14th Jan2012

Real Steel (2011) | Filmkritik

von

NA

Im Jahr 2020 prügeln sich nicht länger Menschen im Boxring grün und blau, sondern Roboter, die unerbittlich bis zum Ende kämpfen, haben diese abgelöst. Charlie Kenton (Hugh Jackman) ist ein ehemaliger Boxer, der mittlerweile seine eigenen Roboter im Ring antreten lässt.

Sein Ehrgeiz und Stolz sorgt jedoch dafür, dass er immer bis zum Äußersten geht. Jeder Kampf und jede Wette wird angenommen. Doch als Konsequenz daraus sitzt Charlie auf einem riesigen Haufen Schulden und sein letzter Kampfroboter wurde soeben zerstört.

Kurz darauf wird Charlie informiert, dass seine Ex-Freundin verstorben ist und er das Sorgerecht für seinen Sohn Max (Dakota Goyo) übernehmen soll. Erbtante Debra (Hope Davis) und Onkel Marvin (James Rebhorn) wollen aber das alleinige Sorgerecht für Max und bieten Charlie dafür 100.000 $. Natürlich überlegt Charlie nicht lange und nimmt das Angebot an. Die einzige Bedingung ist, dass der Vater sein Kind für drei Monate zu sich nimmt, damit Marvin zusammen mit Debra ein letztes Mal ungestört in Urlaub fahren kann.

Charlies unabhängiges Leben scheint erst einmal vorüber. Doch das Schicksal gibt Charlie und Max eine neue Chance: Es spielt ihnen mit „Atom“, einem Roboter mit einzigartigen Fähigkeiten in die Hände, der der neue Star der Roboter-Box-Szene werden könnte. Gemeinsam bauen und trainieren sie den perfekten Kämpfer. Dabei wachsen Vater und Sohn zu einem unschlagbaren Team zusammen.

Im Jahr 1964 spielten Kinder mit den Rock ‚Em Sock ‚Em Robots. Zwei duellierende Plastikroboter kämpften im Ring solange gegeneinander bis einer K. o. geschlagen wurde. Nach diesem Prinzip wurde auch der Science-Fiction-Film Real Steel des Regisseurs Shawn Levy realisiert. Doch die Roboter sind nun kein Spielzeug mehr für Kinder, sondern kämpfen erbittert bis die Mechanik versagt und nur noch Einzelteile verstreut im Ring liegen.

Als Vorlage für die Handlung diente die Kurzgeschichte Steel von Richard Matheson aus dem Jahr 1965. Als Zuschauer erwartet man knirschendes Metall, spritzendes Öl und harte Roboterkämpfe. Doch in Real Steel mischt sich seltsamerweise noch eine gefühlvolle Vater-Sohn-Geschichte unter. Leider wollen diese beiden Erzählungen gemeinsam nicht wirklich funktionieren und die Momente zwischen Charlie und seinem Sohn Max halten das Geschehen weitestgehend nur auf.

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Aber nicht nur diese Schwäche des Drehbuchs sorgt für einige Minuspunkte, auch die anderen Elemente des Films wollen nicht wirklich überzeugen. Hugh Jackman spielt den nichtsnutzigen Vater relativ solide, versagt anschließend aber bei den emotionalen Momenten und wirkt auch sonst recht lustlos. Sein Sohn wird verkörpert von Dakota Goyo, der ebenfalls zu keinem großen Sympathieträger im Film avanciert und seine Rolle nicht komplett ausfüllen kann.

Auch Lost-Star Evangeline Lilly durfte ihr Können vor der Kamera zeigen. Ihre Leinwandpräsenz ist dabei jedoch auf wenige Minuten reduziert, so dass ihr Charakter schnell in Vergessenheit gerät und durch ein paar Close-Ups ihrer Jubelschreie und einer angehauchten Liebesgeschichte mit Hugh Jackmanauch auch nicht viel Nutzen für den Film beinhaltet. Wenn dann nach einer schleppenden Anfangsphase endlich die erwarteten Roboterkämpfe beginnen und Metall auf Metall knallt, hat man als Zuschauer vielleicht wenige Minuten Spaß an dem Spektakel bevor auch dieser Baustein seinen Reiz verliert.

Am Ende des Films muss man leider feststellen, dass Regisseur Shawn Levy keine Eintracht zwischen den unterschiedlichen Handlungssträngen aufbauen konnte und Real Steel bereits in der ersten Runde zu Boden ging und abgezählt wurde.

Cast & Crew

Regie: Shawn Levy
Drehbuch: John Gatins
Musik: Danny Elfman
Schauspieler: Hugh Jackman, Dakota Goyo, Evangeline Lilly, Anthony Mackie, Kevin Durand

Bewertung

Bewertung_5

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