Auf den ersten Blick würde man sagen, dass die Welt nicht noch einen Zombiefilm braucht. Wenn es sich aber mit A Quiet House um das Regiedebüt von Steven Spielbergs Tochter Destry Allyn Spielberg handelt, stellt man dann doch einmal die Ohren auf.
Ein Zombievirus, verschonte Kinder und eine gnadenlose Jagd
In einer Welt, in der ein gefährlicher Zombievirus wütet, bleiben Kinder zum Glück verschont. Doch glaubt die Öffentlichkeit deshalb, dass die Kleinen der Grund für die Übertragung der Krankheit sind. Und so wird die Jugend gnadenlos gejagt und in Lager gesteckt.
Mary (Zoe Colletti) konnte sich bisher unter dem Radar bewegen, bis sie auf eine Jugendbande stößt, die sie widerwillig in ihren Reihen aufnimmt.
Ein Ladendiebstahl mit fatalen Folgen
Doch als ein Ladendiebstahl an der Tanke schiefgeht, versuchen die Kids, bei einer einsamen Witwe unterzukommen. Und was anfangs mit Milch und Keksen beginnt, wird schnell zu einem nervenzerreißenden Albtraum.
Denn die Gastgeberin Clara (Michelle Dockery) ist nicht so gutmütig, wie es anfänglich scheint. Schnell finden sich die Hausgäste in Gefangenschaft wieder. Nur Mary scheint gewisse Privilegien zu genießen und wird wie eine Tochter behandelt. Doch was führt die strenge Dame mit dem bedrohlichen Blick im Schilde? Wie weit kann Mary gehen, um ihre neuen Freunde zu retten? Und warum verschwindet ein Kind nach dem anderen?
Statt der großen Zombieapokalypse spielt sich die Handlung in den vier Wänden eines unscheinbaren Farmhauses am Rand der Welt ab.
Ein Kammerspiel statt der großen Zombieapokalypse
Einem Kammerspiel gleich, werden hier nur begrenzte Schauplätze genutzt und nur selten geht es vor die Haustür. Michelle Dockery (Downton Abbey) mimt die schwarze Witwe, die mit einem eiskalten Blick jeden Widerstand zu brechen scheint. Mit steinerner Miene durchbohrt sie ihr Gegenüber regelrecht und trägt so den gesamten Film auf ihren schmalen Schultern.
Ihr gegenüber weiß Nachwuchsschauspielerin Zoe Colletti (Skin) ebenfalls zu überzeugen. Was ihre Peinigerin an emotionaler Wärme einbüßt, verströmt die Protagonistin hier im Überfluss. Hier kullern gern und oft die Tränen.
Zwischendurch schaut auch Dauerbösewicht Giancarlo Esposito (Breaking Bad) als überraschend gutmütiger Gesetzeshüter vorbei. Auch wenn zum Showdown hin dann doch ein paar Zombieszenen auf den geneigten Zuschauer warten, geht es hier eher um die Darstellung einer postapokalyptischen Gesellschaft, in der niemand dem anderen zu trauen scheint. Und das völlig zu Recht.
Eine Welt ohne Vertrauen und Zusammenhalt
Statt die genreüblichen Überlebenden einer Zombieapokalypse im Lagerfeuerkreis zu zeigen und Kumbaya zu singen, konzentriert sich die Regisseurin auf den völligen Verlust von Vertrauen und Zusammenhalt. Kinder werden als Quelle des Unheils ausgemacht und an den Rand der Gesellschaft getrieben. Die Jugendgang betrachtet Neuankömmling Clara anfänglich als Spionin. Der grausigen Gastgeberin Mary ist nicht zu trauen und auch der Sheriff zweifelt an der Unschuld seiner alten Bekannten.
Ein Leckerbissen für Splatterfans wird der Film A Quiet House nur bedingt sein, da sich erst am Ende der Blutpegel erhöht. Bis dahin bleibt alles nur hinter verschlossenen Türen verborgen und somit der eigenen Vorstellungskraft unterworfen. Trotzdem kann man Regisseurin Destry Allyn Spielberg zu einem guten Erstlingswerk gratulieren, das immer spannend bleibt und zwischen anderen Genrekollegen gut hervorsticht. Wer also des Zombieszenarios etwas überdrüssig ist, findet hier eine interessante Alternative.
Hinweis: Der Film A Quiet House startet am 22. Oktober 2026 im Kino.

Bildrechte: PLAION PICTURES
*Bei den Links zum Angebot handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links erhalten wir eine kleine Provision.



