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Der große Erfolg von „Empire“

von Mathias Grunwald

Der phänomenale Aufstieg von Streaming-Anbietern wie Netflix und Amazon Prime führte Mitte der 2010er Jahre zur allgemeinen Annahme, dass das klassische, lineare Fernsehen (Network-TV) endgültig tot sei. Zwar erlebten wir dank Breaking Bad oder Mad Men ein goldenes Zeitalter der Serien, doch diese liefen meist im Pay-TV oder Streaming. Dann kam Empire (2015–2020) und setzte beim US-Sender FOX völlig neue Maßstäbe. Mit einer explosiven Mischung aus packender Hip-Hop-Musik, skrupellosem Geschäftsgebaren und überdrehtem Familiendrama brach die Serie bereits in der ersten Staffel sämtliche Quotenrekorde.

Terrence Howard

© Master Sgt. Jack Braden | Wikimedia Commons

Die Story dreht sich um eine unfassbar reiche und einflussreiche afroamerikanische Familie. Familienoberhaupt Lucious Lyon (Terrence Howard) ist ein ehemaliger Drogendealer aus den Straßen Philadelphias, der seine kriminelle Vergangenheit hinter sich gelassen hat und nun als unantastbarer Hip-Hop-Mogul dem Label „Empire Entertainment“ vorsteht. Als Lucious eine folgenschwere medizinische Diagnose erhält, entbrennt ein fast schon Shakespeare-artiger Machtkampf (stark inspiriert von King Lear) zwischen seinen drei grundverschiedenen Söhnen um die Thronfolge des Multi-Millionen-Dollar-Unternehmens.

Der absolute Publikumsmagnet und das Herz der Serie ist jedoch Cookie Lyon, grandios und facettenreich gespielt von Taraji P. Henson. Die Ex-Frau des Moguls kehrt nach 17 Jahren aus dem Gefängnis zurück – eine Strafe, die sie absaß, um Lucious‘ Karriere überhaupt erst mit schmutzigem Startkapital zu finanzieren. Nun fordert sie schonungslos ihren rechtmäßigen Teil des Profits ein und mischt das Imperium im Alleingang auf.

Neben der exzellenten Besetzung profitiert Empire von einem herausragenden Soundtrack (maßgeblich produziert von Star-Produzent Timbaland) und den unzähligen Gastauftritten großer Prominenter. Musik- und Mode-Ikonen wie Naomi Campbell, Mariah Carey, Snoop Dogg, Lenny Kravitz und Rita Ora gaben sich in den Episoden die Klinke in die Hand und verliehen dem Serien-Universum eine enorme Authentizität. Die Serie zeigte die Glitzerwelt der Musikindustrie, verschwieg aber nie die dreckigen und gefährlichen Schattenseiten, wenn alte Feinde aus der Vergangenheit auftauchten (wie etwa Lucious‘ tragischer Kumpel Bunkie).

Empire

Offizielles Poster zur FOX Serie „Empire“

Die erste Staffel von Empire schlug ein wie eine Bombe und wurde zum größten Quotenschlager des Senders in jenem Jahrzehnt. Auch in Deutschland feierte die Serie auf ProSieben starke Einstiegsquoten. Insgesamt brachte es das Drama auf sechs Staffeln. Auch wenn die ganz großen Quoten der Anfangsjahre zum Ende hin (2020) etwas abflachten, bleibt Empire ein fantastisches Stück moderner Popkultur, das den Hip-Hop und die schwarze Kultur mit der Dramatik einer klassischen Primetime-Soap-Opera meisterhaft vereinte.

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