Die Pandemie-Jahre hatten uns zuvor jede Menge Zeit in den eigenen vier Wänden beschert. Streamingdienste boomen zwar weiterhin, doch die Sehnsucht nach echten, großen Gemeinschaftserlebnissen war damals spürbar gewachsen. Das Kinojahr 2022 markierte schließlich die lang ersehnte Rückkehr der Zuschauer in die Säle – und der Kinobesuch wurde wieder zu dem besonderen Ereignis, das er immer sein sollte.
Nach all den Verschiebungen und geschlossenen Lichtspielhäusern feierte die Magie der großen Leinwand ein gewaltiges Comeback. Wir blicken zurück auf drei gigantische Blockbuster, die das Jahr 2022 dominierten, die Massen wieder vor die Leinwände lockten und deren Titel zuvor monatelang in den Internetforen mit Spannung diskutiert wurden.
The Batman (März 2022)
Im Frühjahr 2022 klopfte der Dunkle Rächer den Spitzbuben in Gotham City einmal mehr auf die Finger. Für immense Vorab-Aufmerksamkeit hatte die Neubesetzung der Hauptfigur mit Ex-Romantik-Vampir Robert Pattinson gesorgt. Der britische Mime bewies jedoch eindrucksvoll, dass er sich in den Jahren zuvor durch diverse Indie-Produktionen längst freigespielt hatte und lieferte einen brillanten, gebrochenen Bruce Wayne ab.
In The Batman begegneten uns zudem einige exzellent besetzte bekannte Gesichter der Comic-Historie: Die ikonischen Bösewichte wurden von Colin Farrell (als kaum wiederzuerkennender Pinguin) sowie Paul Dano (als Riddler) verkörpert, während Zoë Kravitz sich den Catsuit überstreifte. Auch der Regiestuhl wurde mit frischem Personal besetzt: Matt Reeves, der sich mit Blockbustern bestens auskennt und zuvor zwei herausragende Teile von Planet der Affen verwirklicht hatte, übernahm das Ruder. Sein Ansatz, Batman wieder stärker als düsteren Noir-Detektiv in Szene zu setzen, ging voll auf und bescherte Fans einen packenden, dreistündigen Thriller.
Top Gun: Maverick (Mai 2022)
Lange Zeit galt in Hollywood das Gesetz: Es wird alles fortgesetzt, was nicht niet- und nagelfest ist, selbst wenn die Vorgänger Jahrzehnte zurückliegen. Oft endete das in kreativen Enttäuschungen – doch Top Gun: Maverick bildete 2022 die spektakuläre Ausnahme.
Tom Cruise schlüpfte 36 Jahre nach dem Original aus dem Jahr 1986 erneut in die Rolle des waghalsigen Kampfpiloten Pete „Maverick“ Mitchell. Cruise hatte viele Jahre lang mit dem Regisseur des Originals, Tony Scott, an der Fortsetzung gearbeitet, bis dieser 2012 leider verstarb. Unter der Regie von Joseph Kosinski (Tron: Legacy, Oblivion) wurde der Film schließlich zu dem ultimativen Post-Pandemie-Blockbuster, der das Kino im Sommer 2022 quasi im Alleingang rettete.
Maverick hatte seine rebellische Natur bewahrt und wehrte sich erfolgreich gegen die Pensionierung, um stattdessen eine neue Generation von Piloten auszubilden. Der Film verkam nicht zu einem billigen Nostalgie-Aufguss, sondern überbot das Original mit atemberaubenden, handgemachten Flugszenen. Besonders emotional wurde es für Langzeit-Fans zudem beim bewegenden Wiedersehen mit Val Kilmer als „Iceman“, dessen reale gesundheitliche Probleme überaus respektvoll in die Handlung integriert wurden.
Avatar: The Way of Water (Dezember 2022)
Ganze 13 Jahre nach dem bahnbrechenden 3D-Hit Avatar – Aufbruch nach Pandora war es im Dezember 2022 endlich so weit. Das CGI-Spektakel hatte aus gutem Grund so lange auf sich warten lassen: Meister-Regisseur James Cameron entwickelte bahnbrechende neue Unterwasser-Motion-Capture-Technologien und plante gleich mehrere Fortsetzungen am Stück.
Das Mammutprojekt bewies, dass es töricht ist, gegen James Cameron zu wetten. Avatar: The Way of Water wurde zu einem gigantischen Kinoereignis und brach wie schon sein Vorgänger weltweite Kassenrekorde. Die Hauptdarsteller Sam Worthington und Zoe Saldaña kehrten auf den Planeten Pandora zurück, der diesmal seine atemberaubenden Ozeane offenbarte. Zu den bekannten Gesichtern gesellten sich hochkarätige Neuzugänge, allen voran Kate Winslet, die erstmals seit Titanic wieder in einem Cameron-Film mitwirkte.
Der Film bot einen visuellen Rausch, den man in dieser Form nur auf der größtmöglichen Kinoleinwand erleben konnte – und legte das eindrucksvolle Fundament für die noch kommenden Teile der Sci-Fi-Saga.