Netflix

Die besten Sport-Serien auf Netflix

Von brüllenden Motoren bis zu bitteren Tränen

von Mathias Grunwald

Der Streaming-Anbieter Netflix hat bekanntlich viel zu bieten. Tausende verschiedene Serien und Filme stehen zum Abruf bereit und warten darauf, entdeckt zu werden. In den letzten Jahren hat sich der Gigant jedoch zu einer absoluten Hochburg für ein ganz bestimmtes Genre entwickelt: die Sport-Dokumentation. Wir blicken auf die besten und mitreißendsten Sport-Serien auf Netflix, die nicht nur für eingefleischte Trikotträger, sondern auch für Liebhaber von starken menschlichen Dramen absolutes Pflichtprogramm sind.

Formula 1: Drive to Survive

Eines der absoluten Aushängeschilder im Netflix-Sortiment heißt Formula 1: Drive to Survive. Die Dokureihe, die mit ihren ersten Staffeln einen beispiellosen, weltweiten Hype um die Königsklasse des Motorsports auslöste, hat die Art und Weise, wie Fans die Formel 1 wahrnehmen, revolutioniert. Im Fokus steht die Rennsportklasse als Ganzes, mit all ihren politischen Eigenheiten, gnadenlosen Verträgen und riesigen Egos, die sich Nicht-Rennsport-Fans sonst nur schwer erschließen. Die Zuschauer werden direkt mit in die Cockpits und die verschlossenen Motorhomes genommen und dürfen sich über die brutalen Schlüsselduelle einer langen Saison freuen.

Formula 1 Drive to Survive season two trailer unveiled ahead of launch on 28 February #F1 #Netflix #drivetosurvive https://t.co/Dj7bphlAVi pic.twitter.com/a0CjP9u6tA

— F1 Media (@F1Media) February 17, 2020

Noch viel faszinierender als das Geschehen auf der Strecke sind jedoch die Blicke hinter die Kulissen. Das gnadenlose Leben im Fahrerlager wird ebenso beleuchtet wie die knallharten Management-Entscheidungen der Teamchefs (wie etwa Fan-Liebling Günther Steiner). Während in der ersten Saison ausgerechnet die Top-Teams Mercedes und Ferrari das Filmen noch verweigerten, erkannten sie rasch die enorme popkulturelle Macht der Serie und öffneten in den Folgejahren ebenfalls ihre Türen. Einer der absoluten Breakout-Stars in Formula 1: Drive to Survive wurde – dank seines stets sonnigen Gemüts und seiner unterhaltsamen Art – der australische Pilot Daniel Ricciardo.

Sunderland ‚til I Die

Die weltweite Sportart Nummer eins ist und bleibt der Fußball. Während die Formel-1-Serie durch Hochglanz und Milliardenbudgets besticht, ist Sunderland ‚til I Die das absolute, ungeschönte Kontrastprogramm. Die Produzenten der Serie wollten den gerade aus der Premier League abgestiegenen englischen Traditionsklub AFC Sunderland eigentlich heroisch auf seinem Weg zurück in die Erstklassigkeit begleiten. Doch am Ende kam es völlig anders als erwartet.

Statt sportlicher Erfolge dokumentierten die Kameras einen katastrophalen freien Fall. Auf eine Niederlage folgte die nächste, Missmanagement und Verzweiflung griffen um sich, und der Verein stürzte tragischerweise direkt weiter in die drittklassige League One ab. Genau diese ungeplante sportliche Tragödie macht die Serie so authentisch und unfassbar sehenswert. Nachdem die erste Staffel von Sunderland ‚til I Die, die im Dezember 2018 erschien, zum Kulthit wurde, begleitete Netflix den von seinen treuen Fans geradezu religiös geliebten Arbeiterverein auch in den folgenden, ebenso dramatischen Jahren. Ein Meisterwerk über Leidensfähigkeit und die unerschütterliche Liebe zu einem Fußballverein.

Die Stärke des Verlierens (Losers)

Ein wesentlicher Teil des Sports sind nicht nur die Siege. Wo am Ende ein strahlender Gewinner den Pokal in die Höhe reckt, gibt es immer deutlich mehr Athleten, deren Träume in genau diesem Moment zerplatzen. Die exzellente Dokumentarserie Die Stärke des Verlierens (im Original schlicht Losers) rückt genau diesen oft ignorierten Umstand ins Rampenlicht. In beeindruckenden Episoden blickt die Serie auf Profis in teils weniger populären Sportarten (wie Curling, Hundeschlittenrennen oder Ultramarathon), die am Ende nicht erfolgreich waren – und zeigt, wie sie aus dem ultimativen Scheitern neue Kraft schöpften.

Die Netflix-Serie ist somit der perfekte erzählerische Gegenentwurf zu klassischen Gewinner-Storys, wie sie etwa in Filmen wie Die Kunst zu gewinnen – Moneyball glorifiziert werden. Eine der fesselndsten Geschichten ist die des Italieners Mauro Prosperi. Der Fünfkämpfer und Polizeibeamte erlangte weltweite Berühmtheit, als er 1994 an einem Langstreckenlauf durch die Sahara teilnahm, durch einen Sandsturm die Orientierung verlor und neun Tage lang in der lebensfeindlichen Wüste ums Überleben kämpfte. Seine wahre Größe zeigte sich jedoch erst dadurch, dass er sich von dem Beinahe-Tod nicht brechen ließ und in den Folgejahren tatsächlich noch zweimal an genau jenem Wettbewerb teilnahm.

Marathon runner Mauro Prosperi drank urine and ate bats to survive the desert for over a week http://t.co/XTADiQjko4 pic.twitter.com/HtPsgq3Wyc

— The Independent (@Independent) November 27, 2014

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