Timecop ist ein typischer 90er-Jahre-Actionfilm, der überraschend ambitioniert mit dem Thema Zeitreisen spielt.
Wenn die Zeit zum Schlachtfeld wird
Zwischen martialischen Prügeleien, futuristischen Waffen und politischen Verschwörungen versucht der Film, Science-Fiction mit klassischer Van-Damme-Action zu verbinden. Das Ergebnis ist zwar kein intelligentes Zeitreise-Meisterwerk, dafür aber solide und unterhaltsame Genrekost mit ordentlich Kultfaktor.
Im Jahr 2004 sind Zeitreisen längst Realität geworden. Um den Missbrauch dieser Technologie zu verhindern, gründet die US-Regierung die sogenannte Time Enforcement Commission – eine Spezialeinheit, die Verbrecher jagt, die die Vergangenheit manipulieren wollen.
Wenn die Zeitlinie zerbricht
Max Walker, gespielt von Jean-Claude Van Damme, gehört zu den besten Agenten dieser Einheit. Der verwitwete Polizist gerät jedoch selbst ins Zentrum einer gefährlichen Verschwörung, als der skrupellose Senator McComb mithilfe illegaler Zeitreisen politische Macht erlangen will.
Während Walker durch verschiedene Zeitebenen reist, kämpft er nicht nur gegen korrupte Gegner, sondern auch gegen die Geister seiner eigenen Vergangenheit.
Was Timecop interessant macht, ist die Mischung aus Science-Fiction-Ideen und klassischer Actionfilm-Formel. Der Film versucht gar nicht erst, seine Zeitreise-Thematik wissenschaftlich vollständig zu erklären. Zwar werden gelegentlich reale Theorien angerissen, doch im Mittelpunkt stehen eindeutig Action, Spannung und spektakuläre Konfrontationen.
Zwischen Zukunftstechnik und 90er-Action
Gerade dieser lockere Umgang mit Logik macht den Film irgendwie sympathisch. Statt komplizierter Zeitparadoxien gibt es Verfolgungsjagden durch unterschiedliche Jahrzehnte, korrupte Politiker und natürlich jede Menge Faustkämpfe. Der Wechsel zwischen futuristischen Settings und historischen Momenten sorgt dabei für angenehme Abwechslung.
Jean-Claude Van Damme spielt hier genau die Rolle, für die ihn sein Publikum liebt: den gerechten Einzelkämpfer mit tragischer Vergangenheit. Sein Max Walker ist kein besonders tief geschriebener Charakter, funktioniert aber durch Van Dammes Präsenz erstaunlich gut.
Natürlich liefert der Film alles, was man von einem Van-Damme-Streifen erwartet. Muskeln, Kampfkunst, Explosionen und der legendäre Spagat dürfen selbstverständlich nicht fehlen. Besonders die inzwischen ikonische Küchenszene hat sich tief ins Gedächtnis vieler Actionfans eingebrannt und gehört heute zu den kultigsten Momenten seiner Karriere.
Charme des Trashs
Auch die Choreografie der Kämpfe funktioniert überraschend ordentlich. Viele Actionsequenzen besitzen eine rohe Direktheit, die modernen CGI-Schlachten oft fehlt. Hier wird noch geschlagen, gesprungen und durch Wände geflogen.
Natürlich merkt man dem Film sein Alter inzwischen deutlich an. Die visuellen Effekte sind teilweise extrem schlecht gealtert und wirken heute herrlich nostalgisch. Gerade die futuristische Technik besitzt diesen typischen 90er-Jahre-Look, irgendwo zwischen Videospiel und billigem Plastikdesign. Dennoch entwickelt genau das einen gewissen Charme. Der Film basiert auf der gleichnamigen Comicreihe von Dark Horse Comics und fühlt sich auch oft wie ein überdrehtes Comicbuch an. Alles ist etwas größer, lauter und dramatischer, als es eigentlich sein müsste.
Hinzu kommen die typischen Zutaten des Jahrzehnts: erotische Szenen, markige One-Liner und riesige Explosionen. Das wirkt aus heutiger Sicht manchmal unfreiwillig komisch, besitzt aber genau deshalb einen hohen Unterhaltungswert.
Trotz aller Unterhaltung verschenkt der Film aber auch einiges an Potenzial. Die Idee einer Polizei, die Verbrechen durch die Zeit hinweg verfolgt, hätte deutlich komplexer und spannender ausgearbeitet werden können. Viele interessante Ansätze werden nur oberflächlich angerissen, bevor der nächste Kampf beginnt.
Mehr Potenzial als genutzt
Gerade Fans intelligenter Science-Fiction dürften hier etwas enttäuscht sein. Timecop interessiert sich letztlich viel mehr für Action als für philosophische Fragen über Zeit und Konsequenzen.
Die neue 4K-Version
Mit der neuen 4K-UHD-Veröffentlichung erhält der Film nun eine technisch deutlich verbesserte Präsentation. Besonders die Bildschärfe und Farbgebung profitieren sichtbar von der Restaurierung. Viele Szenen wirken klarer und detailreicher als je zuvor, auch wenn die damaligen Spezialeffekte dadurch teilweise noch künstlicher erscheinen.
Für Fans des Films lohnt sich die neue Edition dennoch. Neben der verbesserten Bildqualität bietet die Veröffentlichung zusätzlich Interviews und weiteres Bonusmaterial, das einen interessanten Blick hinter die Kulissen dieses Kultfilms ermöglicht.
Timecop ist ein herrlich überdrehter Science-Fiction-Actionfilm, der seine Stärken ganz klar in den Actionszenen und der Präsenz von Jean-Claude Van Damme findet. Die Zeitreise-Thematik bleibt zwar eher oberflächlich, sorgt aber für genügend kreative Ideen, um den Film vom üblichen Action-Einheitsbrei abzuheben.
Heute lebt der Film vor allem von seinem nostalgischen 90er-Charme, seinen skurrilen Momenten und natürlich vom legendären Van-Damme-Spagat. Kein großes Meisterwerk der Science-Fiction, aber solide Unterhaltung mit echtem Kultstatus.

Bildrechte: Plaion Pictures
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