Dragon Hunt Tribe

„Dragon Hunt Tribe 1“ Rezension: Zwischen Drachenjägern und Drachenkinder

Willkommen bei den Drachenjägern!

von Lars B

Drachen gehören seit Jahrzehnten zu den beliebtesten Fantasy-Wesen überhaupt. Meist sind sie entweder gefährliche Monster oder treue Begleiter der Helden. Dragon Hunt Tribe stellt jedoch eine deutlich schwierigere Frage: Sind die Drachen wirklich die Monster oder vielleicht doch die Menschen?

Ein Mädchen zwischen zwei Welten

Da staunt Drachenjäger Rudora nicht schlecht, als er in einer Höhle nicht nur auf die geschuppten Bestien, sondern auch auf ein kleines Mädchen trifft. Die scheue Nato scheint von den mystischen Fabelwesen aufgezogen worden zu sein, denn sie betrachtet die Drachen als Familienmitglieder. Nur widerwillig lässt sich das Kind aus der Höhle retten.

Im Dorf der Drachentöter ist man auf die Riesenechsen angewiesen. Medizin, Technologie und Ausrüstung werden aus den feurigen Monstern gewonnen. Für Rudora steht fest, dass Nato zur Menschenwelt gehört und dringend Sozialisiert und gezähmt werden muss. Doch das gestaltet sich nicht einfach.

Nato versucht alles, um zu entkommen und sieht in ihrem Retter den Mörder ihrer Brüder. Dass der alte Drachentöter auch noch ein Drachenjunges für das Labor gefangen hat, gefällt der Kleinen so überhaupt nicht. Trotzdem versuchen die Dorfbewohner aus ihrem Neuankömmling ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft zu machen. Doch kann aus Nato wirklich ein Drachentöter werden? Und was wird aus ihrem Bruder, der jetzt im Labor auf sein Ende wartet?

Dragon Hunt Tribe 1 Kritik

Die Drachen in der Welt von ‚Dragon Hunt Tribe 1‘ | © Carlsen

Schon nach wenigen Seiten erinnert die Geschichte an eine Mischung aus Drachenzähmen leicht gemacht und den Werken von Studio Ghibli. Dieser Eindruck kommt nicht von ungefähr.

„Drachenzähmen leicht gemacht“ trifft auf Studio Ghibli

Mangaka Shiro Kuroi nennt unter anderem Nausicaä aus dem Tal der Winde als Inspirationsquelle. Besonders die Welt und die Gestaltung der Drachen erinnern stellenweise an die Werke von Hayao Miyazaki.

Neben dem ersten Kapitel der Fantasygeschichte, gibt es auch ein paar Hintergrundinformationen zur Entstehung von Dragon Hunt Tribe. Hier verrät der Mangaka, dass er bewusst auf die sonst übliche Rasterfolie verzichtet hat und lieber selbst den Zeichenstift nutzte, um seine Konturen mit feinen Linien zu ziehen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und verleiht seiner Geschichte einen wunderschönen Look. Die gewaltige Mühe ist auf jeder Seite eindrucksvoll zu sehen.

Auch wenn mir die Details sehr gut gefallen, sehen die Gesichter, gerade in emotionalen Momenten manchmal ziemlich seltsam aus. Das wird vor allem bei den Kindern in der Geschichte deutlich. Was Kleidung und Hintergründe angeht, bekommt man hier eine Fülle an Details, die für die meisten Mangas eher nur angedeutet werden.

Dragon Hunt Tribe 1 Kritik

Rückseite von ‚Dragon Hunt Tribe 1‘ | © Carlsen


Der erste Band ist ein toller Einstieg und spielt mit der moralischen Frage, ob alle Drachen böse und die Menschen nur die Opfer sind.

Wer sind eigentlich die Monster?

So mancher Dorfbewohner scheint gute Gründe dafür zu haben, ein Drachenjäger zu sein. Wenn man im Gegenzug jedoch sieht, mit welcher Selbstverständlichkeit das gefangene Drachenjunge gequält wird, fragt man sich schon, ob Nato nicht recht hat und die Menschen eher die Monster sind.

Mit derartigen Fragen wird man immer wieder konfrontiert und es bleibt die Frage, ob das Mädchen nun eher bei den Menschen oder Drachen leben sollte. Gerade das abrupte Ende verspricht viel Vorfreude auf den zweiten Band. Das abrupte Ende macht definitiv Lust auf mehr und verspricht für die kommenden Bände noch einige spannende Entwicklungen.

Fans von Studio Ghibli, Drachen-Fantasy oder atmosphärischen Abenteuer-Manga sollten Dragon Hunt Tribe deshalb unbedingt im Auge behalten.

Details zum Buch

Titel:
Dragon Hunt Tribe 1
Reihe:
Dragon Hunt Tribe
Autor & Zeichner:
Shiro Kuroi
Verlag:
Carlsen Manga!
Erscheinungstermin:
26. Mai 2026
Seitenzahl:
212 Seiten
Format:
Softcover
ISBN:
978-3-551-80899-8
Lesealter:
ab 16 Jahren
Preis:
12,00 € (DE)
Status:
In 5 Bänden abgeschlossen

Bildrechte: Carlsen

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