Mimi’s Tales of Terror

„Mimi’s Tales of Terror“ – Wie viel Horror steckt in Junji Itos neuem Manga?

Junji Ito schickt Mimi in neun schaurige Alltagsalbträume

von Lars B

Ohne Horror geht Mimi nicht ins Bett. Zumindest könnte man diesen Eindruck bekommen, wenn man sich Mimi’s Tales of Terror genauer anschaut. In dem Sammelband von Junji Ito erlebt die junge Studentin Mimi immer wieder Begegnungen mit dem Übernatürlichen. Dabei beginnt der Horror oft erstaunlich alltäglich – und entwickelt sich dann in eine Richtung, die deutlich unheimlicher ist.

Wenn der ganz normale Alltag plötzlich unheimlich wird

Mimi’s Tales of Terror entführt in neun eigenständigen Geschichten in den Alltag der jungen Mimi, die in Japan lebt. Eigentlich könnten die Situationen zunächst kaum gewöhnlicher wirken. Doch immer wieder tauchen merkwürdige Ereignisse auf, die sich nicht rational erklären lassen.

Mimi’s Tales of Terror Kritik

Buchcover | © Carlsen

Mal geht es um eine dämonische Nachbarin, die alles andere als vertrauenerweckend wirkt. In einer anderen Geschichte drehen sich plötzlich die Grabsteine eines Friedhofs in Richtung Mimis Zimmer. Und auch eine Begegnung am Strand nimmt eine äußerst unangenehme Wendung und hat für Mimis Freunde böse Folgen.

Neun Geschichten, neun Begegnungen mit dem Grauen

Genau diese Mischung macht den Reiz des Sammelbands aus. Der Horror kommt nicht unbedingt mit großem Getöse daher. Stattdessen wird eine zunächst normale Alltagssituation immer weiter ins Unheimliche verschoben.

Mit insgesamt neun eigenständigen Gruselgeschichten bietet der Manga eine abwechslungsreiche Sammlung. Dabei wird Mimis Alltag immer wieder von übernatürlichen Ereignissen unterbrochen.

Die Geschichten unterscheiden sich dabei angenehm voneinander. Mal steht eine unheimliche Person im Mittelpunkt, mal ein mysteriöses Phänomen oder eine Situation, die zunehmend aus dem Ruder läuft.

Besonders gut funktioniert dabei, dass Mimi nicht als klassische Horrorheldin durch eine völlig fremde Welt geschickt wird. Sie erlebt das Grauen in ihrem direkten Umfeld. Gerade dadurch wirken manche Situationen umso unangenehmer, denn der Horror könnte theoretisch direkt vor der eigenen Haustür beginnen.

Wer bereits Werke von Junji Ito kennt, weiß natürlich ungefähr, worauf er sich einlässt. Auch in Mimi’s Tales of Terror zeigt sich seine besondere Fähigkeit, aus scheinbar harmlosen Situationen etwas Verstörendes entstehen zu lassen.

Junji Ito macht aus dem Alltag einen Albtraum

Dabei sind es nicht ausschließlich die Monster, die für den Grusel sorgen. Oft entsteht die Spannung bereits durch die Frage, was hier eigentlich gerade passiert. Unerklärliche Ereignisse und merkwürdige Begegnungen sorgen dafür, dass man wissen möchte, wie die jeweilige Geschichte endet.

Und wenn die Monster schließlich auftauchen, können sich auch diese sehen lassen. Zeichnerisch ist der Manga insgesamt sehr solide umgesetzt. Besonders die unheimlichen Kreaturen und Erscheinungen bekommen die nötige Aufmerksamkeit, während auch Mimis Emotionen gut vermitteln, wie verstörend die jeweiligen Situationen für sie sind.

Zwischen Alltag und Albtraum

Ein großer Pluspunkt ist die Atmosphäre. Mimi’s Tales of Terror setzt weniger auf durchgehenden Splatter, sondern funktioniert vor allem über unheimliche Situationen und das Gefühl, dass mit der Welt um Mimi etwas nicht stimmt.

Dadurch eignet sich der Sammelband auch gut für Leserinnen und Leser, die vielleicht nicht ständig zu besonders blutigem Horror greifen möchten, sich aber trotzdem gerne gruseln. Natürlich gibt es auch Momente, in denen Junji Ito das Grauen deutlicher auf die Seite bringt. Gerade dann können die Zeichnungen ihre Wirkung entfalten und sorgen für einige wirklich unangenehme Anblicke.

Mimi’s Tales of Terror Kritik

Buchdicke | © Carlsen


Wer noch nach passendem Lesestoff für zum Beispiel einen Halloween-Abend sucht, bekommt mit Mimi’s Tales of Terror eine ziemlich passende Empfehlung. Neun Geschichten lassen sich wunderbar einzeln lesen und eignen sich damit auch für einen kurzen Horror-Abstecher zwischendurch.

Perfekt für einen schaurigen Abend

Besonders stimmungsvoll dürfte das Ganze natürlich bei Kerzen- oder Lagerfeuerschein funktionieren. Für Horror-Fans ist das Hardcover-Buch jedenfalls eine schöne Gelegenheit, sich in mehrere kurze Albträume zu stürzen, ohne direkt einen umfangreichen Mehrteiler beginnen zu müssen.

Ein schauriger Einzelband für Horror-Fans

Mimi’s Tales of Terror ist ein gelungener Sammelband für alle, die sich gerne ein bisschen gruseln möchten. Die neun Geschichten zeigen Mimis Alltag und verwandeln alltägliche Situationen immer wieder in unheimliche Begegnungen.

Zeichnerisch überzeugt der Manga vor allem dann, wenn die Monster und übernatürlichen Erscheinungen auf den Plan treten. Auch Mimis Reaktionen und Emotionen transportieren gut, was gerade passiert.

Mimi’s Tales of Terror Kritik

Buchcover | © Carlsen

Wer Junji Ito bereits kennt, dürfte sich hier schnell heimisch fühlen. Gleichzeitig eignet sich der Einzelband auch für Horror-Neueinsteiger, die einen kompakten Einstieg in Itos besondere Art des Schreckens suchen.

Ganz besonders für die kommende Halloween-Zeit kann ich deshalb eine klare Leseempfehlung aussprechen.

Fazit

Mimi’s Tales of Terror liefert neun eigenständige Gruselgeschichten, in denen der Alltag von Mimi immer wieder von übernatürlichen Ereignissen durchbrochen wird. Die Mischung aus alltäglichen Situationen, mysteriösen Begegnungen und Junji Itos gewohnt unheimlicher Bildsprache funktioniert dabei richtig gut.

Wer Lust auf einen kompakten Horror-Manga hat oder noch nach schaurigem Lesestoff für Halloween sucht, sollte hier zugreifen.

8/10 schaurige Punkte

In diesem Sinne: Viel Spaß beim Lesen und einen angenehmen Grusel!

Details zum Manga

Titel:
Mimi’s Tales of Terror
Autor:
Junji Ito
Reihe:
Einzelband
Verlag:
Carlsen Manga!
Erscheinungstermin:
28. Juli 2026
Seitenzahl:
230 Seiten
Format:
148 x 215 mm
ISBN:
978-3-551-80943-8
Lesealter:
Ab 16 Jahren
Geschichten:
9 eigenständige Gruselgeschichten
Preis:
18,00 € (DE)

Bildrechte: Carlsen

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