01st Apr2015

Der kleine Tod (2015) | Filmkritik

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Der kleine Tod

Ein Werk über Fetische, Geheimnisse und Schicksale – und es handelt sich hierbei nicht um einen Teil der Fifty Shades-Trilogie. 2015 gab Josh Lawson sein Regiedebüt mit der warmherzigen Liebeskomödie Der kleine Tod. Der Name stammt dabei von der französischen Redewendung la petite mort, die für ‚Orgasmus‘ steht.

Und genau dies ist auch der zentrale Punkt des Films: Fünf Mittdreißiger-Pärchen, die in einer mittelmäßigen Vorstadt ihren Mittelklasse-Traum leben, sind auf der Suche nach dem ganz besonderen Höhepunkt. Dabei haben sie ganz ungewöhnliche Fantasien, deren Verwirklichung sie so sehr beschäftigt, dass sie das Wichtige ganz aus den Augen verlieren…

Zum einen hat Maeve (Bojana Novakovic) die Fantasie, dass sie einmal von ihrem Partner Paul (Josh Lawson) vergewaltigt wird. Da sie ihm dies jedoch offen ankündigt, gestaltet sich das Vorhaben deutlich komplizierter als es sowieso schon der Fall ist. Phil (Alan Dukes) hingegen fängt eine Affäre mit seiner eigenen Frau Maureen (Lisa McCune) an, ohne, dass diese etwas davon mitbekommt.

Dan und Evie entdecken das Rollenspiel für sich, wobei Dan jedoch etwas zu sehr in seine Rolle schlüpft und schon bald mehr Spaß am Schauspiel als am Sex entwickelt. Bei dem Pärchen Rowena und Richard hingegen funktioniert der Sex nicht mehr ohne Tränen. Und die Telefonübersetzerin Monica (Erin James) beginnt ein schmutziges Gespräch mit dem tauben Anrufer Steve (Kim Gyngell).

Wie man anhand der zahlreichen Darsteller schon vermuten kann, wird in dem Film weniger auf eine große Entwicklung der Charaktere gesetzt, sondern der Zuschauer erhält in episodenhafter Struktur grundverschiedene Kurzgeschichten über verschiedenste Fetische. Dabei nimmt der Film einen ungewöhlichen Verlauf. Während die ersten 2/3 noch zwischen fast allen Pärchen munter hin und her wechseln, beschäftigt sich das letzte Drittel fast ausschließlich mit der ungewöhnlichen Telefonliebesgeschichte zwischen Monica und Steve.

Insgesamt muss man sagen, dass einige der Episoden besser funktionieren als andere. Ebenso wirken manche deutlich lustiger als andere und manche arten teils etwas überspitzt aus. Während besonders die finale Episode, was vielleicht daran liegen mag, dass der Zuschauer sie am Stück genießen kann, deutlich emotionaler wirkt und eine schöne Mischung zwischen Gefühlen und Humor aufweißt, können bei den anderen Pärchen nicht alle überzeugen.

Unter anderem die Geschichte von Phil, der an Somnophilie leidet, also der Vorliebe schlafende Menschen zu beobachten und sich sexuell daran zu erregen, erhält wenig Präsenz in dem Film und geht dadurch deutlich unter. Dafür hätte man die Geschichte zwischen Rowena und Richard, welche die Dacryphilia, eine Erregung beim Anblick von Tränen, fokussiert deutlich kürzen können. Die restlichen Geschichten können in ihrer Kürze aber weitestgehend unterhalten und neben zahlreichen Informationen zu außergewöhnlichen Fetischen gibt es ebenso zahlreiche Lacher.

Josh Lawson, der primär als Schauspieler bekannt ist und unter anderem in der Serie House of Lies mitwirkte, realisierte eine 95-minütige humoristische Liebeskomödie, die gezielt durch ihre Fetische auffallen will und an einigen Stellen gekonnt für Spaß und Unterhaltung sorgt. Das Gesamtergebnis ist ein erfrischender, romantischer, trauriger und lustiger Einblick in das Liebesleben unterschiedlicher Pärchen, der so abrupt endet wie die Liebe einiger Figuren der Geschichte.

Cast & Crew

Regie: Josh Lawson
Drehbuch: Josh Lawson
Musik: Michael Yezerski
Darsteller: Josh Lawson, Bojana Novakovic, Damon Herriman, Kate Mulvany, Kate Box, Patrick Brammall, Alan Dukes, Lisa McCune, Erin James, T.J. Power, Kim Gyngell, Lachy Hulme

Bewertung

Bewertung_6

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