A Big Bold Beautiful Journey

A Big Bold Beautiful Journey (2025) | Filmkritik

Colin Farrell und Margot Robbie laden dich ein zu…

von Markus Grunwald

Kunstvoll, ruhig, schön anzusehen – aber emotional nicht mutig genug. A Big Bold Beautiful Journey ist einer dieser Filme, die von der ersten Minute an signalisieren, dass sie etwas Besonderes sein wollen.

Sanfte Musik, warme Farben, ein beinahe märchenhafter Einstieg: Regisseur Kogonada legt großen Wert auf Atmosphäre und Stil. Doch genau darin liegt auch das Problem. Der Film verliert sich zu oft in seiner eigenen Ästhetik und vergisst dabei, sein emotionales Versprechen wirklich einzulösen.


Die Geschichte beginnt vielversprechend: Sarah (Margot Robbie) und David (Colin Farrell) begegnen sich zufällig auf einer Hochzeit – zwei Menschen, die offensichtlich von ihrer Vergangenheit gezeichnet sind.

Episodenhafte Reise durch Vergangenheit und Möglichkeiten

Eine mysteriöse Wendung des Schicksals schickt sie gemeinsam auf eine Reise, die weniger eine klassische Handlung verfolgt als vielmehr eine Abfolge von Momenten, Erinnerungen und inneren Zuständen darstellt. Türen öffnen sich – wortwörtlich – und führen die Figuren zurück in ihre Vergangenheit oder in mögliche Zukunftsfragmente. Ein schönes Bild, keine Frage. Doch je länger der Film läuft, desto klarer wird: Diese Reise ist mehr Metapher als echtes Abenteuer.

Der Film ist episodenhaft aufgebaut, was grundsätzlich gut zu seinem Konzept passt, allerdings sind nicht alle Stationen gleich stark. Einige Episoden berühren, andere wirken seltsam leer oder wie lose Gedankenexperimente. Besonders die Zeitreise-Idee bleibt erstaunlich untererklärt und dient letztlich nur als Hintergrund für recht offensichtliche Lebenslektionen über Verlust, Reue und verpasste Chancen. Statt Neugier zu wecken, erzeugt das mitunter Distanz.

A Big Bold Beautiful Journey Filmkritik

© Sony Pictures Entertainment (PLAION PICTURES)


Visuell ist A Big Bold Beautiful Journey allerdings beeindruckend. Die Kameraarbeit ist oft atemberaubend, das Production Design detailverliebt und die Farbgestaltung intensiv, ohne aufdringlich zu sein.

Margot Robbie & Colin Farrell als stilles Zentrum

Kogonada beweist erneut sein Gespür für Komposition und Rhythmus. Unterstützt wird das Ganze von einem melancholischen, sehr stimmungsvollen Score, der den Film wie ein sanfter Nebel umhüllt. Leider verstärkt genau das auch das Gefühl der emotionalen Zurückhaltung: Alles ist schön, alles ist kontrolliert – aber selten wirklich roh.

Getragen wird der Film fast vollständig von der Chemie zwischen Colin Farrell und Margot Robbie. Beide spielen zurückgenommen, verletzlich, oft mehr mit Blicken als mit Worten. Farrell überzeugt als innerlich erschöpfter Mann, der gelernt hat, sich mit Stillstand zu arrangieren.

Robbie bringt eine Mischung aus Sehnsucht und ironischer Distanz mit, die besonders in den ruhigeren Szenen funktioniert. Die beste Szene des Films gehört eindeutig Margot Robbie im Zusammenspiel mit Lily Rabe – hier blitzt kurz das emotionale Potenzial auf, das der Film insgesamt nur selten ausschöpft.

A Big Bold Beautiful Journey Filmkritik

© Sony Pictures Entertainment (PLAION PICTURES)


Das größte Hindernis bleibt das Tempo. Der Film ist sehr langsam, bewusst entschleunigt, beinahe meditativ. Für manche wird das eine willkommene Abwechslung sein, für andere schlicht ermüdend.

Langsamkeit als Stärke – und als größte Schwäche

Die Reise fühlt sich weniger wie eine große, gewagte Odyssee an, sondern eher wie eine Reihe stiller, voneinander gelöster Momente. Was als epische Fantasie gedacht ist, bleibt letztlich eine zurückhaltende Charakterstudie.

A Big Bold Beautiful Journey ist kein schlechter Film – im Gegenteil. Er ist sorgfältig inszeniert, hervorragend gespielt und visuell ein Genuss. Doch emotional bleibt er auf Distanz. Der Funke will einfach nicht dauerhaft überspringen. Am Ende ist es ein schöner, nachdenklicher Film, der mehr sein möchte, als er letztlich ist – und genau daran scheitert.

Bewertung

Bewertung_6

Trailer
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Bildrechte: Sony Pictures Entertainment (PLAION PICTURES)


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