Dracula

Dracula – Die Auferstehung (2025) | Filmkritik

Leidenschaft, Wut, Rache & Hass werden in der modernen Welt entfesselt werden.

von Lars B

Der Fürst der Vampire gehört seit der Entstehung des Filmmediums zu den berühmtesten Monstern überhaupt – neben Frankenstein.

Ein ewiger Mythos

Ob in der Schwarz-Weiß-Variante mit Christopher Lee, als Stummfilmfigur in Nosferatu oder in der opulenten Hochglanz-Version von Francis Ford Coppola: Dracula ist einfach nicht totzukriegen und beflügelt weiterhin die Fantasie der Studios.

Frankreichs größter Export in Hollywood, Luc Besson (Das 5. Element), versucht sich nun mit Dracula – Die Auferstehung ebenfalls an dem Roman von Bram Stoker aus dem Jahr 1897.

Dust Bunny Filmkritik

© LEONINE Studios


Es beginnt mit dem jungen Prinzen Vlad (Caleb Landry Jones), der in einer Schlacht gegen die Osmanen seine geliebte Frau Elisabeta (Zoë Bleu) verliert.

Vom Prinzen zum Verdammten

Dieser Schicksalsschlag erschüttert den gottesfürchtigen Mann derart, dass er auf brutalste Weise der Kirche abschwört. Die Strafe für seine Blasphemie: ein Fluch der Unsterblichkeit. Fortan ist er zu einem endlosen Leben verdammt – mit einem unstillbaren Durst nach frischem Menschenblut.

Jahre später betritt ein junger Anwalt das düstere Schloss in der Walachei. Jonathan Harker (Ewens Abid) soll dem Grafen helfen, lukrative Verträge abzuschließen. Dabei erkennt Dracula, dass die Verlobte seines Besuchers, Mina (ebenfalls Zoë Bleu), seiner verstorbenen Prinzessin zum Verwechseln ähnlich sieht. Getrieben von Besessenheit zieht es ihn daraufhin nicht nach London, sondern nach Paris, um Mina den Hof zu machen.

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© LEONINE Studios


Optisch kann sich der Film durchaus sehen lassen. Luc Besson stattet seine Szenen opulent aus, wie man es von ihm kennt.

Opulente Bilder mit Fragezeichen

Von der eisigen Walachei bis zu den prunkvollen Palästen Europas wirken viele Kulissen eindrucksvoll und detailreich. Warum der Regisseur die Handlung jedoch von London nach Paris verlegt, bleibt rätselhaft – zumal von der französischen Hauptstadt erstaunlich wenig zu sehen ist.

Viele Freiheiten gegenüber der Vorlage

Besson nimmt sich zahlreiche Freiheiten und verändert zentrale Elemente der bekannten Geschichte. Statt vom erfahrenen Vampirjäger Van Helsing wird Dracula hier von einem einfachen Priester (Christoph Waltz) verfolgt. Der Graf benötigt plötzlich ein starkes Parfum, um seine Angebetete zu verführen, anstatt seine übernatürlichen Fähigkeiten einzusetzen. Auch Renfield, der käferessende Diener, fehlt komplett. Diese Änderungen wirken weniger wie kreative Neuinterpretationen, sondern eher wie willkürliche Abweichungen.

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© LEONINE Studios


So richtig warm wird man mit Caleb Landry Jones in der Titelrolle nicht. Zu Beginn wirkt er eher wie ein ungeschickter Junge als wie ein furchteinflößender Krieger.

Ein schwacher Dracula

In seiner Rüstung, die eher an zusammengebastelte Blechdosen erinnert, stolpert er unbeholfen durch das Kriegsgeschehen. Die Schlacht gegen das Osmanische Heer bleibt dramaturgisch blass und wirkt stellenweise billig inszeniert. Lediglich eine Fluchtsequenz zu Pferd, gespickt mit Bärenfallen, sorgt für Spannung. Doch das nötige Charisma, um als manipulativer, verführerischer Graf zu überzeugen, fehlt ihm spürbar.

Christoph Waltz als Lichtblick

Wäre da nicht Christoph Waltz, der selbst als Priester eine charmante Figur abgibt. Mit feinem Augenzwinkern kommentiert er das Geschehen und verleiht seinen Szenen eine gewisse Leichtigkeit. Doch auch seine Figur wird nie zu einem echten Gegenspieler aufgebaut. Das Potenzial eines intensiven Duells bleibt ungenutzt.

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Mit einer Laufzeit von 129 Minuten wirkt der Film stellenweise langatmig. Statt Spannung aufzubauen, verliert sich die Inszenierung in ausgedehnten Formationstänzen und einer unfreiwillig komisch wirkenden Weltreise.

Längen und verschenkte Ideen

Hier wäre weniger eindeutig mehr gewesen. Zwar blitzen immer wieder interessante Ansätze auf, doch sie werden nicht konsequent weiterentwickelt.

Dracula – Die Auferstehung bietet opulente Bilder und einzelne starke Momente, bleibt jedoch insgesamt hinter seinen Möglichkeiten zurück. Die zahlreichen Änderungen am Stoff wirken eher beliebig als innovativ, und die Hauptfigur entfaltet nicht die nötige Faszination. Francis Ford Coppolas Version bleibt damit weiterhin unangetastet die stärkere Adaption des Stoffes.

Bewertung

Bewertung_6

Trailer

Bildrechte: LEONINE Studios

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