Horrorfans dürften Eli Roth und seine Arbeit bereits gut kennen. Mit Hostel (2005) ist ihm ein ziemlich guter Splatterfilm gelungen, der den Nerv jener Zuschauer traf, die sich an Qualen à la Saw erfreuen können.
Eli Roth schickt Alienblut und Neonschleim
Auch mit Filmen wie Cabin Fever und The Green Inferno hat Roth seinen Ruf als Regisseur gefestigt, der sich gerne an die Grenzen des guten Geschmacks wagt.
Mit Ice Cream Man ist der Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor auch in diesem Jahr im Kino vertreten. 2025 hatte er jedoch als Produzent einen ganz besonderen Splatterfilm für seine Fans parat. In Jimmy and Stiggs werden einem Alienblut, Glibber und Neonschleim nur so um die Ohren gepfeffert, bis man nicht mehr weiß, wo oben und unten ist. Doch ist das noch ein guter Horrorfilm oder kann das weg?
Jimmy (Joe Begos) ist ein Taugenichts, der ständig auf Drogen ist und sich in seiner Bude verkrochen hat. Die Vorhänge sind zugezogen, überall liegt Müll herum und seine Sozialkontakte sind gänzlich zum Erliegen gekommen oder spielen sich nur noch auf seiner Mailbox ab.
Ein bekiffter Taugenichts trifft auf Außerirdische
Bis es eines Nachts zu einer unheimlichen Begegnung der dritten Art kommt.
Wurde der langhaarige Dauerkiffer gerade von Aliens entführt oder war es nur ein sehr schlechter Trip? Klar ist nur, dass in seinem Gedächtnis ein längerer Zeitraum ausgelöscht wurde. Nur bruchstückhaft kommt die Erkenntnis zurück, dass er nicht allein in seinem Apartment war.
Als sein Kumpel Stiggs (Matt Mercer) zu Besuch kommt, wird es zur Tortur für zwei. Anfangs noch am Zweifeln, merkt der Neuankömmling schnell, dass Jimmys wirres Gestammel gar nicht so wirr ist. Das Licht flackert, die Elektrik spielt verrückt und sie sind wieder da: die kleinen grauen Männchen aus dem All!
Es beginnt mit einer wackeligen Kamerafahrt aus der Egoperspektive, hektischen Winkeln und reichlich Neonlicht. Im grellen Schleim und mit ein paar herumstolpernden Protagonisten geht es derart drunter und drüber, dass man schnell die Übersicht und die Nerven verliert.
Wayne’s World auf Ecstasy trifft auf Akte X
Darsteller, Regisseur und Schauspieler Joe Begos dreht hier ordentlich auf und lässt das Chaos ungebremst auf den Zuschauer los. Die Inszenierung ist laut, hektisch und bewusst überdreht. Statt einer klaren Orientierung gibt es flackernde Lichter, groteske Begegnungen und jede Menge schleimige Überraschungen. *Wayne’s World* auf Ecstasy trifft auf *Akte X* – zumindest klingt diese Mischung auf dem Papier nach einem ziemlich wilden Vergnügen.
Die gut 84-minütige Spielzeit entpuppt sich allerdings als zäher Ausdauertest. Die anfänglichen Fake-Kinotrailer vom Pianokiller und dem witzigen Film namens Don’t Go in That House, Bitch sind das Unterhaltsamste am gesamten Werk.
Nach dem Genuss dieses Films muss man sich erst einmal sammeln. Es ist, als hätte der Film versucht, gewaltsam einen epileptischen Anfall auszulösen, während man bis zum Hals in Schleim versinkt, den der Regisseur eimerweise über den Kopf kippt.
Was zunächst nach einem herrlich absurden Trip klingt, nutzt sich mit der Zeit jedoch ab. Die permanente Reizüberflutung sorgt nicht automatisch für Spannung oder Unterhaltung. Wenn jede Szene noch lauter, hektischer und grotesker ausfallen möchte als die vorherige, bleibt irgendwann kaum noch Raum für einen wirkungsvollen Kontrast.
Ein wilder Trip ohne Richtung
Evil Dead oder Bad Taste gestellt wird, ist eine kühne Behauptung, die nicht erfüllt werden kann. Sam Raimis Horror-Klassiker und Peter Jacksons Splatter-Kultfilm haben trotz ihrer grotesken Einfälle einen ganz eigenen Rhythmus und eine unverwechselbare Handschrift.Jimmy and Stiggs ist zwar eine wilde und verrückte Idee, die jedoch derart planlos umgesetzt wird, dass alles wie das Experiment eines wahnsinnigen Filmstudenten wirkt.
Am Ende bleibt ein Film, der mit seiner schleimigen Optik, dem Neonlicht und den absurden Einfällen durchaus auffällt, aber aus seinem Chaos zu wenig macht. Eli Roth wirft dem Publikum jede Menge grotesker Bilder entgegen, doch das allein reicht nicht, um daraus einen wirklich gelungenen Horrortrip zu formen.
Hinweis: Seit dem 25. September 2026 ist Jimmy and Stiggs als DVD und Blu-ray erhältlich. Digital ist der Film bereits seit dem 3. September verfügbar.

Bildrechte: Lighthouse
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