24th Jan2018

Wonder Woman (2017) | Filmkritik

Wonder Woman

Auf der paradiesischen Insel Themyscira leben die Amazonen, die in einem Turm den sogenannten „Gotttöter“ aufbewahren und beschützen. Ziel dieser Waffe ist es, den einst von Zeus verwundeten Ares zu töten. Dieser lehnte sich gegen die Schöpfung der Menschen auf und wurde anschließend von Zeus verstoßen.

wonderwoman_1 Diana (Gal Gadot) wird von der Anführerin der Amazonen, Königin Hippylyta (Connie Nielsen) und ihrer Schwester Antiope (Robin Wright), zu einer ebenbürtigen Kriegerin ausgebildet. Sie wurde zu diesem Zweck aus Ton geformt und von Zeus ins Leben gerufen.

Eines Tages schaut sie, nach einem harten Trainingskampf, auf den weiten Horizont und sieht ein abstürzendes Flugzeug. Sie rettet den Piloten Steve Trevor (Chris Pine), der als Spion aus dem deutschen Gebiet geflohen ist. Er berichtet den Amazonen von den Ereignissen des Ersten Weltkrieges und Diana entschließt sich mit ihm nach London zu fahren, um den Krieg der Menschen zu beenden. Dabei entdeckt die tapfere Amazone allmählich ihr volles Potenzial, und ihre wahre Bestimmung.

Wonder Woman ist ein US-amerikanischer Superheldenfilm der Regisseurin Patty Jenkins, die zuvor durch einige namhafte Serienproduktionen wie Arrested Development und The Killing sowie durch den Film Monster (2003) größere Aufmerksamkeit erlangte.

Das Werk ist der vierte Film des DC Extended Universe, welches im Jahr 2013 mit Man of Steel begann. Zweifelsfrei ist Wonder Woman eine erhebliche Steigerung nach den Flops Batman V Superman: Dawn of Justice (2016) und Suicide Squad (2016), was jedoch gemessen an internationalen Standards keine große Kunst ist. Es ist schlicht und ergreifend die viel konzentriertere Herangehensweise der Regisseurin Jenkins, die diesen Film zu einem sehenswerten Blockbuster macht.

wonderwoman_2 Hiervon ausgenommen sind die ersten 20 Minuten, in denen spärlich bekleidete Frauen als Kriegerinnen auf einem Inselparadies auf Pferden reiten und zunächst einmal die Erwartungshaltung in den Keller drücken. Nach dieser offensichtlichen zur Schaustellung des weiblichen Geschlechts startet endlich der eigentliche Film.

Die Story des Films ist für einen Blockbuster in Teilen handelsüblich, aber mit neuen Versatzstücken ergänzt. Hier ist die erste Annäherung von Wonder Woman in der Welt der Menschen anzuführen. Sie ist sich nicht sicher, wie sie sich verhalten soll und es entwickelt sich eine Lehrstunde der Menschheit. Geschlechter, menschliches Handeln und Emotionen werden durch die unkonventionelle Art von Wonder Woman allesamt hinterfragt. Es ist über weite Strecken witzig, aber auch kreativ, dass ein Blockbuster sich die Zeit nimmt, um über das menschliche Dasein zu sprechen.

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Ausgenommen von diesen kleinen Versatzstücken ist der Film eine typische Superheldengeschichte, die im ersten Weltkrieg spielt. Scharf zu kritisieren ist die immer wieder aus Hollywood angemerkte Kritik an den deutschen Truppen. Die Rolle eines Deutschen wird meistens in eine von Macht erfüllte Richtung gelenkt, sodass es mittlerweile bezeichnend für einen großen Film ist, dass Deutsche nicht gut dargestellt werden.

Lobenswert ist die optische Darstellung des Ersten Weltkrieg hervorzuheben, besonders, da die Handlungen sich in Blockbustern in den letzten Jahrzehnten zu sehr auf den Zweiten Weltkrieg konzentriert waren.

Außerdem ist es erfrischend eine Welt zu sehen, wo Superhelden noch nicht der breiten Masse bekannt sind. Anders als bei Verfilmungen des großen Konkurrenten Marvel nimmt sich der Film größtenteils ernst. Dies ist für den Unterhaltungsfaktor förderlich, aber letzten Endes ist es nun mal ein Superheldenfilm, in dem die Kämpfe und Schlachten von einer Comicfigur geführt werden.

Das Rezept eines Blockbusters, welches durch Marvel standardisiert wurde, ist jedoch zu Teilen auch auch bei Wonder Woman zu spüren. Es wirkt teilweise wie eine Rezeptur, die zwar zu großen Teilen aus der Marvel-Wurzel besteht, aber mit der Schwere eines Snyder-Films keine Gemeinsamkeiten hat.

Äußerst positiv ist die schauspielerische Leistung von Gal Gadot als Wonder Woman zu bezeichnen, die ihrer Rolle Stärke und Schönheit verleiht. Nicht ohne Grund wurde die Schauspielerin mit israelischen Wurzeln durch ihre Rolle zum Hoffnungsträger vieler junger Mädchen.

Letztendlich ist Wonder Woman ein gelungener Blockbuster, der das DC Extended Universe in neue Höhen trägt und die männlichen Wegbegleiter in den Schatten stellt.

Trailer

Cast & Crew

Regie: Patty Jenkins
Drehbuch: Allan Heinberg
Musik: Rupert Gregson-Williams
Darsteller: Gal Gadot, Chris Pine, Robin Wright, Danny Huston, David Thewlis, Connie Nielsen, Elena Anaya

Bewertung

Bewertung_6

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