26th Sep2010

Männertrip (2010) | Filmkritik

von

NA

Aldous Snow (Russell Brand) ist ein Rockstar und gerade dabei sein neustes Album zu veröffentlichen. Die begleitende Single „African Child“ floppt jedoch in den Charts, wird verboten und Kritiker bezeichnen den Song sogar als „das Schlimmste, was Afrika seit der Diskriminierung geschehen ist.“

maennertrip1 Währenddessen arbeitet der idealistische, junge College-Absolvent Aaron Green (Jonah Hill) in Los Angeles als Talent-Scout bei Pinnacle Records. Er lebt zusammen mit seiner Freundin Daphne (Elisabeth Moss), welche momentan ihr Arztpraktikum absolviert und dadurch kaum Zeit für Aaron findet. Außerdem hat sein Arbeitgeber Pinnacle Records in letzter Zeit viel Geld verloren und der Kopf des Unternehmens, Sergio Roma (Sean „Diddy“ Combs), sucht nach Ideen, um das Geschäft wieder anzutreiben. Aaron schlägt vor, dass man Aldous Snow im Greek Theater auftretet lassen soll und dort seinen zehnten Jahrestag und sein Comeback mit einem Konzert feiern soll. Einen Monat später schickt Sergio seinen Talent-Scout Aaron nach London, um Aldous Snow abzuholen und für seinen Auftritt sicher nach Los Angeles zu bringen.

Vor seiner Abreise besucht Aaron jedoch noch seine Freundin im Krankenhaus. Sie informiert Aaron, dass sie ein Angebot erhalten hat im Krankenhaus in Seattle zu arbeiten. Dort hätte sie entspanntere Arbeitszeiten und beide könnten mehr Zeit miteinander verbringen. Aaron ist aber von der Idee, seinen Job aufzugeben und nach Seattle zu ziehen, wenig begeistert und verlässt Daphne und Los Angeles im Streit.

Als Aaron in London auf den Rockstar Aldous Snow trifft, beginnen jedoch die wahren Probleme. Nach seinem Fall vom Rock-Olymp verbringt Aldous die meiste Zeit mit Sex, Drugs & Rock’n’Roll und denkt nicht daran, pünktlich seinen Flieger zu erreichen. Aaron hat nun 72 Stunden den Rockstar sicher nach Los Angeles und zu seinem Konzert im Greek Theater zu bekommen.

Mit Männertrip erwartet uns wohl das ungewöhnlichste Buddy-Movie dieses Jahres. Ein abgebrannter Rockstar trifft auf einen disziplinierten Talent-Scout. Dabei bedient sich Regisseur Nicholas Stoller an seinem Film Nie wieder Sex mit der Ex und nutzt die dort erschienene Nebenfigur des Aldous Snow und macht sie kurzerhand zum Protagonisten in Männertrip.

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Aus diesem Grunde kann man den Film wohl ein Spin-Off nennen, welches dem außer Kontrolle geratenem Rockstar gewidmet ist. Dabei schlüpft der Brite Russell Brand (Ich – Einfach Unverbesserlich) erneut in die Rolle von Snow und kann, auch durch seine persönlichen Erfahrungen mit Drogen und Beleidigungen gegen Prominente in der Vergangenheit, den abgedrehten Musiker lebhaft wiederspiegeln. Sein Gegenstück im Film übernimmt Jonah Hill (Superbad, Drachenzähmen leicht gemacht), welcher seine typische Rolle als überforderte Persönlichkeit glaubhaft in die Geschichte integriert. Neben diesem ungleichen Paar gibt es jedoch auch noch viele weitere Gaststars und Cameo-Auftritte. Allen voran natürlich Sean „P. Diddy“ Combs, welcher als überdrehter Musikproduzent die komplette Musikbranche auf den Arm nimmt, mit rassistischen Witzen um sich wirft und auch vor ein wenig Selbstironie nicht zurückschreckt.

Daneben gibt es noch zahlreiche, weitere Cameo-Auftritte von bekannten Prominenten wie Tom Felton (Harry Potter-Reihe), Christina Aguilera, Pink, Pharrell, Lars Ulrich und vielen mehr. Obendrein übernimmt auch Colm Meaney (Gesetz der Rache, The Snapper) einen kurzen Auftritt in der Rolle des Vaters von Aldous Snow, welcher seinen Sohn nur gefördert hat, um von seinem Erfolg zu profitieren. Die Parallelen zu Joseph Jackson sind dabei kaum zu übersehen.

Dies alles ist verpackt in einer sehr simplen aber auch belanglosen Story, welche nach einem rasanten Beginn leider zum Ende hin das Tempo stark herausnimmt und nicht auf eine Morallektion verzichten will. Ausschlaggebend ist also, ob man auf eine relevante Geschichte verzichten kann und ob die vielen Dick&Fart-Jokes den eigenen Geschmack treffen. Auffallend ist zudem noch, dass der komplette Soundtrack von Russell Brand und seiner Band Infant Sorrow eingespielt wurde. Mit unterhaltsamen und amüsanten Liedern erhält der Film damit noch eine zusätzliche Note. Alles in allem ist Männertrip also ein Slapstick-Film mit gelungenen Gags, schlüpfrigem Humor und jeder Menge Sex, Drugs & Rock’n’Roll. Denn auch wenn wir im deutschen mit dem Titel Männertrip, welcher wenig Bezug zum eigentlichen Filmgeschehen hat, der englische Titel Get him to the Greekist da konsequenter, leben müssen, ist dies im Endeffekt genau das, was einem der Film bietet.

Cast & Crew

Regie: Nicholas Stoller
Drehbuch: Nicholas Stoller, Jason Segel
Musik: Lyle Workman
Schauspieler: Jonah Hill, Russell Brand, Elisabeth Moss, Rose Byrne, Sean Combs, Colm Meaney

Bewertung

Bewertung_7

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