Superman

Superman (2025) | Filmkritik

Ein perfekter Held ohne Ecken und Kanten

von Markus Grunwald

Superman markiert den Neustart eines der ikonischsten Superhelden überhaupt – diesmal unter der kreativen Leitung von James Gunn.

Der Mann aus Stahl kehrt zurück, doch bleibt er derselbe?

Die Erwartungen sind hoch: ein frischer Wind für das DC-Universum, ein neuer Blick auf eine der bekanntesten Comicfiguren der Popkultur. Doch so sehr sich das Umfeld verändert, so konstant bleibt die Figur im Zentrum: Superman ist und bleibt der perfekte Held.

Im Zentrum der Geschichte steht Clark Kent alias Superman (David Corenswet), der bereits als etablierter Held agiert und sich sowohl als Beschützer der Menschheit als auch als Symbol der Hoffnung behaupten muss. Während er als Reporter beim Daily Planet arbeitet, sieht er sich zunehmend mit globalen Bedrohungen konfrontiert.

Ein Held zwischen Menschheit und Bedrohung

Besonders sein Erzfeind Lex Luthor (Nicholas Hoult) stellt ihn vor eine große Herausforderung. Als brillanter, aber von Neid und Machtstreben getriebener Gegner versucht Luthor, Superman zu entmenschlichen und seine Stellung in der Welt zu untergraben. Parallel dazu wird Supermans Rolle innerhalb einer neuen Generation von Helden beleuchtet, zu der auch Figuren wie Green Lantern und Mr. Terrific gehören.

Zwischen spektakulären Rettungsaktionen, politischen Spannungen und persönlichen Konflikten muss sich Superman die Frage stellen, wie viel Mensch in ihm steckt und ob die Welt überhaupt noch einen makellosen Helden braucht.

Eine der größten Stärken und gleichzeitig auch eine mutige Entscheidung ist der Verzicht auf die klassische Origin-Story.

Ohne Ursprung, direkt ins Geschehen

Superman spart sich die bekannte Vorgeschichte rund um die Zerstörung Kryptons, seine Kindheit und das Aufwachsen bei seinen Pflegeeltern weitgehend. Stattdessen startet der Film direkt mit einem etablierten Helden.

Das wirkt angenehm erfrischend, vor allem im Vergleich zu anderen Superheldenfilmen wie Spider-Man, deren Ursprungsgeschichten immer wieder neu erzählt werden. Dennoch fehlt dadurch ein emotionales Fundament, das gerade neue Zuschauer stärker an die Figur hätte binden können.

Das größte Problem bleibt jedoch die Figur selbst. Superman ist nach wie vor das, was er immer war: ein nahezu makelloser Held. Keine echten Schwächen, keine inneren Konflikte, kaum Zweifel. Im direkten Vergleich zu düsteren Figuren wie Batman wirkt er fast zu glatt, zu unantastbar.

Auch diese Version kann daran wenig ändern. Die ikonische Locke sitzt, die Moral ist unerschütterlich, und selbst in Extremsituationen bleibt er der moralische Kompass. Das ist zwar konsequent, aber dramaturgisch auch limitierend. Spannung entsteht selten aus seiner Figur selbst, sondern vielmehr aus dem, was um ihn herum passiert.

Regisseur James Gunn (Guardians of the Galaxy) bringt dennoch seine typische Handschrift ein. Wie schon in seinen vorherigen Comicverfilmungen setzt er stark auf Nebenfiguren und humorvolle Elemente. Besonders Supermans Hund sowie die Justice Gang rund um Green Lantern sorgen für viele der unterhaltsamsten Momente des Films.

James Gunns Handschrift – Humor und Nebenfiguren

Auch Figuren wie Mr. Terrific stechen positiv hervor und bringen frischen Wind ins Geschehen. Der Humor funktioniert größtenteils gut, wirkt jedoch stellenweise wie ein bekanntes Stilmittel, das man aus Gunns anderen Filmen bereits kennt.

Zwischen Genie und Wahnsinn – Lex Luthor als Gegenspieler

Ein echtes Highlight ist hingegen Lex Luthor. Nicholas Hoult verkörpert ihn als wahnsinniges Genie, getrieben von Eifersucht und Machtgier. Seine Motivation ist nachvollziehbar, seine Präsenz bedrohlich und er bringt genau die Reibung in den Film, die Superman selbst oft fehlt.

Im Gegensatz dazu bleibt Lois Lane (Rachel Brosnahan) überraschend blass. Ihre Rolle wirkt stellenweise überflüssig, ebenso wie Teile des Daily-Planet-Ensembles, das kaum nachhaltige Akzente setzen kann.

Optisch überzeugt Superman auf ganzer Linie. Die Actionsequenzen sind bombastisch inszeniert, die Effekte hochwertig und das Gesamtbild durchgehend beeindruckend. Hier zeigt sich klar die Stärke moderner Blockbuster-Produktionen.

Visuelle Wucht ohne echte Überraschungen

Doch genau hier liegt auch ein Problem: Vieles fühlt sich bekannt an. Die großen Momente beeindrucken im Augenblick, bleiben aber selten im Gedächtnis. Es fehlt an wirklich neuen Ideen oder visuellen Highlights, die sich vom Genre abheben.

Superman ist ein unterhaltsamer, visuell starker Neustart, der jedoch kaum neue Impulse setzt. James Gunn liefert einen Film, der seine typischen Stärken ausspielt – Humor, Nebenfiguren und Dynamik –, aber gleichzeitig unter der altbekannten Problematik der Hauptfigur leidet.

Der Mann aus Stahl bleibt ein Symbol, aber kein wirklich spannender Charakter. Am Ende steht ein Film, der im soliden Mittelfeld des Superheldengenres seinen Platz findet: sehenswert, aber kein Meilenstein. Ob dieser Neustart dem Genre neuen Schwung verleiht oder lediglich bekannte Muster wiederholt, bleibt offen. Vielleicht liegt die Zukunft ja tatsächlich bei Supergirl.

Bewertung

Bewertung_6

Trailer

Bildrechte: Warner Bros (Plaion Pictures)


*Bei den Links zum Angebot handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links erhalten wir eine kleine Provision.

-
00:00
00:00
Update Required Flash plugin
-
00:00
00:00