17th Jun2010

Legion (2010) | Filmkritik

von

Legion

Nachdem die Menschheit durch Kriege und Gewalt immer mehr in Gottes Ungnade fiel, entschied sich Gott, diesem Treiben ein Ende zu setzen. So schickt er den Erzengel Michael (Paul Bettany) auf die Erde, um dort das ungeborene Baby der Kellnerin Charlie (Adrianne Palicki) zu töten, welches die letzte Hoffnung der Erde, und damit der gesamten Menscheit, ist. Der Erzengel Michael begibt sich hinab und schneidet sich Gott zum Trotz seine Flügel ab, da er noch immer Hoffnung in die Menschheit hat und diese nicht aufgeben will. Mit einem Kofferraum voller Waffen und Munition begibt er sich zu dem, mitten in der Mojave-Wüste gelegenen, Diner, wo sich das ungeborene Baby, der Retter der Menschheit, befindet.

In dem Diner arbeiten an diesem Tag der Besitzer Bob Hanson (Dennis Quaid), sein Sohn Jeep (Lucas Black), der einarmige Koch Percy (Charles S. Dutton) und die schwangere Kellnerin Charlie (Adrianne Palicki). Ebenfalls anwesend ist der alleinerziehende Vater Kyle (Tyrese Gibson), welcher sich auf seinem Weg nach LA gefindet und ein städtisches Ehepaar, Howard und Sandra Anderson (Jon Tenney und Kate Walsh), sowie ihre rebellische Tochter Audrey (Willa Holland). Nach kurzer Zeit gesellt sich auch die alte und auf Krücken gehende Gladys Foster (Jeanette Miller) zu den anderen Gästen. Auf den ersten Blick freundlich, als sie jedoch die schwangere Charlie erblickt, verwandelt diese sich urplötzlich, krabbelt wie ein Insekt an der Decke und attakiert und jagt die Leute im Diner. Erst nach dem sie Howard in den Hals beißt, schafft es Kyle sie zu erschießen.

Schnell will seine Frau den verletzten Howard in ein Krankenhaus bringen, doch draußen beginnt ein ungeheuerlicher Schwarm von Fliegen über die Wüste zu ziehen, so dass ihnen keine andere Wahl bleibt, als im Diner zu verweilen. Zu diesem Zeitpunkt trifft auch Michael im Diner ein und erklärt den geschockten Anwesenden, dass Gott sein Vertrauen und die Menschheit verloren hat und nun Charlies Baby töten will. Schnell bewaffnen sich alle und stellen sich der Vielzahl von heran eilenden Angreifern, von denen die alte Gladys nur ein Vorgeschmack war.

Der amerikanische Regisseur Scott Stewart, welcher bei Filmen wie Harry Potter und der Feuerkelch, Blade Runner und Pirates of the Caribbean – Am Ende der Welt als Entwickler für die visuellen Effekte tätig war, wagt sich nun mit Legion an eine postapokalyptische Geschichte heran und gibt sein Regiedebüt. Eine epische Schlacht zwischen Gott und den Engeln, gewaltige Kämpfe und schön inszenierte Horrormomente. Diesen Eindruck bekommt man zumindest, wenn man bisher nur den Trailer des Films gesehen hat. Was Legion im Nachhinein umsetzt ist alles andere als sehenswert.

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Eine Ansammlung an unqualifizierten Schauspielern, allen voran Lucas Black (The Fast and the Furious: Tokyo Drift, Jarhead – Willkommen im Dreck). Dieser schafft es tatsächlich über die kompletten 100 Minuten Laufzeit ein und denselben Blick, immer und immer wieder, zu verwenden. Aber auch der restliche Cast mit Paul Bettany (Tintenherz, The Da Vinci Code – Sakrileg), Adrianne Palicki (Supernatural) und Charles S. Dutton (Alien 3, The L Word) geht in dem Film vollkommen unter und bleiben höchstens wegen der zahlreichen, dämlichen Dialoge und protzigen Sprüche in Erinnerung. Wer nun denkt, dass wenigstens die überwältigenden Effekte etwas retten können, wird sich während des Films fragen, wann diese denn endlich auftauchen. Auch der ansehliche, aber kurze Kampf am Ende des Films, zwischen den Erzengeln Michael und Gabriel, wobei die effektvollen Flügel als Waffe zum Einsatz kommen, tröstet nicht über die verschwendeten Minuten hinweg, die man mit dem Film verbracht hat.

Alles was der Film somit zu bieten hat ist eine unverständliche Story, welche auch überhaupt nicht erklärt wird, zweidimensionale Charaktere ohne Hintergrundgeschichte und eine enorme Anzahl an Logikfehlern. Wer also bereits den Trailer des Films gesehen hat, hat das Beste schon erlebt.

Cast & Crew

Regie: Scott Stewart
Drehbuch: Peter Schink, Scott Stewart
Musik: John Frizzell
Darsteller: Paul Bettany, Lucas Black, Tyrese Gibson, Adrianne Palicki, Charles S. Dutton, Jon Tenney, Kevin Durand, Willa Holland, Kate Walsh, Dennis Quaid

Bewertung

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