Wenn Sie Karten, rasante Dialoge, Komödien und das klassische Western-Genre mögen, werden Sie Maverick – Den Colt am Gürtel, ein As im Ärmel lieben. Unter der Regie des hochgeschätzten Richard Donner (Lethal Weapon) feierte der komödiantische Western in den 90er-Jahren ein grandioses Comeback auf der großen Leinwand. Der Film besticht durch toll choreografierte Actionszenen und eine unfassbar charmante Chemie zwischen den Hauptdarstellern Mel Gibson und Jodie Foster.
Die Vorlage zu Maverick bildete die gleichnamige Hit-Serie, die von 1957 bis 1962 im US-Fernsehen ausgestrahlt wurde und James Garner als liebenswerten Schurken berühmt machte. In der Kino-Inkarnation von 1994 tritt Mel Gibson dieses popkulturelle Erbe mit sichtlicher Freude an. Jodie Foster als heimtückische, aber bezaubernde Verführerin und James Garner – diesmal in der Rolle des erfahrenen Gesetzeshüters – komplettieren ein Trio, das von einer grandiosen Schurkengalerie flankiert wird.
Das große Geld am Pokertisch
Bret Maverick, der leidenschaftliche Spieler und geborene Meister der Oneliner, wird von Mel Gibson meisterhaft zum Leben erweckt. Maverick ist auf dem Weg zu einem exklusiven High-Stakes-Pokerturnier auf einem prächtigen Raddampfer, bei dem er hofft, das große Geld zu gewinnen und seinen Ruf als bester Pokerspieler des Kontinents zu festigen. Ihm fehlen allerdings noch 3.000 Dollar für das üppige Startgeld in Höhe von 25.000 Dollar. Er hofft, auf der Reise einige ausstehende Schulden eintreiben zu können.

© Warner Bros.
Stattdessen kreuzt er die Wege zweier erbitterter Rivalen um den Pokertitel: der eleganten, aber skrupellosen Trickbetrügerin Annabelle Bransford (Jodie Foster) und dem mysteriösen Marshal Zane Cooper (James Garner). Flankiert werden sie von diversen Bösewichten (darunter Alfred Molina und James Coburn), die verhindern wollen, dass Maverick überhaupt lebend beim Turnier ankommt. Nach einer Reihe haarsträubender Abenteuer und Nahtoderfahrungen erreicht das Trio schließlich den Raddampfer, nur um festzustellen, dass das eigentliche Spiel um Täuschung und Doppelzüngigkeit dort erst richtig beginnt.
Western-Komödie mit Herz und Verstand
Ein amüsantes, clever geschriebenes Drehbuch von William Goldman, Richard Donners raffinierte Regie und die charmanten Darbietungen der Hauptdarsteller sorgen für pausenlosen Spaß. Die Filmemacher huldigen dem klassischen Western-Genre, brechen dessen oft staubige Ernsthaftigkeit aber immer wieder mit einem Augenzwinkern auf. Ein echtes Highlight sind die Szenen mit Graham Greene, der als indianischer Stammesführer Joseph auftritt und die Hollywood-Stereotypen über indigene Völker auf geniale, selbstironische Weise parodiert.

© Warner Bros.
Mel Gibson verleiht der Titelrolle einen großspurigen, sehr physischen Slapstick-Charakter. Jodie Foster, die man zuvor selten in solch leichten, komödiantischen Rollen sah, stürzt sich mit voller Hingabe in die Rolle der Annabelle – eine wirklich inspirierte Paarung. Die emotionale Klammer bildet jedoch James Garner. Er agiert für Gibson nicht nur als Rivale, sondern fast wie ein verwandter Geist oder eine Vaterfigur. Man spürt in jeder gemeinsamen Szene den Respekt vor dem Erbe der Original-Serie.
Was diesen 90er-Klassiker so besonders macht
Maverick ist pures Popkultur-Kino der 90er. Es ist einer dieser Filme, bei denen man beim abendlichen Durchzappen im linearen Fernsehen unweigerlich hängen bleibt, weil er einfach zeitlose Unterhaltung bietet. Er ist vollgepackt mit klassischen Western-Motiven, die jedoch alle primär dem Spaß dienen: Es gibt unzählige Schießereien, stählerne Bösewichte, fiese Schlangen und sogar einen buchstäblichen „Cliffhanger“ (eine Figur hängt für eine halbe Ewigkeit über einer steilen Schlucht). Die Gewalt wird dabei bewusst auf ein Minimum reduziert und zugunsten der humorvollen Wirkung übertrieben.
Die Action-Stunts sind zudem aufwendig und handgemacht inszeniert, was diesen Film heute erfrischend organisch wirken lässt. Ob eine außer Kontrolle geratene Postkutschenszene, in der Maverick hinter der Kutsche durch den Staub geschleift wird, oder der nervenzerreißende Fast-Draw-Wettbewerb mit einem großspurigen Revolverhelden – Maverick bietet alles, was das Herz begehrt. Ein wunderbares Stück 90er-Jahre-Kino, das den Beweis antritt, dass man einen Western auch mit einem breiten Grinsen im Gesicht erzählen kann.
