09th Feb2011

Gullivers Reisen – Da kommt was Großes auf uns zu (2010) | Filmkritik

von

NA

Das Leben von Lemuel Gulliver läuft alles andere als erfolgreich. Sein Beruf bei der Poststelle eines renommierten Reiseverlags erfüllt schon lange nicht mehr seine Erwartungen und auch das Liebesleben blieb vor langer Zeit auf der Strecke. Als sein neuer Arbeitspartner Dan dann auch noch nach seinem ersten Tag befördert wird und nun Gullivers Boss ist, bricht für den gemütlichen Träumer eine Welt zusammen.

Gulliver fasst den Entschluss seiner Karriere und der Liebe etwas nachzuhelfen. Um dies zu erreichen erzählt er seiner Traumfrau Darcy Silverman, welche als Journalistin bei dem Reiseverlag arbeitet, dass er privat viele Reisen unternimmt und über seine Erlebnisse schreibt. Nachdem seine gefälschten und geklauten Reiseberichte Darcy so sehr überzeugen, dass sie Gulliver auf ein großes Abenteuer zum Bermudadreieck schickt, scheint der Plan aufgegangen zu sein. Doch weit gefehlt, denn auf hoher See gerät der vorlaute Gulliver in Seenot und erreicht erschöpft einen unbekannten Strand.

Als er aus seiner Bewusstlosigkeit erwacht, findet er sich gefesselt und umzingelt von kleinen Männchen wieder, welche ihn als „Bestie“ beschimpfen. Gulliver wurde an der Insel Lilliput angespült, welche von winzigen Menschen behaust wird. Nachdem er anfangs für Angst und Schrecken sorgt, sind die kleinen Bewohner nach kurzer Zeit von seinen fantastischen und irrwitzigen Lügengeschichten begeistert. Außerdem hilft er den Winzlingen im Kampf  gegen die verfeindeten Nachbarn und wird schnell zum Volkshelden. Alle lieben den friedlichen Riesen, alle außer General Edward, welcher durch Gulliver in den Schatten gedrängt wurde. Dieser versucht den Neuling aus Lilliput zu vergraulen.

„Jack Black is back!“ Doch wie erfreulich ist diese Rückkehr? In der Vergangenheit lieferte uns der pumelige Alleinunterhalter meist durchschnittliche Komödien wie Year One – Aller Anfang ist schwer, Abgedreht oder Nacho Libre. Bei seinem neusten Abenteuer vertraut Jack Black nun auf die bekannte Buchvorlage Gullivers Reisen des irischen Schriftstellers Jonathan Swift. Doch die Reise endet schon früh durch einen Schiffbruch.

Alles was an die klassischen Reisebeschreibungen von Jonathan Swift erinnert, sind die winzigen Einwohner des Landes Liliput und ein sehr kurzer Ausflug zu den Riesen. Wesen wie die Houyhnhnms und die Yahoos oder Laputa, die Stadt auf der fliegenden Insel, wurden komplett in den Wind geschlagen. Stattdessen erleben wir einen aufgedrehten Jack Black, welcher die meiste Zeit des Films im Großformat auf der Leinwand zu sehen ist.

Dabei verlässt er sich wie so oft auf seine albernen Späße, welche niemanden weh tun aber auch nicht unbedingt für alle lustig sind. Ein Gag nach dem anderen wird von ihm runter gespult und manche sitzen, viele aber verfehlen die Lachmuskeln des Publikums. Die unterhaltsamsten Augenblicke sind liebevoll gestaltete Anspielungen auf Filme, Werbung und Prominente. Blockbuster wie Avatar, Titanic, Musicals oder bekannte Werbebanner werden dabei von Jack Black dominiert und sorgen für einige lustige Einfälle. Bei dieser One-Man-Show könnte man schnell vergessen, dass neben Lemuel Gulliver auch noch andere Charaktere einen Anteil an dem Film haben. Diese spielen aber ihre kleinen Rollen alle artig im Hintergrund und überlassen die Bühne Jack Black.

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Unter anderem sehen wir einen irrelevanten Jason Segel, welcher den meisten aus der US-amerikanischen Sitcom How I Met Your Mother bekannt sein dürfte, wie er sich um die Gunst der schönen Prinzessin Mary bemüht. Diese Liebesgeschichte ist nicht nur wahnsinnig unglaubwürdig, sondern ebenfalls total belanglos. Da hilft es auch nicht, dass Schauspielerin Emily Blunt bereits in dem Film Young Victoria in eine adelige Rolle schlüpfte, denn ihre Darstellung der Mary bleibt einfach nur fadenscheinig. Natürlich kann man bei Gullivers Reisen – Da kommt was Großes auf uns zu von einer fehlgeleiteten Verfilmung eines Klassikers sprechen, aber dafür müsste der Film im Ansatz wenigstens versuchen, die Vorlage umzusetzen. Stattdessen beschränkt man sich auf einen hübschen Familienfilm, bei dem die Effekte über der Geschichte und den Schauspielern stehen. Dies ist manchmal nett anzusehen, aber über weite Strecken eher ermüdend.

Cast & Crew

Regie: Rob Letterman
Drehbuch: Joe Stillman, Nicholas Stoller
Vorlage: „Gulliver’s Travels“ von Jonathan Swift
Musik: Henry Jackman
Schauspieler: Jack Black, Emily Blunt, Jason Segel, Amanda Peet, Billy Connolly, Catherine Tate, Chris O’Dowd

Bewertung

Bewertung_3

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