Katastrophenfilme sind schon ein Phänomen: Je mehr dabei zu Bruch geht, desto mehr unterhält es uns. Ob Erdbeben, Tornados oder Sturmfluten – die Natur zeigt auf der Kinoleinwand eindrucksvoll, wie zerbrechlich die Welt der Menschen ist.
Wenn die Katastrophe selbst zum Problem wird
Für Regisseur Tommy Wirkola war eine Sturmflut jedoch nicht genug, und er bringt in Thrash ein ganzes Rudel Bullenhaie mit ins Spiel. Diese verirren sich, rein zufällig angelockt von Schlachtabfällen, in eine gepeinigte Kleinstadt.
Die Überlebenden der Hurrikan-Katastrophe retten sich vom Regen direkt in die haiverseuchte Traufe.

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Kaum zu glauben, aber während die Küstenstadt Annieville bereits vorsorglich evakuiert wird, zwingt der furchtbare Arbeitgeber die hochschwangere Lisa (Phoebe Dynevor) noch zur Arbeit.
Zwischen Sturmflut und Haiangriff
So kommt die wehengeplagte Frau nicht mehr rechtzeitig aus dem Ort und landet schnell in einer Todesfalle. Von Mutterschutz oder Berufsverbot für Schwangere hat der Chef wohl noch nichts mitbekommen, geschweige denn von Katastrophenwarnungen und Evakuierungen.
Die junge Dakota (Whitney Peak) scheint hingegen einfach nicht zu begreifen, warum alle um sie herum ihre Sachen packen und verschwinden. Aus irgendeinem Grund ist sie derart naiv, dass sie glaubt, das Unwetter einfach auf dem Sofa mit Wolldecke und Fernbedienung überstehen zu können. So zwingt sie erst der Ausfall des Handynetzes dazu, mal aus dem Fenster zu gucken, während die Straße längst zu einem reißenden Fluss geworden ist.

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Und so startet der Film mit einer ganzen Reihe blöder Entscheidungen von Menschen, die scheinbar über keinerlei Instinkt verfügen. Auch der oberfiese Prepper Billy (Matt Nable) verkennt die Situation. Seine Frau und er betrügen den Staat um Tausende Dollar, indem sie Kinder in Pflege nehmen, um die sie sich nicht kümmern.
Figuren am Rande der Glaubwürdigkeit
Während im Keller die Steaks für das üppige Abendessen lagern, bekommen die drei Sprösslinge nur trockenes Weißbrot serviert. Und wer glaubt, dass ein Mann, der einen Vorratsraum voller Waffen hat, weiß, wann er sich auf ein Unwetter vorbereiten sollte, der wird hier überrascht sein.
Zusammengefasst werden hier quasi jene Menschen gezeigt, die sich größtenteils selbstverschuldet in Gefahr bringen. Im Kino müsste man hier regelmäßig das Klatschen hören, wenn man sich auf die Stirn schlägt, weil man so viel geballte Dummheit kaum fassen kann.

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Dafür sorgen jedoch Haie für die nötige Abwechslung. Zwar würden wilde Tiere bei einer Flut eher flüchten, als auf Beutejagd zu gehen, aber dann wäre der Überlebenskampf ja kaum so spannend.
Haie als letzte Rettung der Unterhaltung
Die Computeranimationen sehen ganz gut aus, und man hält durchaus den Atem an, wenn die Meeresräuber auf Hausbesuch gehen.
Meeresbiologe Dr. Dale Edwards (Djimon Hounsou) bringt natürlich die nötigen Erklärungen für das Verhalten der sonst eher vorsichtigen Tiere hervor. Sonst bleibt seine Rolle eher zurückhaltend.
Wenn Trash zur eigentlichen Katastrophe wird
Kurzum: Der Film macht vieles falsch und dafür wenig richtig. Manchmal ist in einem Katastrophenfilm eben die Katastrophe der Film. Für nette Popcornunterhaltung mag es stellenweise reichen, doch insgesamt überwiegt die Frustration über unlogisches Verhalten, flache Figuren und eine kaum ernstzunehmende Handlung.
Ein Geheimtipp wird dieser Trash – pardon, Thrash – leider nicht.

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