Bambi (1942) | Filmkritik

Bambi

Im Dickicht inmitten des Waldes bringt eine Hirschkuh ihr Junges auf die Welt. Viele Tiere sind anwesend, als das Rehkitz Bambi zum ersten Mal seine Augen öffnet und sich an seinen ersten Schritten versucht. Einen Freund findet das unsichere Rehkitz in dem freundlichen Kaninchen Klopfer, welches Bambi nicht nur bei seinen ersten Worten hilft, sondern ihm auch fortan ein treuer Begleiter ist. Auch das schüchterne Stinktier Blume hilft dem jungen Rehkitz.

Nachdem Bambi gelernt hat zu sprechen und sich sicher durch den Wald bewegen kann, nimmt seine Mutter ihn mit zur großen Wiese – ein Ort der nicht nur wunderschön, sondern auch erschreckend ist. Bambis Mutter warnt ihn, dass Tiere auf der Wiese ungeschützt sind, da es keine Bäume oder Sträucher gibt. Auf der Wiese trifft Bambi das weibliche Reh Faline und auch seinen eigenen Vater, den großen Fürst des Waldes. Doch das glückliche Leben von Bambi wird schon bald durch einen schrecklichen Schicksalsschlag erschüttert. Außerdem muss Bambi noch viel über das Leben lernen und die Gefahr durch Wilderer ist allgegenwärtig.

Der fünfte abendfüllende Zeichentrickfilm der Walt-Disney-Studios erschien im Jahr 1942 und basiert auf dem Buch „Bambi – Eine Lebensgeschichte aus dem Walde“ von Felix Salten. Doch für den Film wollte man sich von der Vorlage entfernen und eine Geschichte kreieren, welche mit einzigartigen Charakteren begeistert und eine Geschichte über Freundschaft und das Erwachsenwerden erzählt.

Eigentlich sollte „Bambi“ als zweiter abendfüllender Disney-Zeichentrickfilm in die Kinos gelangen. Durch den Perfektionsdrang von Walt Disney verzögerte sich das Projekt jedoch immer wieder und Pinocchio (1940), Fantasia (1940) und Dumbo (1941) erschienen vor den Abenteuern des jungen Rehkitz im Kino. Die Produktionszeit von 1936 – 1942 sieht man dem Film dafür deutlich an. Liebvolle Charaktere, eine rührende Coming-of-Age-Geschichte und eindrucksvolle Zeichnungen. Besonders auffällig dabei ist die genutzte Multiplan-Kamera, welche  realistische, dreidimensional wirkende Kamerafahrten durch eine Zeichentricklandschaft erlaubt. Bereits beim Intro wird diese Technik auffällig eingesetzt.

Im Mittelpunkt der Handlung steht der Charakter „Bambi“, welcher vom Zuschauer durch wichtige Etappen seines Lebens begleitet wird. Angefangen mit der Geburt erlebt das Publikum alle einschneidenden Punkte im Leben des jungen Rehkitz und baut schnell eine emotionale Verbindung zu „Bambi“ auf. Aber auch die treuen Gefährten Klopfer und Blume sorgen für Lacher und Freude. Jeder Charakter hat seine ganz eigene, liebenswerte Persönlichkeit. Man betrachtet keine Menschen im Tierkostüm, sondern die Tiere werden realistisch und doch vertraut dargestellt. Als Bösewicht dient der Mensch, der als Phantomgestalt das friedliche Leben der Waldbewohner bedroht. Themen wie Freundschaft, Liebe, Familie, Verlust und Neubeginn können dabei nicht nur dem jungen Publikum noch etwas beibringen, sondern auch ältere Zuschauer können aus der Geschichte noch das ein oder andere lernen.

All diese Themen werden dem Zuschauer mit einer minmalen Anzahl an Dialogen vermittelt. In der originalen Fassung weist „Bambi“ gerade einmal knapp 1000 Worte auf, weswegen die Musik umso wirkungsvoller sein musste. Durch einprägsame Lieder und ausgezeichnete Sounduntermalung, welche im gesamten Film nur zweimal für circa 18 Sekunden unterbrochen werden, erwacht der Wald zum Leben. Nicht grundlos wurde der Film im Jahr 1943 für den Oscars „Bester Ton“, „Beste Filmmusik und „Bester Song“ nominiert. Der Zeichentrickfilm erzählt nicht nur die spannende Geschichte des jungen Rehkitz „Bambi“, sondern führt dem Beobachter den Kreislauf des Lebens vor Augen.

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Bambi – Diamond Edition:

Immer wieder wird der magische Disney-Tresor geöffnet und alte Klassiker erleben im neuen Glanz eine Rückkehr in die Herzen der Zuschauer. Nachdem bereits „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ und „Die Schöne und das Biest“ als Diamond Edition mit zahlreichen Extras veröffentlicht wurden, tappst nun das junge Rehkitz „Bambi“ auf Blu-Ray über die Bildschirme. Vollständig digital überarbeitet erstrahlt der persönliche Lieblingsfilm von Walt Disney nun auf den heimischen Flimmerkisten in bester HD-Qualität. Außerdem haben zahlreiche Extras Einzug auf die Diamond Edition erhalten. Neben dem Hauptfilm erwarten den Zuschauer zusätzliche Szenen und Lieder, interaktive Galerien, Specials zur Entstehung von „Bambi“ und vieles mehr! Einziges Manko ist die fehlende Ursynchronisation von 1950.  Aber Disney selbst fand diese Versionen in den siebziger Jahren nicht mehr zeitgemäß und in seiner Botschaft nicht mehr korrekt.  In der deutschen Neusynchronisation von 1973 wurden die Dialoge daher behutsam modernisiert.
Nicht nur für Fans der Disney-Klassiker ist die „Bambi – Diamond Edition“ daher ein absolutes Muss, denn „Bambi“ schafft es jede Genration mit seiner herzerwärmenden Geschichte zu verzaubern.

„Bambi – Diamond Edition“ erschien am 10. März 2011.

Cast & Crew

Regie: David Hand
Drehbuch: Larry Morey, Perce Pearce, Gustaf Tenggren
Musik: Frank Churchill, Edward H. Plumb
Stimmen: Bobby Stewart, Donnie Dunagan, Hardie Albright, John Sutherland, Paula Winslowe, Peter Behn, Tim Davis, Sam Edwards, Will Wright, Cammie King, Ann Gillis, Fred Shields, Stan Alexander, Sterling Holloway

Bewertung

Bewertung_9

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