04th Okt2010

Der Piranha – Ein Kultfisch mit Imageproblem

von

Piranha Special

Warum haben Piranhas eigentlich einen so schlechten Ruf? Sie verschlingen in kürzester Zeit ganze Kühe und Schweine und sind angeblich so aggressiv wie Guido Westerwelle, wenn man ihm das Wort verbietet.

Natürlich dienen gerade diese angedichteten Charakteristika gerade Horrorfilmen als Mittel, um die Zuschauer in Angst und Schrecken zu versetzen. Im Fall von Piranha 3D, garantieren die Killermythen in Kombination mit halbnackt bis nackt feierndem Partyvolk hingegen Johlen und Szenenapplaus im Kinosaal.


32 bittere Jahre mussten ins Land gehen, bis uns Hollywood wieder einen großen Piranha-Film schenkte. Unzählige Male musste der originale Piranha-Film seine Runden im DVD-Player drehen, bis nun die gefräßigen Sympathieträger ihr blutiges Comeback auf der Kinoleinwand geben. Denn auch für Genreliebhaber, die zu beachtlichen Teilen von Riesenspinnen, Riesenameisen, Haifischen und Riesenschlangen sozialisiert wurden, ist der Piranha immer noch etwas Besonderes. Deswegen ist es auch so erfreulich, dass am 14. Oktober den Fans der alten Horrorfilmschule mit Piranha 3D endlich wieder neues Futter vorgeworfen wird. Und da bietet es sich doch an, wenn man sich kurz vor Kinostart noch ein bisschen nerdiges Wissen in den Synapsen verankert, um bei den Kumpels ein anerkennendes Nicken zu ernten – oder etwa nicht? Folgende Zeilen geben euch ein gefährlich fundiertes Piranha-Halbwissen, was euch vor dem Kinobesuch oder beim Bewerbungsgespräch bei Sea Life sicher weiterhelfen kann.

Der Mythos

Im Geiste eines Tierhorror-Freundes existiert das Bild des unersättlichen Piranhas, der schneller eine komplette Cheerleader-Mannschaft bis auf die Knochen abnagt, als die Cheerleader ihre Oberteile ausziehen können.
Weiterhin gibt es das Gerücht, dass die weisen Ureinwohner Südamerikas immer zuerst eine blutende Kuh ins Wasser schicken müssen, damit die Piranhas sich auf das bedauernswerte Geschöpf stürzen und der Rest der Herde unbehelligt ans andere Ufer gelangen kann. Eine wunderschöne Vorstellung, fast so als würde man den Hobby-Alkoholikern aus dem Freundeskreis, vor der heimischen Party eine Kiste Sternburg opfern, um später noch was zur Bespaßung der übrigen Gäste vorrätig zu haben. Doch wie beim Weißen Hai klafft eine gewisse Lücke zwischen Vorstellung und Realität.

Die Realität

Der kleine Süßwasserfisch hat ein Imageproblem, dass vor allen Dingen durch frühe Forscher und Entdecker verursacht wurde, welche den südamerikanischen Kontinent bereist haben. Auch der amerikanische Präsident Theodor Rooswelt hat seinen Anteil an der Legende. Denn ihm wollte man auf einer Südamerikareise wirklich zeigen, was so ein Amazonas-Fisch auf der Tasche hat. Deswegen haben die Indianer tausende Rote Piranhas in einen Flussabschnitt gesperrt und ein verletztes Rind ins Wasser getrieben. Tja, unter Stress zeigt sich der Piranha wirklich nicht von seiner FSK-freundlichen Seite und deswegen haben die in Panik versetzten Fische das Tier auch Hollywood-like skelettiert. Teddy R. muss die ganze blutige Peepshow mindestens so abgefahren gefunden haben, wie heutige Kinogänger und deswegen ging sein blumiger Reisebericht auch durch sämtliche Zeitungen. Das könnte also der Grund sein, warum die Hauptrolle von Findet Nemo an keinen Piranha ging. In Wahrheit kann man die Piranhas fast zu den Pazifisten unter den Killerfischen zählen, die nur in seltenen Fällen und in Gebieten mit sehr vielen Piranhas mal ein Wirbeltier vernaschen. Deswegen gehen die einheimischen Indianer Südamerikas auch bedenkenlos in Gewässern baden, in denen auch Piranhas vorkommen. Nur unter Stress steigt das Aggressionsniveau der Piranhas auf das zweier angetrunkener pubertierender Diskogänger, denen der Türsteher den Einlass in die lokale Balzhöhle verweigert. Dann zeigt der Piranha wirklich, wie er zu seinem Ruf gekommen ist und man sollte lieber in Ritterrüstung baden.

Doch wie jagt der Piranha denn nun wirklich?

Seinen hohen Bekanntheitsgrad verdankt er wohl seinem überdimensionalen Gebiss, in dem seine Zähne fest mit dem Kiefer verankert sind. So ein Piranha-Zahn kann bis zu vier Millimeter lang werden. In Proportion zu seinem Körper ist das also mehr als ordentlich. Spätestens nach dem Trailer von Piranha 3D sollte ja jeder gelernt haben, dass Piranhas im Schwarm jagen. Als erstes fixiert der Piranha seine Beute, schwimmt auf das Opfer zu und beißt dann zu. Anschließend wird das Fleischstück mit Rüttelbewegungen gelöst. Zum Schluss entfernt er sich von der Beute und schluckt. Zuerst wird also „gerüttelt“ und dann wird „geschluckt“ – also diese Eselsbrücke fällt einem ja wirklich fast in den Schoß!

Fazit

Eigentlich kann man doch lesen was man will, man würde trotzdem keine Badewanne mit einem Piranha teilen wollen. Aber einige Vorurteile sollen einfach bestehen bleiben: Der Franzose isst gern Baguette, der Holländer gerne Käse und der Piranha gerne feierwütige Spring-Break-Studenten. Und wer sich gerne anschaut wie der Piranha bei dieser Risikogruppe zuerst rüttelt und dann schluckt, sollte das ab dem 14. Oktober bei Piranha 3D im Kino tun und er wird ganz sicher jede Menge Spaß haben.

Quelle: piranha3d.de

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