01st Mai2013

Brave Story (2006) | Filmkritik

von

Brave Story

Der 10-jährige Wataru Mitani ist ein eher ruhiger und unauffälliger Schüler. Umso faszinierter ist er daher auch von dem neuen Mitschüler Mitsuru Ashikawa, der angeblich einen Geist im Daimatsu-Gebäude gesehen haben soll.

Angetan von diesen Geistergeschichten begibt sich Wataru auf den Heimweg und als er Zuhause ankommt, bricht völlig überraschend seine Welt zusammen. Ohne große Worte der Erklärung verlässt sein Vater die Familie und reicht die Scheidung ein, um ein neues Leben zu beginnen.

Kurze Zeit später bricht Watarus Mutter zusammen und muss in das Krankenhaus eingeliefert werden. Ihr Zustand ist kritisch.

Natürlich möchte der schüchterne Junge alles menschenmögliche unternehmen, um das Leben seiner Mutter zu retten.

Als er erfährt, dass er sein Schicksal ändern kann, indem er die magische Welt Vision betritt, gibt es kein Halten mehr. In der fremden Welt muss er sich einer Reihe von Prüfungen stellen, damit die Göttin des Schicksals ihm einen Wunsch erfüllt. Zum Glück erhält er bei seinem Abenteuer Unterstützung durch den Reptilienmann Ki-Kima und die Katzen-Artistin Miina.

Doch um sein Schicksal tatsächlich zu ändern, muss Wataru Barmherzigkeit, Tapferkeit, Vertrauen und Nächstenliebe beweisen.

Die abenteuerliche Geschichte Brave Story wurde von 1999 bis 2001 von der japanischen Schriftstellerin Miyuki Miyabe in einer regionalen Zeitung publiziert. Anschließend wurde das Werk als 20-bändige Manga-Serie, gezeichnet von Yoichiro Ono, umgesetzt und diente als Vorlage zu drei Videospielen für Sonys PSP, Playstation 2 sowie für den Nintendo DS.

Im Jahr 2006 diente die Geschichte des tapferen Wataru ebenfalls als Vorlage für einen Animationsfilm, der durch das Studio Gonzo produziert wurde. Unter der Regie von Koichi Chigira, bekannt für Full Metal Panic und Last Exile, entstand mit einem Budget von knapp neun Millionen US-Dollar ein 112-minütiger Ausflug in eine magische Welt voller Drachen, Dämonen und anderen ausgefallenen Kreaturen.

Das Abenteuer beginnt mit einer zügigen aber schlüssigen Einführung des Helden Wataru Mitani und seiner Familiensituation. Die Vorstellung des Kontrahenten Mitsuru Ashikawa erfolgt im Vergleich etwas weniger gekonnt. Seine ersten Dialoge und Taten sorgen für einige Fragezeichen und man ist als Zuschauer ohne Vorwissen erst einmal völlig ratlos, welche Pläne der mysteriöse Junge verfolgt.

Danach geht es umgehend in das fantastische Reich Vision, wo für den Protagonisten eine Videospiel-ähnliche Mission beginnt. Er bekommt seine erste Ausrüstung und wird auf eine Reise geschickt, wo er seinen Mut beweisen soll, um fünf Kristalle zu sammeln.

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Natürlich muss er diese Aufgabe nicht alleine bestreiten, sondern lernt schnell neue Freunde kennen. Die Einführung des Reptilienmanns Ki-Kima erfolgt dabei schön ausführlich und dem Zuschauer werden seine Beweggründe deutlich gemacht. Ganz anders sieht da die Sache mit dem Katzenmädchen Miina aus. Wir erfahren am Rande, dass sie durch ihren entführten Vater auf die schiefe Bahn abgerutscht ist und dieses Thema spielt auch im weiteren Verlaufe des Films keine bedeutende Rolle mehr. Nach ihrer Rettung schließt sie sich ohne Umschweife der kleinen Truppe an.

Anschließend bekommt der Zuschauer eine elliptische Erzählung der Taten aufgetischt, bei welcher klar wird, dass die Figuren sich immer besser anfreunden, aber ob Wataru nun weitere Kristalle sammelt und Bösewichte niederringt ist etwas konfus. Auch wenn man nicht jede einzelne Station der Figuren thematisieren muss, hätte man doch etwas mehr Struktur an dieser Stelle einbringen können.

Denn diese Lücken in der Handlung reißen einen leider immer wieder aus der Geschichte raus und zerstören die ansonsten schöne Welt von Vision. Neben diesen Ungereimtheiten besitzt Brave Story nämlich eigentlich eine recht schöne Botschaft, hat liebevolle Figuren und spektakuläre Fantasyelemente. Themen wie Scheidung, Tod und sogar Suizid werden zwar in Szene gesetzt, aber sehr sensibel behandelt.

Dadurch kann Brave Story trotz seiner Mängel doch einigen Spaß machen und entführt für kurze Zeit in eine fantastische Welt.

Cast & Crew

Regie: Koichi Chigira
Drehbuch: Miyuki Miyabe, Ichirô Ôkôchi
Musik: Juno Reactor
Stimmen: Takako Matsu, Eiji Wentz, Yo Oizumi, Chiwa Saito, Takako Tokiwa, Akiko Yajima, Miki Imai

Bewertung

Bewertung_6

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