Dust Bunny

Dust Bunny (2025) | Filmkritik

Fantasie, dunkle Geheimnisse und Action

von Lars B

Es ist die größte Angst von Kindern in der Nacht: Ein Monster lauert unter dem Bett.

Monster unterm Bett

Für die kleine Aurora (Sophie Sloan) ist dies jedoch tödlicher Ernst. Als ihre Familie gefressen wird, versucht sie, den wortkargen Nachbarn (Mads Mikkelsen) aus Apartment 5B davon zu überzeugen, ihr Monster zu töten.

Immerhin konnte sie den Mann beim Erlegen eines Drachen beobachten. Und das sind doch gute Referenzen, die Aurora jetzt bitter nötig hat. Doch so leicht lässt sich der Killer nicht überzeugen – bis er feststellt, in welcher Gefahr Aurora tatsächlich schwebt.

Dust Bunny Filmkritik

© DCM / © Roadside Attractions, LIONSGATE


Dust Bunny wird als Märchen für Erwachsene beschrieben – und damit trifft man den Nagel auf den Kopf.

Märchenhafte Bilder

Die Bilder sind unglaublich schön gemacht. Das Mehrfamilienhaus mit seinem alten Aufzug, dem Stuck und den floralen Tapeten sieht aus, als wäre es aus einem Märchenbuch. Die Straßen und Gassen sind unheimlich vernebelt und tauchen die Stadt in eine geheimnisvolle Stimmung.

Selbst in beiläufigen Szenen werden Restaurants derart ausstaffiert, dass man in diesem Meer aus Blumen, Haifischbecken oder sonstigen originellen Dekorationen verweilen möchte.

Dust Bunny Filmkritik

© DCM / © Roadside Attractions, LIONSGATE


Die Handlung nimmt sich nur wenig ernst und spielt selbst grausame Szenen mit einer Prise schrägem Humor herunter. Da darf schon mal gelacht werden, wenn eine Leiche in der Wanne zerteilt werden muss oder das Monster alles verschlingt, was den Parkettboden mit den Füßen berührt.

Schwarzer Humor trifft Horror

Und mittendrin taucht auch noch Sigourney Weaver auf, die sich in ihrer Rolle scheinbar sehr wohlfühlt. Das Verhältnis zwischen Killer und Mädchen erinnert sicherlich nicht ungewollt an Léon – Der Profi und wird von beiden Darstellern köstlich gespielt.

Immer wieder stellt sich die Frage, ob Auroras Fantasie einfach mit ihr durchbrennt – oder ob wirklich ein riesiges Hasenmonster unter den Dielen lauert.

Dust Bunny Filmkritik

© DCM / © Roadside Attractions, LIONSGATE


So richtig hat man Dust Bunny nicht auf dem Zettel, doch wer sich auf das filmische Experiment einlässt, bekommt eine unglaublich stilvolle und schräge Achterbahnfahrt.

Verrücktes Genrekino

Auch wenn das Ende nicht das volle Potenzial entfaltet und einige Fragen besser unbeantwortet geblieben wären, ist der Film seit Everything Everywhere All at Once und Bullet Train das Verrückteste, was ich in den letzten Jahren sehen durfte.

Wer also einen märchenhaften Horrortrip mit viel bunter Farbe erleben möchte und neugierig darauf ist, was passiert, wenn man in seiner Wohnung viel zu selten Staub wischt, sollte sich diese 106 durchgeknallten Minuten nicht entgehen lassen. Bitte gern mehr davon!

Bewertung

Bewertung_8

Trailer

Bildrechte: DCM

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