Was hat nicht schon alles Jagd auf unschuldige Touristen und Abenteurer gemacht?! Krokodile, Riesenschlangen, Haie und viel mehr. Jetzt wurde das Biologiebuch erneut geöffnet, um den nächsten Schrecken zu finden: das Nilpferd!
Wenn das Nilpferd zur tödlichen Bestie wird
Mit einer ziemlich dahergeholten wissenschaftlichen Erklärung lebt es nun in den Sümpfen Louisianas und reduziert eine Ausflugsgruppe nach und nach.
Mit Hungry präsentiert Regisseur James Nunn, der bereits mit Shark Bait einen tierischen Gegner auf Menschenjagd geschickt hat, das nächste Creature-Feature. Diesmal muss sich eine Gruppe von Touristen allerdings nicht vor Haien fürchten, sondern vor einem aggressiven Flusspferd. Und wer jetzt denkt, dass diese Tiere doch irgendwie niedlich aussehen, dürfte schnell daran erinnert werden, dass Nilpferde zu den gefährlichsten großen Tieren Afrikas gehören.
Der Film Hungry ist genau das, was man erwartet: Sieben Personen brechen zu einer Bootstour auf, nicht alle kommen zurück und die größte Überraschung ist eigentlich immer nur, wen es als Nächstes treffen wird.
Sieben Touristen, ein Nilpferd und wenig Hoffnung
Hat man einen Film dieser Art gesehen, kennt man sie eigentlich alle. Es wechselt sich meist nur der Predator aus.
Die Gruppe gerät in den Sümpfen Louisianas in einen Überlebenskampf, bei dem die üblichen Regeln des Tier-Horrors gelten. Abseits der gewohnten Route lauert die Gefahr im Wasser, während die Ausflügler nach und nach feststellen müssen, dass sie ihrem tierischen Verfolger kaum etwas entgegensetzen können.
Zu wenig Nilpferd-Action, zu viel Menschen-Drama
Tatsächlich passiert während eines Großteils des Films erstaunlich wenig. Gerade bei einer Killer-Nilpferd-Prämisse sollte man meinen, dass die tierischen Attacken im Mittelpunkt stehen. Stattdessen verbringt Hungry viel Zeit mit seinen menschlichen Figuren, ihren Konflikten und Dialogen. Das ist allerdings nicht unbedingt die Stärke des Films.
Die Charaktere bleiben weitgehend austauschbar und bekommen trotzdem reichlich Bildschirmzeit eingeräumt. Natürlich braucht es bei einem Survival-Thriller Figuren, um deren Überleben man bangen kann. Wenn diese aber nur wenig interessant geschrieben sind, wird jede zusätzliche Minute zur Geduldsprobe.
Hinzu kommt, dass der Film seine Geschichte stellenweise erstaunlich ernst nimmt. Gerade ein derart ungewöhnlicher Gegner hätte deutlich mehr Raum für Selbstironie, absurde Situationen und einen ordentlichen Camp-Faktor geboten. Wer auf übertriebene Tierattacken und herrlich bescheuerte Einfälle hofft, bekommt davon leider zu wenig.
Ein Monster, das irgendwie niedlich bleibt
Immerhin können sich die Darstellungen des tierischen Gegners durchaus sehen lassen. Die Nilpferde wirken stellenweise ordentlich umgesetzt und der Film erinnert daran, dass die Tiere keineswegs harmlose Pflanzenfresser sind, als die sie auf den ersten Blick erscheinen mögen.
Trotzdem fällt es nicht immer leicht, das Flusspferd als wirklich furchteinflößendes Monster wahrzunehmen. Zwischen bedrohlichen Aufnahmen und Angriffen wirkt das Tier stellenweise immer noch erstaunlich knuddelig. Das ist nicht unbedingt ein Problem der technischen Umsetzung, sondern vielmehr eine Herausforderung der gesamten Prämisse. Ein Nilpferd als Killer ist eine herrlich ungewöhnliche Idee – aber dann muss der Film auch konsequent etwas daraus machen.
Regisseur James Nunn hat mit Shark Bait bereits Erfahrungen im Bereich des tierischen Survival-Horrors gesammelt. Auch Hungry bietet grundsätzlich eine brauchbare Ausgangslage für einen lockeren Popcorn-Abend. Doch anstatt die Absurdität seiner Geschichte voll auszukosten, bleibt der Film häufig in konventionellen Genremustern stecken.
James Nunn lässt einige Chancen liegen
Es fehlen die wirklich ikonischen Momente, die einem solchen B-Movie einen bleibenden Wiedererkennungswert verleihen könnten. Ein paar zusätzliche Slapstick-Einlagen, kreative Gore-Momente oder bewusst übertriebene Szenen hätten dem Film durchaus gutgetan. Stattdessen wird viel Potenzial verschenkt.
Auch die Besetzung kann nur bedingt etwas daran ändern. Madison Davenport (Sharp Objects), Tracey Bonner (Süße Magnolien) und Joaquim de Almeida (Fast & Furious Five) sind durchaus bekannte Gesichter. Ihre Figuren bleiben jedoch größtenteils auf ihre Funktion als potenzielles Futter für das Flusspferd reduziert.
Ein Fest für B-Movie-Freunde?
Ein Fest für B-Movie-Freunde ist Hungry deshalb nur bedingt. Wer Trash- beziehungsweise Tier-Horrorfilme mag, kommt durchaus auf seine Kosten. Die Grundidee ist schön bekloppt, der Schauplatz bietet eine passende Atmosphäre und das Nilpferd sorgt für eine willkommene Abwechslung zu den üblichen Haien, Krokodilen und Riesenschlangen.
Allerdings braucht es bei solchen Filmen mehr als nur einen ungewöhnlichen Gegner. Gerade die Mischung aus Spannung, überzogenen Situationen und einem gewissen Augenzwinkern macht den Reiz des Genres aus. Hungry gelingt das nicht konsequent genug und nimmt sich für seine eigene Geschichte stellenweise zu ernst.
Hinweis: ‚Hungry‘ ist ab dem 16. Oktober 2026 als DVD, Blu-ray und digital erhältlich!

Bildrechte: LEONINE Studios
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