09th Mrz2011

127 Hours (2010) | Filmkritik

von

127Hours

Aron Ralston (James Franco) bereitet sich für eine Klettertour in einem Canyon in der Nähe des Canyonlands-Nationalparks in Utah vor. Als er am darauffolgenden Tag aufbricht, durchquert er mit seinem Fahrrad den Park und entfernt sich immer weiter von der Zivilisation. Später trifft er auf die zwei Wanderinnen Kristi (Kate Mara) und Megan (Amber Tamblyn), welche sich in dem Canyon verlaufen haben. Aron übernimmt die Rolle des Wanderführers und und zeigt den beiden eine viel interessantere Strecke als die übliche Touristen-Route. Bevor sie sich wieder trennen, laden Kristi und Megan Aron noch zu einer Party am nächsten Tag ein.

1271 Aron setzt seine Bergtour im Blue John Canyon fort und gerät in eine schmale Passage. Als er sich an einem Felsbrocken festhält, löst dieser sich und nach einem kurzen Fall wird sein rechter Arm zwischen Felswand und Felsbrocken einklemmt. Vergeblich versucht er den Stein zu bewegen und schreit nach Hilfe. Doch fernab der Zivilisation verstummen diese Schreie in den Weiten des Canyons und trotz aller Bemühungen kann er sich nicht aus seiner gefährlichen Situation befreien. Auch seine Versuche den Stein mit einem Taschenmesser zu zerkleinern bleiben aussichtslos. Nach einem Tag stellt er fest, dass seine Hand bereits abgestorben ist. Zudem leidet Aron immer stärker unter Wasser-, Nahrungs- und Schlafmangel, welche immer öfter Halluzinationen auslösen. Seine Gedanken drehen sich um Familie, Freunde und alte Erinnerungen. Mit einem Camcorder nimmt er letztendlich Abschiedsvideos auf, da er sich immer sicherer ist, dass er in der schmalen Passage sterben wird.

Der US-amerikanische Bergsteiger Aron Ralston erlangte internationale Bekanntheit, nachdem er seine Geschichte über eine selbst ausgeführte Amputation einer Hand veröffentlichte. Im Alleingang wollte er alle 59 Viertausender in Colorado bezwingen. Doch im April 2003 kam es bei einer Canyonwanderung im Blue John Canyon in Utah zu einem Unfall, bei dem ein Felsbrocken Ralstons rechten Arm einklemmte. Fünf Tage lang versuchte er sich aus seiner tötlichen Lage zu befreien. Alle Versuche blieben jedoch erfolglos. Nach 127 Stunden entschied er sich für den letzten Ausweg und trennte seine eigene Hand ab. Diese einzigartige Geschichte wurde nun in dem Film 127 Hours umgesetzt.

1272 Die Regie übernahm Danny Boyle, welchem nach seinem riesigen Erfolg mit Slumdog Millionär alle Türen offen standen. Nach dem mit acht Oscars ausgezeichnetem Werk entschied sich Danny Boyle persönlich für die Geschichte von Aron Ralston. Bei der Umsetzung erinnert der Film dabei weitestgehend an ein Kammerspiel, welches kürzlich erst in Buried zu sehen war. Der Überlebenskampf von Aron Ralston spielt dabei jedoch nicht nur in der schmalen Passage, sondern wird regelmäßig von Träumen, Rückblicken oder Halluzinationen unterbrochen. Außerdem werden dem Zuschauer die leeren und weiten Landschaften rund um den Canyon gezeigt. Wunderschöne Panorama stehen im Kontrast zur aussichtslosen Situation des eingeschlossenen Kletterers.

I’m in pretty deep doodoo here. – Aron Ralston
127 Hours

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Trotz der vielen Unterbrechungen liegt die Last des Films auf den Schultern eines Schauspielers. Diese Aufgabe übernahm in 127 Hoursder US-amerikanische Schauspieler James Franco, welcher eine seiner besten Leistungen in dem Film abliefert und zu Recht für den Oscar als „Bester Hauptdarsteller“ im Jahr 2011 nominiert war. Überzeugend gelingt es ihm den Überlebenskampf zu spielen und den Zuschauer in die Tiefen des Canyons zu entführen.

Überraschend ist, dass der Film bereits nach 94 Minuten zu Ende ist. Doch hierbei hat 127 Hours einen richtigen Schritt eingeschlagen. Hätte man den Film länger gestaltet, wäre er nur schlechter geworden. Bei der finalen Laufzeit merkt man bereits einigen Szenen an, dass sie im Großen und Ganzen als Lückenfüller dienen und keine wirkliche Aussage unterstützen. Die Story weiter zu strecken, wäre daher nur schädlich gewesen und 127 Hours hat die optimale Lösung gefunden. Wer also die bewegende Geschichte von Aron Ralston hautnah erleben will greift entweder zu dem Buch Between a Rock and a Hard Place oder genießt den neusten Film von Danny Boyle.

Cast & Crew

Regie: Danny Boyle
Drehbuch: Danny Boyle, Simon Beaufoy
Vorlage: „Between a Rock and a Hard Place“ von Aron Ralston
Musik: A. R. Rahman
Schauspieler: James Franco

Bewertung

Bewertung_7

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