Prophecy of the Devil

Prophecy of the Devil (2025) | Filmkritik

Erlöse uns vom Bösen.

von Lars Brandt

Nicolas Cage hat in seinem Leben schon so einiges gespielt. Der Oscarpreisträger war ein Alkoholiker in Vegas, tauschte mit John Travolta das Gesicht, wurde zum Ghost Rider, machte als Dracula seinem Diener das Leben zur Hölle und jagte das geheime Buch des Präsidenten.

Nicolas Cage als ungewöhnlicher Joseph

Jetzt schlüpft er in die Rolle des berühmtesten Erziehungsberechtigten der Menschheitsgeschichte. Die Rede ist von Joseph, der mit seiner Frau Maria über den kleinen Jesus wacht.

Wer jetzt jedoch eine Bibelstunde zur Weihnachtszeit erwartet, wird in Prophecy of the Devil eines Besseren belehrt. Denn Jesus (Noah Jupe) wird hier von einem geheimnisvollen Mädchen zum wahrhaft Bösen verleitet.


Immer wieder gerät der Junge Jesus mit seinem frommen Vater aneinander, bis die starren Regeln das Vater-Sohn-Verhältnis ins Wanken bringen. Zu allem Überfluss wachsen in Jesus Kräfte heran, die nicht zu erklären sind. Und mit diesen Kräften kommen heftige Visionen, die den künftigen Heiland regelrecht aus der Bahn werfen.

Horror in der Wüste

Inszeniert wird der biblische Stoff mit einer gehörigen Portion Horror. Doch so spannend, wie es klingt, ist es meistens nicht.

Stattdessen ist der Film genau so langweilig wie das Leben in der Wüste. In abgewetzter Kleidung will der Zimmermann Joseph nur beten und arbeiten, während der Sohn durch die Gegend stolpert und ein ums andere Mal dem fremden Mädchen (Isla Johnston) auf den Leim geht.

Viel passiert dann scheinbar nicht. Für Gläubige, die die Grundlage des Stoffes kennen, ist der Film zu reißerisch. Für Atheisten, die nur ein paar wenige Grundkenntnisse besitzen, wird zu wenig erklärt und zu viel vorausgesetzt.


So zieht sich der Film zäh wie eine Bibelstunde von Szene zu Szene und bietet weder sonderliche Schauwerte noch bemerkenswerte Zitate.

Zäh wie eine Bibelstunde

Nicolas Cage schien einfach wieder Gage zu brauchen. Nur so lässt sich erklären, dass er sich für dieses Projekt hergab. Bei all den Horrorfilmen, die er in den letzten Jahren gemacht hat, war er noch nie so langweilig wie hier.

Die Grundidee, eine Bibelgeschichte durch düstere Horrorelemente aufzumotzen, klingt auf dem Papier ja ganz nett, kann aber nicht ansatzweise halten, was sie verspricht.

Obwohl ein guter Horrorfilm ein wenig biblischen Hintergrund braucht, hat sich Regisseur Lotfy Nathan hier gehörig verzettelt.

Bewertung

Bewertung_3

Trailer

Bildrechte: PLAION PICTURES


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