleichgesicht etwas zu häufig in die Kamera stiert. Durch die inflationäre Nutzung des Antagonisten gewöhnt man sich schnell an den fahlen Fremden und fürchtet ihn eher dort, wo er sein könnte, statt dort, wo er dann tatsächlich ist.
Ein wenig Hintergrundgeschichte hätte dem Ganzen ebenfalls sehr gutgetan. Wo kommt der Passagier her und was will er genau? Warum macht er mit manchen Leuten kurzen Prozess und lässt das reisende Liebespaar so lange zappeln? Ein bisschen Mythologie hier, ein wenig Straßenaberglaube da hätte dem Horrorstreifen gut zu Gesicht gestanden.
Stattdessen gibt es nur halbgare Exposition und viel zu schnell heruntergeratterte Wikipedia-Einträge. Hinzu kommen noch ein paar Logikschlaglöcher, die der Handlung besonders gegen Ende zusetzen.
Dabei ist das Szenario, sich bei einer nächtlichen Autofahrt verfolgt zu fühlen, schon vielen Reisenden so ergangen.
Zu wenig aus einer spannenden Idee gemacht
Wenn man meilenweit nur schwarzen Asphalt sieht und im Scheinwerferlicht lediglich schemenhafte Umrisse erkennt, geht die Fantasie gern mit einem durch. Hier bleibt jedoch viel Potenzial auf der Straße liegen.
So wird es nur eine mittelprächtige Geisterbahnfahrt mit wenigen Highlights, die aus Passenger vermutlich nicht das nächste Killer-Franchise machen wird. Auch wenn es gute Ansätze gibt, hätte man hier ruhig ein bisschen mehr Gas geben können. So bleibt es nur ein klischeebeladenes Vehikel mit einem Platten am Straßenrand.
Da sind horrende Benzinpreise und überteuerte Sanifair-Toiletten schon um einiges schauriger.

Bildrechte: LEONINE Studios / Paramount Pictures
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